Prinzipiell bildet eine Abschreibung die durch Verbrauch oder Abnutzung entstehende Wertminderung von Vermögensgegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens von Unternehmen ab. Im Steuerrecht ist dagegen von Absetzungen für Abnutzung (AfA) die Rede. Die Abschreibungsdauer hängt in beiden Fällen davon ab, wie lange der entsprechende Gegenstand sich nutzen lässt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Abschreibungstabellen zur Orientierung nutzen
  3. Abschreibung von Gebäuden
  4. Abschreibung eines Pkw
  5. Abschreibung einer Küche
  6. Abschreibung einer Photovoltaik-Anlage
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Abschreibungen dienen dazu, die planmäßige und außerplanmäßige Wertminderung eines Vermögensgegenstandes zu erfassen.
  • Der Abschreibungszeitraum hängt von der Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts ab.
  • Eine gute Orientierung für die durchschnittliche Nutzungsdauer bieten die vom Bundesministerium der Finanzen zur Verfügung gestellten Abschreibungstabellen.

Abschreibungstabellen zur Orientierung nutzen

Paragraph 7 Einkommensteuergesetz (EStG) fordert, dass eine Abschreibung von Wirtschaftsgütern über die durchschnittliche Nutzungsdauer erfolgen muss. Um ständige Konflikte zwischen dem Finanzamt und Unternehmen zu vermeiden, hat das Bundesministerium der Finanzen eine Abschreibungstabelle – auch als AfA-Tabelle bekannt – erstellt. Diese dient Betrieben als Hilfsmittel, die gewöhnliche Nutzungsdauer eines Guts abzuschätzen. Es existieren sowohl eine allgemeine Tabelle als auch verschiedene branchenspezifische Tabellen. Die dort angegebene Nutzungsdauer basiert auf Erfahrungswerten. Allerdings dient sie eher zur Orientierung. Auch wenn dies rechtlich nicht verbindlich ist, müssen Unternehmen eine kürzere Nutzungsdauer glaubhaft belegen.

Die Abschreibung von Gebäuden

Wer eine Immobilie mit dem Ziel kauft, Gewinn durch die Vermietung und/oder Verpachtung des Objekts zu erzielen, profitiert von Steuervergünstigungen in Form von Abschreibungen. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten lassen sich nämlich über einen Zeitraum von vielen Jahren steuerlich absetzen. Dazu zählen auch verschiedene Kaufnebenkosten – etwa die Grunderwerbsteuer oder Notarkosten – sowie im Falle eines Neubaus das Honorar des Architekten. Die Abschreibung eines Grundstücks ist dagegen grundsätzlich nicht möglich. Schließlich besitzt es keine zeitlich begrenzte Nutzungsdauer. Im Falle selbstgenutzter Wohnräume besteht ebenfalls keine Möglichkeit, das Gebäude abzuschreiben.

In den meisten Fällen wird eine sogenannte lineare Abschreibung angewendet, bei der der abzusetzende Betrag in jedem Jahr gleich hoch ist. Je nach Ausgangslage lässt sich unter Umständen auch eine andere Abschreibungsmethode wählen. Was die Nutzungsdauer betrifft, gibt es für unterschiedliche Arten von Immobilien unterschiedliche Regelungen. Diesen Sachverhalt veranschaulicht die nachfolgende Liste:

  • Neubau: Wer einen Neubau errichtet, kann über einen Zeitraum von fünfzig Jahren jeweils zwei Prozent der Herstellungskosten absetzen.
  • Altbau: Beim Erwerb eines nach 1925 errichteten Altbaus erfolgt die Abschreibung ebenfalls über einen Zeitraum von fünfzig Jahren mit 2 Prozent der Anschaffungskosten. Fand der Bau bereits vor 1925 statt, dürfen die Besitzer vierzig Jahre lang je 2,5 Prozent steuerlich absetzen.
  • Mietwohnung: Wer durch einen Neubau, eine Dachaufstockung oder einen Dachausbau Wohnraum schafft, kann über einen Zeitraum von vier Jahren jeweils bis zu 5 Prozent der Anschaffungs- und/oder Herstellungskosten abschreiben.
  • Gebäude unter Denkmalschutz: Modernisierungskosten lassen sich in den ersten acht Jahren mit 9 Prozent absetzen und in den darauffolgenden vier Jahren mit 7 Prozent. Für die Anschaffungskosten gelten die gleichen Regeln wie für einen Altbau. Eine Besonderheit ist, dass auch Selbstnutzer zehn Jahre lang Abschreibungen in Höhe von 9 Prozent vornehmen dürfen.
  • Modernisierungen: Die Sanierung einer Immobilie lässt sich über den relativ kurzen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren abschreiben. Folglich liegt der jährliche Abschreibungsbetrag hier zwischen 20 und 50 Prozent. Geringfügige Reparaturen dürfen Immobilienbesitzer sogar bereits nach einem Jahr absetzen.
  • Gewerbliche Gebäude: Im Falle einer betrieblichen Nutzung einer Immobilie rechnet der Gesetzgeber mit einer zügigeren Abnutzung. Daher dürfen in diesem Fall für 33 Jahre jeweils 3 Prozent angesetzt werden.

Die Abschreibung eines Pkw

Die Abschreibungsdauer für Firmenwagen beträgt seit Anfang 2001 sechs Jahre. Um den korrekten jährlichen Betrag für die Abschreibung herauszufinden, müssen Besitzer eines entsprechenden Fahrzeugs im ersten Schritt die kompletten Anschaffungskosten ermitteln. Dazu zählen beispielsweise auch die Aufwendungen für Sonderausstattungen. Wer keine Berechtigung zum Vorsteuerabzug besitzt, darf logischerweise auch die Umsatzsteuer zu den Anschaffungskosten zählen. Im Anschluss gilt es, diese Summe auf 6 Jahre aufzuteilen, wobei Fahrzeugbesitzer die Abschreibung monatsgenau ausrechnen müssen.

Wird das Auto im Jahr des Kaufs und im darauffolgenden Jahr zu mindestens 90 Prozent für betriebliche Zwecke genutzt, ist nach Paragraph 7 EStG eine Sonderabschreibung in Höhe von 20 Prozent zulässig. Dies ist jedoch anhand des Fahrtenbuchs nachzuweisen. Darüber hinaus gibt es weitere Bedingungen. So dürfen das Betriebsvermögen im Anschaffungsjahr 235.000 Euro und die Gewinne des Vorjahres 100.000 Euro nicht überschreiten.

Die Abschreibung einer Küche

Wer eine Mietwohnung mit einer Einbauküche ausstattet, konnte die Kosten für den Küchenherd und die Spüle lange Zeit als Erhaltungsaufwand sofort absetzen. In einem Urteil von 2016 entschied der Bundesfinanzhof jedoch, von seiner Rechtausfassung abzurücken. Seitdem betrachten die Richter eine Einbauküche als einheitliches Wirtschaftsgut. Infolgedessen müssen Immobilienbesitzer die Anschaffungs- und Herstellungskosten nun über einen Zeitraum von 10 Jahren abschreiben. Dies entspricht jährlich 10 Prozent, was vorher lediglich für Küchenmöbel galt.

Die Abschreibung einer Photovoltaik-Anlage

Da sich der Wert einer Photovoltaik-Anlage durch ihren Betrieb mindert, gilt sie steuerrechtlich als eigenständiges bewegliches Wirtschaftsgut. Demzufolge lassen sich die Kosten abschreiben, auch diejenigen für die Montage des Systems. Für ab 2011 in Betrieb genommene Anlagen stehen drei Abschreibungsformen zur Verfügung, die miteinander kombinierbar sind:

  • Lineare Abschreibung: Zwanzig Jahre lang je 5 Prozent der Investitionssumme
  • Investitionsabzug: 40 Prozent des Nettopreises sofort
  • Sonderabschreibung: 20 Prozent des Nettopreises innerhalb der ersten fünf Jahre

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