Internettelefonie

Als Internettelefonie wird die sogenannte IP-Telefonie bezeichnet. Die Technik dahinter nennt sich Voice over IP (VoIP). Bei der Internettelefonie ist mindestens ein Teilnehmer nicht über das Telefonnetz, sondern über das Internet mit dem Gesprächspartner verbunden. Internettelefonie kann am PC, mit einem speziellen IP-Telefon oder über einen VoIP-Adapter für normale Telefone stattfinden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grundlagen der Internettelefonie wurden bereits in den 1970er und 80er Jahren geschaffen.
  • Die meisten DSL-Anbieter, wie die Telekom oder 1&1, haben ihre analogen Anschlüsse inzwischen auf IP-Anschlüsse umgestellt.
  • Ein Großteil der Haushalte in Deutschland nutzt bereits Internettelefonie über den DSL-Anschluss oder das Kabel-TV-Netz.

Günstige Gespräche, schlechte Qualität?

Die Grundlagen der Internettelefonie wurden bereits in den 1970er und 80er Jahren geschaffen. Aufgrund der geringen Datenübertragungsrate war die Sprachqualität jedoch zunächst nicht ausreichend. Einen Durchbruch erlebte die Internettelefonie ab 2004. In diesem Jahr kam die Software Skype auf den Markt, die heute zur beliebtesten Software für Internettelefonie am PC zählt. Zudem waren die meisten Haushalte zu diesem Zeitpunkt bereits mit einer DSL-Verbindung versorgt, die eine gute Sprachqualität garantierte.

Bei VoIP wird das gesprochene Wort in Daten umgewandelt, die in kleinen Paketen über das Netzwerk verschickt werden. Der Computer oder das IP-Telefon des Empfängers sammelt die Pakete und setzt sie wieder in Sprache um. Ist die Verbindung zu langsam, können die Pakete mit großer Zeitverzögerung ankommen oder ganz verloren gehen – dann kommt es zu Unterbrechungen und Verzögerungen in der Sprachverbindung.

Die meisten DSL-Anbieter, wie die Telekom oder 1&1, haben ihre analogen Anschlüsse inzwischen auf IP-Anschlüsse umgestellt und bieten verschiedene Komplettpakete für Internet und IP-Telefonie an – meist inklusive einer Flatrate für das deutsche Festnetz.

IP-Telefonie über PCs und Telefon

Die einfachste Variante der Internettelefonie ist das Telefonieren über den PC. Ein Telefonprogramm und ein Headset aus Kopfhörer und Mikrofon machen den Computer zu einem sogenannten Softphone. Die meisten Laptops sind heute zudem mit einer Webcam und Mikrofon ausgestattet.

Komfortabler als über den PC funktionieren die Gespräche allerdings nach wie vor über das Telefon. Auch ältere Telefongeräte können bei IP-Anschlüssen problemlose weitergenutzt werden. Sie werden anstatt an die Telefonbuchse direkt an den WLAN-Router angeschlossen.

Die meisten Haushalte nutzen Internettelefonie

Ein Großteil der Haushalte in Deutschland nutzt bereits Internettelefonie über den DSL-Anschluss oder das Kabel-TV-Netz. Die Übertragungsraten sind heutzutage so hoch, dass die Sprachqualität nicht mehr von herkömmlichen Telefonaten unterschieden werden kann. Durch IP-Telefone mit HD Voice-Funktion kann die Sprachqualität sogar verbessert werden. Ein DSL-Anschluss mit einer konstanten Upstreamrate von 120 kbit/s ist für die Sprachübertragung ausreichend.

Zudem sparen Telefonkunden Kosten bei direkter Internettelefonie, wie beispielsweise über Skype, denn bei Gesprächen zwischen zwei IP-Telefonie-Teilnehmern fallen keine Gebühren an – auch, wenn der Gesprächspartner im Ausland ist. Mit einem IP-Telefon oder einem Computer mit entsprechender VoIP-Software können auch Teilnehmer im herkömmlichen Fest- oder Mobilfunknetz angerufen werden. Hierfür werden jedoch wieder Gebühren beim jeweiligen Anbieter fällig.

Internettelefonie mit dem Smartphone

Internettelefonie ist auch per Smartphone-App möglich. Kunden sollten sich jedoch vorher darüber informieren, welche Mobilfunkanbieter VoIP in ihrem Netz zulassen. Außerdem sollten die Übertragungsraten im Mobilfunknetz im Auge behalten werden, damit es nicht zu Qualitätseinbußen oder gar einem Verbindungsabbruch kommt.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, VoIP mit dem Smartphone in einem WLAN-Netz zu nutzen. Wer sich zu Hause oder unterwegs in ein WLAN einloggt, kann mit Internettelefonie-Apps wie Skype theoretisch kostenlos mit anderen Nutzern sprechen. Bei zu viel Useraktivität im WLAN kann jedoch die Gesprächsqualität leiden, da die Upstreamrate unter allen Usern aufgeteilt wird. Außerdem fressen die VoIP-Apps sehr viel Strom – Nutzer sollten also den Akku ihres Smartphones im Blick haben.