Jedes Zimmer verfügt über mindestens eine Steckdose – warum diese nicht dank dLAN als Internetzugang nutzen? Was wenigen bekannt ist, nennt sich Powerline und klingt absolut vielversprechend für all diejenigen, die in ihrem Heimnetzwerk mit Problemen beim Internet-Zugang zu kämpfen haben. Sei es das nur noch schwach ankommende WLAN-Signal oder das Verlegen von LAN-Kabeln – Powerline umgeht diese Problemstellen und liefert dank dLAN Internet über das hausinterne Stromnetz. Doch was sich in der Theorie verlockend anhört, stellt sich in der Praxis leider als nicht ganz so einfach heraus. Trotzdem kann Powerline dank hoher Durchsatzraten und guter Verfügbarkeit für zahlreiche Verbraucher eine echte Alternative zum klassischen DSL und Kabel-Internet sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Powerline wird eine Datenübertragungstechnik bezeichnet, die das bestehende Stromnetz des Haushalts nutzt.
  • In der Realität gilt auch bei Powerline einmal mehr: Brutto ist nicht gleich Netto!
  • Wie in jedem Netzwerk sollte auch bei Powerline verstärkt auf die Sicherheit und auf einen geeigneten Passwortschutz geachtet werden.

Was ist Powerline?

Als Powerline wird eine Datenübertragungstechnik bezeichnet, die das bestehende Stromnetz des Haushalts nutzt. Da der Zugriff mithilfe spezieller Powerline-Adapter über die Steckdose erfolgt, ist eine großangelegte Ausstattung des Hauses mit LAN-Kabeln oder die Verwendung von Funksignalen wie beim WLAN-Router nicht mehr nötig. Damit ist Powerline eine ernsthaft zu prüfende Alternative für Verbraucher, die mit dicken Wänden und Decken und damit einhergehenden Signalverlust beim üblichen WLAN-Funk zu kämpfen haben. Aufgrund von teilweise erheblich schwankender Datenübertragungsrate und starker Konkurrenz auf dem Markt der Internet-Zugänge hat sich Powerline allerdings noch nicht durchgesetzt.

So funktioniert Powerline

Den Ausgangspunkt bildet besagter Powerline-Adapter. Dieser realisiert eine Trägerfrequenzanlage, die Übertragungswege mehrfach ausnutzt und zusätzliche Trägerfrequenzen auf die im Haushalt verlegte Stromleitung moduliert. Um nun Zugriff auf die im Kabel übermittelten Signale zu erhalten, benötigt man einen zusätzlichen Powerline-Adapter, der Signale empfängt und das Signal wieder demoduliert. Von hier wird mit einer LAN-Schnittstelle das Powerline-Internetsignal an jeder beliebigen Steckdose des Schaltkreises an Endgeräte übertragen. Damit liefert die Steckdose nun nicht mehr nur Energie, sondern dank Powerline auch Daten, deren Übertragungsrate auch bei Powerline in Mbit/s gemessen werden. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) entwickelte mit G.hn einen eigenen Standard, der eine Datenübertragungsrate von bis zu 1 Gbit/s (1000 Mbit/s) erreichte.

Schwankende Geschwindigkeit bei Powerline

In der Realität gilt auch bei Powerline einmal mehr: Brutto ist nicht gleich Netto! Von der theoretisch erreichbaren Übertragungsrate wird zumeist nur ein Bruchteil tatsächlich erreicht. Hierbei verhält es sich bei Powerline wie auch bei der Konkurrenz VDSL und Vectoring: Ist der nächste Knotenpunkt – bei Powerline der entsprechende Stromzähler – etwas weiter entfernt, kommt es zu heftigen Einbußen bei Internet-Speed und Leitungsstabilität. Da Powerline, wie schon beschrieben, das Stromnetz des Haushaltes nutzt, können zugeschaltete Geräte die Leistung teilweise sehr deutlich beeinträchtigen. So kann von der LED-Leuchte der Stromleiste bis zum eingeschalteten Staubsauger jedes strombetriebene Haushaltsgerät für Schwankungen der Powerline-Übertragungsrate sorgen und den Spaß am Surfen im wahrsten Sinne dämpfen.

Wie in jedem Netzwerk sollte auch bei Powerline verstärkt auf die Sicherheit und auf einen geeigneten Passwortschutz geachtet werden. Gerade bei nicht abgeschirmten Kabeln können Probleme und Sicherheitslücken auftreten.

Powerline als sinnvolle Alternative

Ungeachtet der Schwierigkeiten, mit denen die Powerline-Technologie zu kämpfen hat, handelt es sich um eine interessante Alternative zu herkömmlichen Zugangstechniken. Dies erkennen zunehmend mehr Verbraucher und beziehen Powerline in den engeren Kreis der Zugangsmöglichkeiten mit ein. Einmal eingerichtet, bietet Powerline innerhalb des Schaltkreises nahezu grenzenlose Freiheiten, umgeht dank bestehender Haustechnik Problemstellen der Konkurrenz und stellt sich auch im Bereich der Powerline-Adapter breit auf. Von AVM Fritz bis hin zu Devolo bieten eine Reihe von Herstellern Powerline-Adapter für Internet aus der Steckdose an.