Der Begriff Hausgeld steht im Zusammenhang mit einer Eigentumswohnung. Es umfasst die Vorauszahlung der Eigentümergemeinschaft, um die laufenden finanziellen Verpflichtungen aus der Nutzung der Immobilie zu bedienen. Das Hausgeld umfasst sowohl auf die Mieter umlagefähige Nebenkosten als auch die nicht-umlagefähigen Nebenkosten. Was aber genau fällt unter das Hausgeld und wo findet sich die gesetzliche Regelung?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Gesetzesgrundlage für das Hausgeld
  3. Wie ermittelt sich die Höhe des Hausgeldes?
  4. Was beinhaltet das Hausgeld?
  5. Abgrenzung zum Wohngeld
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Hausgeld ist für Miteigentümer einer Immobilie gesetzlich vorgeschrieben.
  • Das Hausgeld dient dazu, den finanziellen Verpflichtungen, die aus der Nutzung der Immobilie resultieren, nachzukommen.
  • Das Hausgeld wird monatlich im Voraus entrichtet.
  • Die Höhe des Hausgeldes wird vom Verwalter ermittelt und muss von der Eigentümerversammlung genehmigt werden.

Die Gesetzesgrundlage für das Hausgeld

Paragraf 16, Abs. 2 und 3 des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) sieht vor, dass jeder Eigentümer dazu verpflichtet ist, seinen Anteil an den Gesamtkosten der Eigentümergemeinschaft zu tragen. Die Höhe der Gesamtkosten ergibt sich aus dem Wirtschaftsplan, der einmal im Jahr im Rahmen der Eigentümerversammlung beschlossen wird. Für die Erstellung des Wirtschaftsplans ist gemäß Paragraf 28 WEG der Hausverwalter verantwortlich. Der Wirtschaftsplan, die Hausgeldabrechnung, muss zum einen für die gesamte Immobilie erstellt werden, zum anderen für jede einzelne Wohnung, das Sondereigentum.

Im Rahmen der ordentlichen Eigentümerversammlung beschließt die Eigentümerversammlung den Haushaltsplan mit einfacher Mehrheit.

Wie ermittelt sich die Höhe des Hausgeldes?

Da in einem Mehrfamilienhaus die Wohnungen in der Regel unterschiedlich groß ausfallen, zahlt nicht jeder Eigentümer das gleiche Hausgeld pro Monat. Grundlage sind die Verteilungsschlüssel, die unterschiedliche Berechnungsansätze haben.

Die Verteilungsschlüssel

Für einzelne Positionen im Hausgeld gelten allerdings unterschiedliche Verteilungsschlüssel. Es wird in der Regel zwischen Verbrauchskosten und sonstigen Kosten unterschieden. Der Aufwand für den Verwalter gilt pro Wohneinheit, da dieser Aufwand nicht von der Anzahl der Personen in der Wohnung abhängt. Gleiches gilt für die Versorgung für Telekommunikation, Fernsehen oder Kontoführungsgebühren für das Hausgeldkonto.

Anders ist es mit Wasser und Heizung bestellt. Warmwasser und Heizung müssen gemäß der Heizungs- und Warmwasserverordnung abgerechnet werden.

Als dritter Verteilungsschlüssel greifen die Miteigentumsanteile des jeweiligen Eigentümers.

Die Instandhaltungsrücklage

Ein wesentlicher Bestandteil des Hausgeldes ist die Instandhaltungsrücklage. Diese muss gebildet werden, um zum einen spontane notwendige Reparatur- oder Instandhaltungsmaßnahmen zu finanzieren. Zum anderen dient sie dazu, Rücklagen für längerfristig geplante Instandhaltungsmaßnahmen zu finanzieren.

Reicht die angesammelte Instandhaltungsrücklage nicht aus, um eine Sanierung umzusetzen, müssen die Eigentümer eine Sonderumlage beschließen. Plant die Eigentümergemeinschaft, die Fenster auszutauschen, wird dies nicht von einem Tag auf den anderen durchgeführt. Beträgt der Planungshorizont zwei Jahre, kann beispielsweise für diesen Zeitraum eine Erhöhung des Hausgeldes beschlossen werden. Diese Variante ist für die Eigentümer weniger einschneidend als eine einmalige Sonderumlage.

Was beeinflusst die Instandhaltungsrücklage?

Es sind mehrere Faktoren, die sich auf die Instandhaltungsrücklage auswirken. Diese unterscheiden sich von Gebäude zu Gebäude, weshalb man keine pauschalen Aussagen treffen kann. Folgende Faktoren spielen in die Kalkulation hinein:

  • Das Alter der Immobilie
  • Der aktuelle Zustand (liegen Mängel vor, sind Renovierungen notwendig)
  • Individuelle Ausstattungsmerkmale, die einen Mehraufwand bedingen können (Fahrstuhl, Swimmingpool)
  • Haltbarkeit der verwendeten Baumaterialien (Fachwerk oder Waschbetonplatten)

Diese Bandbreite der Einflussfaktoren führt dazu, dass der Anteil der Instandhaltungsrücklage zwischen 2,50 Euro und sechs Euro pro Quadratmeter ausmachen kann. Bei einer Rücklage von vier Euro pro Quadratmeter und Jahr bedeutet das bei einer 80-Quadratmeterwohnung 320 Euro im Jahr. Der monatliche Anteil am Hausgeld beläuft sich auf 26,67.

Die Instandhaltungsrücklage ist nicht verpflichtend. Es genügt allerdings die Forderung eines Miteigentümers, damit sie eingeführt werden muss.

Was beinhaltet das Hausgeld?

Sofern es keine gebäudespezifischen Sonderpositionen gibt, umfasst das Hausgeld die Kosten für

  • Hausmeister
  • Treppenhausreinigung
  • Gartenpflege
  • Hausstrom
  • Telekommunikationseinrichtungen
  • Heizung
  • Abfallentsorgung
  • Verwaltung des Gemeinschaftseigentums
  • Wohngebäudeversicherung
  • Bankkontoführung
  • Instandhaltungsrücklage

Für Vermieter ist immer wieder die Frage entscheiden, welche Teile des Hausgeldes auf die Mieter umgelegt werden können, und welche sie selbst tragen müssen.

Als nicht-umlagefähige Nebenkosten gelten

  • Kosten für die Hausverwaltung
  • Kosten für Instandsetzung und Instandhaltung
  • Instandhaltungsrücklage

Abgrenzung zum Wohngeld

Hin und wieder wird der Begriff Wohngeld als Synonym für Hausgeld verwendet. Dies ist allerdings nicht ganz richtig. Das Wohngeld bezeichnet eine Leistung für Bürger der Bundesrepublik auf der Grundlage des Sozialgesetzbuches. Einkommensschwache Personen erhalten einen Mietzuschuss seitens der öffentlichen Hand. Für Immobilienbesitzer besteht ebenfalls diese Möglichkeit in Form des Lastenzuschusses.

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