Youporn und Co.

Videoportale wie YouPorn und Co. entsprechen dem Stil des Web 2.0 und haben dazu beigetragen, die Pornobranche grundlegend zu revolutionieren. Wer sich in der Vergangenheit pornografische Bilder oder Videos anschauen wollte, musste diese entweder illegal auf einer Sharing-Plattform herunterladen oder sich auf einer kostenpflichtigen Website anmelden. YouPorn und Co. stehen dagegen jedem Internetuser ohne Anmeldung zur Verfügung.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist YouPorn?
  3. Die rechtliche Situation
  4. Risiken
  5. Porno-Portale häufig aufgerufen
  6. Jugendliche und Pornos: Was sagen Psychologen und Pädagogen?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links

Das Wichtigste in Kürze

  • YouPorn und Co. sind Videoportale, die ähnlich wie YouTube funktionieren, das heißt, User können Videos hochladen, bewerten und kommentieren.
  • Der Gesetzgeber erlaubt die Verbreitung pornografischer Inhalte grundsätzlich, verbietet jedoch bestimmte Arten von Pornografie (Kinder-, Jugend-, Gewalt- und Tierpornografie).
  • Websites wie YouPorn und Co. sind nicht gerade für ihre hohen Sicherheitsstandards bekannt, weswegen das Risiko hoch ist, sich mit Schadprogrammen zu infizieren.

Was ist YouPorn?

YouPorn ist ein Videoportal, das seit August 2006 online ist und auf dem Prinzip von YouTube basiert. Auf der Plattform können sowohl Amateure als auch professionelle Anbieter pornografische Videos hochladen. Am Anfang funktionierte dies ohne Registrierung, mittlerweile ist jedoch ein Account notwendig. Um die gewünschten Inhalte zu finden, steht ein Suchfeld zur Verfügung. Die Innovation von YouPorn und Co. besteht im Wesentlichen darin, dass User sich Videos nicht nur anschauen, sondern diese auch bewerten und kommentieren können.

Darüber hinaus gehören zu YouPorn verschiedene Chat-Räume, Cam-Shows sowie ein Online-Dating-Service. Das Videoportal bietet seine Dienste grundsätzlich kostenlos an, User haben jedoch die Möglichkeit, ein Premium-Abo abzuschließen. In der Premium-Version wird keine Werbung eingeblendet, die Qualität der Videos ist höher und der Anbieter stellt exklusive Inhalte zur Verfügung.

Wer hat YouPorn gegründet?

Über den oder die Gründer von YouPorn ist kaum etwas bekannt. Die Registrierung der Domain youporn.com erfolgte im Dezember 2005 in Kalifornien. Da die US-amerikanischen Gesetze kein Impressum fordern beziehungsweise die Verfassung ein solches Vorgehen sogar verbietet, lässt sich in den Vereinigten Staaten eine Website problemlos anonym betreiben. Als Besitzerin des Portals galt lange Zeit die in Curaçao ansässige Midstream Media International NW. Seit 2011 betreibt das Medien- und IT-Unternehmen MindGeek (damals noch Manwin) das Videoportal. Im Portfolio des Konzerns befinden sich neben weiteren Pornoplattformen wie Pornhub und XTube auch Bezahlangebote wie Brazzers.

Die rechtliche Situation von Pornografie in Deutschland

Prinzipiell erlaubt der deutsche Gesetzgeber die Verbreitung pornografischer Inhalte. Allerdings gibt es zahlreiche Einschränkungen, die sich in Paragraf 184 Strafgesetzbuch (StGB) finden lassen. Das Gesetz verbietet zum Beispiel die Weitergabe pornografischer Inhalte an Kinder. Effektive Kontrollmechanismen wie die Alterskontrollen in Sex-Shops gibt es auf YouPorn und Co. jedoch nicht. Harte Pornografie erlaubt der Gesetzgeber ausnahmslos nicht. Dazu zählen insbesondere:

  • Kinderpornografie
  • Jugendpornografie
  • Gewaltpornografie
  • Tierpornografie

Porno-Stream auf YouPorn und Co.: Ist das legal?

Genaugenommen handelt es sich hierbei um eine rechtliche Grauzone. Da ein Computer beim Streaming lediglich eine flüchtige Kopie des Videos erstellt, liegt nach Auffassung vieler Medien-Anwälte kein Rechtsbruch vor. Anders sieht es aus, wenn Sie sich ein Video herunterladen oder eines hochladen: Beides ist illegal. Wer die pornografischen Inhalte auf YouPorn und Co. nur konsumiert, hat in der Regel also nichts zu befürchten. Es kam in der Vergangenheit zwar zu mehreren Abmahnwellen, doch bislang nicht zu einer einzigen Verurteilung.

Welche Risiken bestehen bei der Nutzung von Porno-Portalen?

Videoportale wie YouPorn und Co. geraten aufgrund von Sicherheitslücken immer wieder in die Schlagzeilen. So kam es schon öfter vor, dass Hacker E-Mail-Adressen und Passwörter oder sogar Kreditkartendaten erbeuten konnten. Laut einer Kaspersky-Studie aus dem Jahr 2018 hatten etwa 40 Prozent aller User von Porno-Portalen bereits Probleme mit Schadprogrammen. Zu den Risiken zählen unter anderem:

  • Trojaner: Als harmloses Programm getarnte Schadsoftware
  • Drive-by-Downloads: Mit schädlichen Skripten bestückte Webseiten
  • Clickjacking: Mit Malware überlagerte Webseiten
  • Tinder-Bots: Automatisierte Chat-Roboter, die an private Daten gelangen wollen
  • Ransomware: Blockierter Gerätezugang

Für gewöhnlich sammeln die Pornoseiten Daten über ihre User – selbst wenn diese inkognito surfen und zusätzlich ihre Cookies löschen. Dazu gehören beispielsweise die IP-Adresse, der Ort sowie Angaben zur sexuellen Orientierung und den sexuellen Vorlieben. Allerdings verbleiben die Daten normalerweise auf den Servern, wenn sich ein User mit seinem Profil auf der Seite eingeloggt hat. Die Anbieter nutzen die erhobenen Daten dazu, zielgruppenspezifische Werbung anzuzeigen, für Empfehlungen und für die Optimierung ihrer Inhalte.

Porno-Portale zählen zu den am häufigsten aufgerufen Websites

Das Unternehmen Alexa Internet ist eine Tochterfirma des Online-Giganten Amazon, das Daten über die Anzahl der Seitenaufrufe von Webseiten sammelt. Auch heute noch schaffen es Porno-Portale in die Top 50 der meistbesuchten Seiten. Für eine Platzierung unter den ersten zehn reicht es dagegen nicht mehr. Auf den vorderen Plätzen befinden sich inzwischen neben Google und YouTube eine zunehmende Anzahl chinesischer Websites wie die Suchmaschine Baidu oder der Messenger-Dienst QQ.

Jugendliche und Pornos: Was sagen Psychologen und Pädagogen?

Die meisten Menschen kommen im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal mit Pornos in Berührung. Ob der Konsum pornografischer Videos Auswirkungen hat und wie diese gegebenenfalls aussehen, ist noch immer Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Manche Forscher sind der Ansicht, dass pornografische Inhalte gewissermaßen die Sexualaufklärung des 21. Jahrhunderts darstellen. Es lassen sich jedoch auch Studien finden, wonach Pornos die Empathie- und Bindungsfähigkeit negativ beeinflussen und zu einer zunehmenden Toleranz gegenüber sexueller Gewalt führen.