Zinsentwicklung und Zinsprognose für Spar- und Kreditzinsen
Stand: 17.10.2024
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Die allgemeine Zinsentwicklung wird vor allem von der Geldpolitik der EZB beeinflusst. Die Entwicklung der Kredit- und Sparzinsen orientiert sich direkt an den EZB-Leitzinsen. Die Höhe der Bauzinsen hängt vor allem von den Anleiherenditen ab, die allerdings auch von den Leitzinsen beeinflusst werden.
Aktuelle Leitzinsentwicklung
- Nach den Zinssenkungen in den Jahren 2024 und 2025 hat die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer Zinssitzung am 11. Juni 2026 die Zinswende eingeleitet und die Zinsen zum ersten Mal seit Jahren erhöht.
- Der Einlagenzins liegt aktuell bei 2,25 %, der Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 2,40 % und der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,65 %.
- Der EZB-Rat entscheidet, ob eine Anpassung der Marktzinsen erforderlich ist. Dem Gremium gehören die Präsidenten der nationalen Zentralbanken der Euro-Länder sowie die Mitglieder des EZB-Direktoriums an. Die letzte leitzinsrelevante EZB-Sitzung fand am 23. Juli 2026, ohne Zinserhöhung, statt. Die nächste leitzinsrelevante EZB-Sitzung findet am 10. September 2026 statt.
- Die Leitzinsen haben großen Einfluss auf die Spar- und Kreditzinsen. Insbesondere die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld können sich je nach Leitzinsentwicklung schnell ändern.
- Bei Ratenkrediten hat neben dem Leitzins auch die interne Zinsstrategie der jeweiligen Bank und die Bonitätseinschätzung großen Einfluss. Mit einem Kreditvergleich bei Verivox können Sie die günstigsten Angebote schnell finden.
Was beeinflusst die Entwicklung der Leitzinsen?
Ob die Leitzinsen steigen oder fallen, hängt in erster Linie von der Inflation und dem Wirtschaftswachstum ab. Wenn die Wirtschaft stark wächst und die Inflation steigt, erhöht die EZB die Leitzinsen, um durch die Verteuerung von Krediten das Wachstum zu dämpfen und damit auch den inflationstreibenden Nachfragedruck zu reduzieren. Umgekehrt kann eine Leitzinssenkung durch günstiger werdende Kredite die Wirtschaft ankurbeln.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und der Nahostkonflikt haben dazu geführt, dass zuletzt die Energiepreise stark angestiegen sind und sich damit auch die Inflationsrate wieder erhöht hat. Trotz schlechter konjunktureller Aussichten hat die EZB auf die angestiegene Inflation mit einer Leitzinserhöhung reagiert.
Was bedeutet das für Sparer und Kreditnehmer?
Die Zinsentwicklung stellt eine der bedeutsamsten volkswirtschaftlichen Variablen dar. Aus dieser Größe lassen sich nicht nur Wachstumsperspektiven für die Wirtschaft und Prognosen für die Aktien-, Renten- sowie Immobilienmärkte ableiten, sondern auch die Entwicklung der Spar- und Kreditzinsen für Verbraucher. Banken und Sparkassen orientieren sich bei der Konditionengestaltung an den EZB-Leitzinsen und reagieren auf Leitzinsveränderungen mit Zinssenkungen bzw. Zinserhöhungen.
Allerdings sind die Leitzinsen der Zentralbank nur eine Variable von vielen in der Zinskalkulation. Neben den internen Verwaltungskosten beeinflusst auch die Wettbewerbssituation das Verhalten der Banken. Wenn beispielsweise die Wettbewerber nach einer Leitzinserhöhung ihre Tagesgeldzinsen zügig anheben, muss eine Bank ebenfalls rasch nachziehen, um keine Kunden an die Konkurrenz zu verlieren. Ist die Reaktion der Wettbewerber hingegen eher träge, kann sich ein Geldinstitut mit der Zinsanpassung Zeit lassen.
Häufig ist zu beobachten, dass bei Geldanlagen Banken auf Zinssenkungen schneller reagieren als auf Zinsanhebungen. Grund dafür ist, dass bei einer verzögerten Reaktion auf Leitzinserhöhungen die Gewinnspanne der Bank steigt, weil sie sich das Geld von den Anlegern günstiger leihen kann als von der EZB.
Aktuelle Entwicklung der Kreditzinsen
Seit Mitte 2024 bewegen sich die Zinsen für Ratenkredite innerhalb eines Korridors von rund einem Prozentpunkt auf gleichbleibendem Niveau. Lohnenswert ist immer ein Kreditvergleich: So sind Kredite, die über Verivox abgeschlossen wurden, im Regelfall deutlich günstiger als der bundesweite Durchschnitt.
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"Die Zinsen für Ratenkredite sind seit dem Frühjahr zwar moderat gestiegen. Wer größere Anschaffungen oder Investitionen plant, sollte sich dennoch so zügig wie möglich um die benötigte Finanzierung kümmern. Nachdem die Leitzinsen im Juni zum ersten Mal seit fast drei Jahren wieder gestiegen sind, könnten Kredite demnächst noch etwas teurer werden. Wichtig ist ein gründlicher Anbietervergleich vor dem Abschluss. Je nach Kredithöhe und Laufzeit spart man dadurch oft über 1.000 Euro Zinskosten gegenüber einer Kreditaufnahme bei der Hausbank."
Zinsentwicklung bei Festgeld und Tagesgeld
Aktuell liegt das Top-Angebot für Festgeldanlagen mit 1-jähriger Laufzeit bei 3,52 %. Bei Tagesgeld beträgt das beste Aktionsangebot 4,25 %. Top-Tagesgeldangebote gelten jedoch normalerweise nur für Neukunden und sind befristet – am Ende des Aktionszeitraums sinkt der Zinssatz erheblich.
Für Anleger ist es daher lohnenswert zu überlegen, ob für einen Teil des Guthabens auf einem Tagesgeld- oder Sparkonto die Umschichtung auf ein Festgeldkonto in Frage kommt. Empfehlenswert sind derzeit Laufzeiten bis zu zwölf Monaten, weil sich bei längerer Bindung kaum höhere Zinsen erzielen lassen. Allerdings sollten Anleger darauf achten, dass für ungeplante größere Ausgaben eine ausreichende Geldreserve von etwa drei Monatseinkommen auf dem jederzeit verfügbaren Tagesgeldkonto verbleibt.
Aktuell liegen die Festgeldzinsen in allen Laufzeiten deutlich über dem EZB-Einlagezins. Das gab es seit Ende 2022 nicht mehr. Die Banken preisen eine weitere Leitzinserhöhung im September bereits ein. Für viele Sparerinnen und Sparer ist die aktuelle Marktlage eine gute Gelegenheit, um sich die aktuell hohen Zinsen langfristig sichern.
Datum: 02.09.2026
Top-Tagesgeldangebote im gesamten Markt (Bestandskunden)
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Bank
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Zinssatz
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Einlagensicherung
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|---|---|---|---|
| Ferratum (Multitude Bank) | 3,00% | Malta | |
| Scalable Capital Bank² | 2,60% | Deutschland / Frankreich | |
| Ascory Bank | 2,50% | Deutschland | |
| Zum Vergleich |
Stand: 01. September 2026
²Angelegte Gelder können bei unterschiedlichen Partnerbanken deponiert werden. Beim kostenfreien Tagesgeldkonto kann ein Teil in Geldmarktfonds angelegt werden.
Top-Tagesgeldangebote mit deutscher Einlagensicherung (Bestandskunden)
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Bank
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Zinssatz
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Hauptsitz
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|---|---|---|---|
| Ascory Bank | 2,50% | Hamburg | |
| Cosmos Direkt | 2,20% | Saarbrücken | |
| Gefa Bank | 2,11% | Wuppertal | |
| Zum Vergleich |
Stand: 01. September 2026
Top-Festgeldangebote (12 Mon. Laufzeit) im gesamten Markt
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Bank
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Zinssatz
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Einlagensicherung
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|---|---|---|---|
| Urbo Bankas | 3,52% | Litauen | |
| Oyak Anker Bank | 3,50% | Deutschland | |
| BluOr Bank | 3,40% | Lettland | |
| Fjord Bank | 3,40% | Litauen | |
| İşbank¹ | 3,40% | Deutschland | |
| Zum Vergleich |
Stand: 01. September 2026
¹Voraussetzung ist ein Girokonto bei der Bank.
Sparkonto
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Bauzinsentwicklung
Bei einem Immobiliendarlehen entfällt ein großer Teil der Kosten auf die zu entrichtenden Kreditzinsen. Deren Höhe hängt nicht nur von den EZB-Leitzinsen ab, sondern auch von den Marktzinsen am Anleihemarkt, wo durch Angebot und Nachfrage die Zinssätze bei mittel- und langfristiger Zinsbindung ausgehandelt werden.
Die aktuelle Zinsentwicklung ist immer wieder mit Schwankungen verbunden, so dass sich Bauzinsen kurzfristig auch entgegen dem generellen Trend entwickeln können. Für angehende Eigentümerinnen und Eigentümer können auch leichte Zinserhöhungen die Gesamtkosten stark beeinflussen. Hochgerechnet auf eine Sollzinsbindung von 10 Jahren kann ein Zinsanstieg von 0,1 Prozentpunkten das Darlehen um mehrere tausend Euro verteuern.
Wer über die Aufnahme eines Hypothekendarlehens nachdenkt, sollte sich daher bei der Planung Zeit nehmen und den Markt beobachten, um mögliche kurze Rücksetzer für einen günstigen Darlehensabschluss nutzen zu können. Eine detaillierte Darstellung finden Sie unter:
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Zinsprognose
Ob der Leitzinserhöhung im Juni 2026 weitere Anhebungen folgen, dürfte in erster Linie von der Entwicklung der Inflationsrate abhängen. Solange die konjunkturellen Aussichten eingetrübt bleiben, bleibt jedoch die Wahrscheinlichkeit stärkerer Zinsserhöhungen eher gering. Viele Experten gehen davon aus, dass in Abhängigkeit von der Inflationsentwicklung nochmals eine kleinere Zinserhöhung im Herbst 2026 folgen könnte.
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