Bereits 1999 startete der Mobilfunkanbieter O2 (ehemals Viag Interkom) einen neuartigen Tarif, der sowohl eine Mobilfunknummer als auch eine Festnetznummer enthält, die als „Homezone“ bezeichnet wird. Direkt zum Mobilfunkvertrag erhält der Kunde zusätzlich eine Festnetznummer, die über dieselbe SIM-Karte funktioniert. Neben O2 haben inzwischen auch T-Mobile, Vodafone und die E-Plus-Tochter BASE ähnliche Tarif-Optionen in ihr Angebot aufgenommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Homezone kann man dem Netzbetreiber ebenso gut den Arbeitsplatz, das Sommerhaus oder das Brandenburger Tor nennen.
  • Befindet man sich mit seinem Mobiltelefon in dem genannten Radius, telefoniert man zu günstigeren Festnetzpreisen und ist auch über eine Festnetznummer erreichbar.

Was versteht man unter einer Homezone?

Die Festnetznummer wird immer dann aktiv, wenn man sich innerhalb eines Umkreises von 500 Metern bis zu 2 Kilometern um eine bestimmte Adresse bewegt. Dieser Bereich wird als Homezone bezeichnet. Dabei muss es sich nicht um die amtlich gemeldete Adresse handeln. Als Homezone kann man dem Netzbetreiber ebenso gut den Arbeitsplatz, das Sommerhaus oder das Brandenburger Tor nennen. Die Homezone kann also für jede beliebige Anschrift eingerichtet werden, die im jeweiligen Stadtplan auffindbar ist. Selbstverständlich kann man die Homezone-Adresse auch nachträglich ändern lassen, jedoch ist eine Ummeldung während der Vertragslaufzeit kostenpflichtig.

Wie funktioniert das Tarifkonzept?

Das Tarifkonzept mit zwei Rufnummern ist denkbar einfach. Befindet man sich mit seinem Mobiltelefon in dem genannten Radius, telefoniert man zu günstigeren Festnetzpreisen und ist auch über eine Festnetznummer erreichbar. Anrufe zu Mobilfunknummern können von der Homezone aus jedoch nur zu Festnetzpreisen geführt werden, die in der Regel teurer sind. Ein manuelles Umschalten von Handy auf Festnetz ist nicht möglich. Bewegt man sich aus der Homezone heraus, so verschwindet das Häuschen-Symbol aus dem Display des Mobiltelefons. Ab diesem Zeitpunkt fallen Gebühren für Handygespräche an. Anbieter ohne entsprechendes Symbol kündigen den Standort bei abgehenden Anrufen durch einen Ton vor dem Verbindungsaufbau an. In beiden Fällen weiß der Kunde also immer, zu welchen Konditionen das Telefonat geführt wird.

Wird man in Abwesenheit in der „Homezone“ auf der eigenen Festnetznummer angerufen, so hat man mehrere Möglichkeiten: Gegen Aufpreis kann man eine Rufumleitung auf die dazugehörige Handynummer aktivieren lassen. In diesem Fall zahlt der Anrufer nur die anfallenden Gebühren zu der gewählten Festnetznummer. Alternativ bietet der Anbieter auch eine Bandansage an, die den Anrufer über die Abwesenheit informiert. Zuletzt besteht noch die Möglichkeit, den netzinternen Anrufbeantworter zu nutzen.

Tipp: Homezone als Alternative zum Festnetzanschluss

Da es inzwischen auch DSL-Anschlüsse ohne Telefonanschluss gibt, stellen die Tarife mit Homezone eine Alternative zum eigentlichen Telefonanschluss dar. Wer ohne Festnetztelefon auskommt, kann auf das Jahr hochgerechnet durch den Verzicht auf einen Festnetzanschluss einiges an Geld sparen.