Glasfaserkabel

Glasfaserkabel können Highspeed-Surfen im Internet ermöglichen, Telefonate und Fernsehprogramme übertragen und bilden das Rückgrat der modernen Kommunikationsnetze. Die Datenübertragung vollzieht sich hierbei, anders als bei früheren Technologien, mittels Licht. Was es mit dem Glasfaserkabel auf sich hat, wie es funktioniert und welche Vorteile das Übertragungsmedium der Zukunft bringt, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Glasfaserkabel besteht aus einer Bündelung vieler Lichtwellenleiter (LWL).
  • Der große Vorteil der Glasfaserkabel liegt in der entfernungsunabhängigen Geschwindigkeit der Datenübermittlung.
  • Mittlerweile existieren mehrere Zugangstechniken, die sich auf Glasfaserkabel stützen. Vor allem VDSL, Vectoring und FTTH (Fiber to the Home) stehen hierbei vermehrt im Fokus.

Die Datenübertragung mit Glasfaserkabel einfach erklärt

Ein Glasfaserkabel besteht aus einer Bündelung vieler Lichtwellenleiter (LWL). Diese realisieren eine Datenübertragung mit Licht, was bedeutet, dass anders als bei Kupferkabeln nicht Elektronen für den Datentransfer verantwortlich sind, sondern Photonen. Ein entsprechender Wandler wandelt die elektrischen Signale, beispielsweise eines Telefonats, in digitale Signale um. Diese können in Form von „Lichtblitzen“ – ähnlich eines Morsecodes – im Kabel übermittelt werden. Dass diese Lichtsignale im Glasfaserkabel bleiben und dieses nicht verlassen, liegt an einem physikalischen Phänomen, der sogenannten totalen Reflexion. Beim Beispiel des Telefonats würde sich am anderen Ende der Glasfaser wiederum ein Wandler befinden, der die Lichtsignale empfängt und seinerseits umwandelt, sodass am Ende Schallwellen entstehen.

Geschwindigkeit hat ihren Preis

Der große Vorteil der Glasfaserkabel liegt in der entfernungsunabhängigen Geschwindigkeit der Datenübermittlung. Selbst über größte Distanzen ist kein nennenswerter Geschwindigkeitsverlust zu verzeichnen, wobei selbst für die Zukunft dank der immensen Bandbreite von rund 60 THz noch Spielraum nach oben ist. Kaum verwunderlich also, dass Glasfaserkabel als Übertragungsmedium der Zukunft gelten und seit Jahren der Glasfaserausbau politisch wie praktisch thematisiert und umgesetzt wird. Neben der Geschwindigkeit punkten Glasfaserkabel auch damit, dass sie unabhängig von elektromagnetischen Störeinflüssen sind, keinen Widerstand überwinden müssen und dank der unterschiedlichen Wellenlängen im Farbspektrum unbegrenzt erweiterbar sind.

Problematisch hingegen gestaltet sich der Glasfaserausbau, denn die Glasfaser und die verbaute Technologie sind entsprechend teuer. Rund 2400 Euro kostet es durchschnittlich, einen einzelnen Haushalt an das Glasfasernetz anzuschließen.

Welche Geschwindigkeiten kann man mit Glasfaser erreichen?

Da sich die Forschung in den letzten Jahren verstärkt der Frage gewidmet hat, wie man Daten schneller übermitteln kann, werden Rekorde diesbezüglich immer wieder gebrochen. Zuletzt gelang es britischen Forschern, mit einem Glasfaserkabel 73,7 Terabit pro Sekunde zu übertragen. Auch wenn dieses Ergebnis unter Forschungsbedingungen erreicht wurde und für den heutigen Internetzugang nur wenig Bedeutung hat, zeigt es trotzdem das enorme Potenzial der Glasfaser. Als realistische Größe dürften für den heimischen Internetzugang mittels Glasfaserkabel rund 200 Mbit/s gelten.

Glasfaserkabel auch für das Heimnetzwerk von Bedeutung

Mittlerweile existieren mehrere Zugangstechniken, die sich auf Glasfaserkabel stützen. Vor allem VDSL, Vectoring und FTTH (Fiber to the Home) stehen hierbei vermehrt im Fokus. Diese bieten einen Datentransfer mit Lichtgeschwindigkeit, wobei nur bei FTTH Glasfaserkabel auf der ganzen Strecke, von Anbieter bis Heimnetzwerk, verlegt wird. Doch auch die Verkabelung innerhalb der eigenen vier Wände könnte zunehmend von Glasfaserkabeln dominiert werden, da der Datenkonsum der privaten Haushalte weiterhin rasant ansteigt und die Kabel im Heimnetzwerk zum Flaschenhals werden könnten. Wer für Anwendungen wie 3D-Filme und Auflösungen in 4k-Qualität nicht nur mittelfristig vorsorgen möchte, sollte bei der Planung der Kabellegung auch das Glasfaserkabel als sinnvolle Alternative berücksichtigen.