Geodienste bzw. Geodatendienste sind Webdienste, die geographische Informationen zugänglich machen. Dies geschieht beispielsweise in Form von Kartenmaterial wie bei Google Street View oder als Funkpeilung bei Mobilfunkunternehmen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Ich bin hier! Wo bist du?
  3. Werbebranche leckt sich die Finger nach Geodaten
  4. Geodienste können mehr verraten als gewollt
  5. Selbstverpflichtung zu Geodaten
  6. Kritik an Selbstverpflichtung
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt DSL-Angebote vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Per GPS (Global Positioning System) steht das Smartphone im permanenten Kontakt zu GPS-Satelliten und teilt so den Aufenthaltsort mit.
  • Geodienste können mehr verraten als gewollt.
  • Das "Rote-Linie-Gesetz" sollte ungewollte Veröffentlichungen von Persönlichkeitsprofilen im Internet schützten.

Ich bin hier! Wo bist du?

Immer mehr Menschen haben heutzutage ein Smartphone. Diese intelligenten Handys sind ständig vernetzt: Per GPS (Global Positioning System) steht das Smartphone im permanenten Kontakt zu GPS-Satelliten und teilt so den Aufenthaltsort mit. Durch diese Vernetzung sind inzwischen zahlreiche neue Geschäftsmodelle entstanden, die teils mit GPS realisiert werden. Diese sogenannten lokalen Dienste ermöglichen es beispielsweise, sich die nächste U-Bahn-Station anzeigen zu lassen sowie den Weg dorthin. Aber auch anhand von Fotos der Umgebung kann man den Standort auf einer Karte bestimmen lassen. Via Facebook kann man seinen jeweiligen Aufenthaltsort Freunden mitteilen und nachsehen, wer vielleicht gerade in der Nähe ist.

Werbebranche leckt sich die Finger nach Geodaten

Die Möglichkeiten, die Geodienste eröffnen, sind nicht nur für den Smartphone-Nutzer interessant, sondern auch für die Werbebranche. Denn durch die Verknüpfung des Aufenthaltsorts mit anderen Daten des Nutzers, wie beispielsweise Suchbegriffen bei Google oder zuvor besuchten Webseiten, können zielgenau Werbebotschaften gesendet werden.

Geodienste können mehr verraten als gewollt

Auch wenn Geodienste viele Vorteile mit sich bringen, können sie hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz problematisch werden. Ein Beispiel: Man schießt ein Handy-Foto im Garten, lädt es ins Internet hoch - und plötzlich weiß jeder, wo man wohnt. Wer seine Daten, wie beispielsweise die Adresse, nicht im Internet wiederfinden will, der sollte unbedingt die ortsbezogenen Dienste bei seinem Smartphone prinzipiell ausschalten und nur bei Bedarf anschalten. Generell sollte man schon vor der Installation einer Foto-App darauf achten, ob sie auf Standort-Informationen zugreift, und selbstverständlich sollte man nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen.

Selbstverpflichtung zu Geodaten

Als Google seinen Straßenbilder-Dienst Street View 2010 startete und weltweit Straßenzüge fotografierte, um mit den Bildern eine gigantische Straßenkarte im Internet anzubieten, hagelte es Kritik von Datenschützern. Viele Menschen wollten nicht ihr Haus im Internet wiederfinden, fürchteten Einbrüche und sahen ihre Privatsphäre verletzt.

Um den Datenschutz der Nutzer zu wahren, ist die Internetwirtschaft daraufhin eine Selbstverpflichtung eingegangen. Bei einer zentralen Anlaufstelle sollen Beschwerden sowie Widerspruch gegen solche Abbildungen eingeleitet werden: Beantragen kann man etwa, dass in Straßenfotodiensten Hausfassaden, Menschen oder Autos unkenntlich gemacht werden.

Kritik an Selbstverpflichtung

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert, dass die im Dezember 2010 eingegangene Selbstverpflichtung für Geodatendienste nicht vollumfänglich umgesetzt worden sei. Bis zum März 2012 hätte demnach ein zentrales Internetportal für Informationen und Widersprüche für Geodienste in Betrieb genommen werden müssen, doch existiere dieses Portal bislang nicht im geforderten Umfang. Fehlen würde auch das vom damaligen Bundesinnenminister de Maizière in Aussicht gestellte "Rote-Linien-Gesetz", mit dem die Bundesbürger vor der ungewollten Veröffentlichung von Persönlichkeitsprofilen im Internet geschützt werden sollten.

Der Branchenverband Bitkom widersprach prombt und verwies auf die Internetseite "geodatendienstekodex.de", bei der man sich darüber informieren kann, ob es Bilder von einem Haus oder einer Wohnung in Online-Bilderdiensten gebe. Außerdem werde hier erklärt, wie man gegen eine Darstellung von Häuser und Wohnungen Widerspruch einlegen könne. Der Aufbau des Portals habe zwar länger gedauert als geplant, aber inzwischen sei man dem Versprechen nachgekommen. Die Suchfunktion bezieht sich bisher allerdings nur auf den Dienst Street View von Google und nicht auf Angebote von anderen Anbietern.

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