E-Book-Reader

Die Hauptgründe für viele Leser, auf E-Book-Reader umzusteigen, sind vermutlich die Platzersparnis im heimischen Bücherregal sowie das geringe Gewicht der Geräte: Denn mit einem E-Book-Reader kann man Hunderte digitaler Bücher problemlos mit sich herumtragen. Anders als Smartphones oder Tablets – auf denen Sie ebenfalls E-Books lesen können – bieten E-Reader aufgrund ihres speziellen Displays ein ganz besonderes Lesevergnügen: Der Monitor erscheint beim Lesen optisch fast wie ein auf echtes Papier gedruckter Text. Außerdem kann der Verbraucher die Schriftgröße und häufig auch die Schriftart selbst einstellen und so beispielsweise trotz Sehschwäche ohne Brille lesen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Lesegerät für E-Books (elektronische Bücher).
  • Die Besonderheit ist das Display, welches ein Lesegefühl wie auf echtem Papier ermöglicht.
  • Käufer müssen die verschiedenen Formate der unterschiedlichen Anbieter beachten.

Das Herzstück eines E-Readers: Das Display

E-Book-Reader verfügen über ein E-Ink-Display, funktioniert also mit sogenannter elektronischer Tinte. Diese sorgt dafür, dass der Text wie auf Papier gedruckt erscheint. Sie ist auch der Grund dafür, dass E-Reader meist ausschließlich Graustufen darstellen können. So funktioniert E-Ink:

  • Eine Vielzahl kleiner Kugeln schwebt in einer durchsichtigen Flüssigkeit. Diese sind entweder schwarz oder weiß gefärbt sowie positiv oder negativ geladen.
  • Beim „Umblättern“ wird ein Spannungsfeld erzeugt und es liegen entweder die weißen oder schwarzen Kugeln oben und stellen so die Schrift dar.

Wie kommt das E-Book auf den E-Reader?

Da E-Books nur in digitaler Form existieren, müssen Sie sie zunächst im Internet erwerben und herunterladen. Interessierte können das am Computer erledigen und die E-Book-Datei anschließend, zum Beispiel über ein Kabel, auf den E-Book-Reader übertragen. Manche E-Reader sind auch selbst internetfähig – oft aber nur über WLAN.

Sind E-Books günstiger als gedruckte Bücher?

Der Durchschnittspreis von E-Books liegt deutlich unter dem gedruckter Bücher. Aufgrund der Buchpreisbindung kosten Neuerscheinungen zwar in der Regel gleich oder ähnlich viel. Viele komplett kostenlose E-Books senken den Durchschnittspreis allerdings. Denn vor allem viele Klassiker gibt es umsonst, da nach 70 Jahren das Urheberrecht erlischt. Zudem veröffentlichen viele noch unbekannte Autoren ihre Werke verlagsunabhängig und bieten diese E-Books ebenfalls entweder kostenlos oder für einen sehr günstigen Preis an, um Leser auf sich aufmerksam zu machen.

Die Formate von E-Books

Leider haben nicht alle E-Books das gleiche Format und sind nicht auf jedem Reader lesbar. Dies sind die geläufigsten Formate:

  • Das Standardformat ist EPUB. Die meisten E-Book-Reader verwenden dieses Format.
  • Amazon nutzt ein eigenes Format: .AZW beziehungsweise .AZW3.
  • Weitere Formate sind unter anderem .MOBI, KF8 und .PRC. Allerdings sind diese entweder veraltet oder weniger stark verbreitet.
  • Viele E-Reader können auch PDFs anzeigen. Allerdings passt sich der Text nicht wie bei einem E-Book an die Lesegeräte an, da eine PDF stets ein festes Layout hat.

Grundsätzlich ist es möglich, E-Books im EPUB-Format mit speziellen Programmen (zum Beispiel dem kostenlosen „Calibre“) in das AZW-Format umzuwandeln. Allerdings ist dies nur bei E-Books ohne Kopierschutz rechtlich unbedenklich.

Der Kopierschutz von E-Books

Neben den Formaten unterscheidet sich auch der Kopierschutz. Fast alle E-Books und E-Reader, die das EPUB-Format verwenden, nutzen den Kopierschutz von Adobe DRM (Digital Rights Management). Ist das bei Ihren eigenen E-Books der Fall, müssen Sie ein Adobe-Konto anlegen, um die gekauften E-Books mit Ihrer Adobe ID nutzen zu können. Das ist kostenlos und schlicht ein notwendiger Schritt beim Einrichten des E-Readers.

Amazon hat für seine E-Books einen eigenen Kopierschutz. Da dieser von Amazon selbst stammt, ist lediglich ein Amazon-Konto notwendig, um die E-Books lesen zu können.

Kindle oder Tolino: Zwei E-Reader-Welten

Diese unterschiedlichen Formate und damit einhergehende Beschränkungen müssen Interessierte beim Kauf eines E-Readers bedenken. Denn wer einen Kindle-Reader kauft, der kann nur bei Amazon passende E-Books erwerben. Die zweite große E-Reader-Marke ist Tolino, von der sogenannten „Tolino-Allianz“ (bestehend unter anderem aus Hugendubel, Thalia, Weltbild und Rakuten). Sowohl die Tolino-Geräte als auch weitere E-Book-Reader (wie von Kobo oder Sony) verwenden einheitlich das EPUB -Format. Wer zu einem späteren Zeitpunkt also zwischen einem Kindle und einem E-Book Reader einer anderen Marke wechseln möchte, der kann seine E-Books nicht einfach auf das neue Gerät mitnehmen.

Was spricht für Kindle?

Die Anzahl der von noch unbekannten Autoren selbst publizierten E-Books ist bei Amazon sehr groß – und damit auch die Auswahl an besonders günstigen Büchern.

Amazon bietet eine E-Book-Flatrate an: Für einen monatlichen Festpreis können Nutzer so viele Bücher lesen, wie sie wollen.

Was spricht für Tolino und Co.?

Dank des freien Formats sind Sie beim Kauf von E-Books nicht an einen bestimmten Shop gebunden. Auch ein späterer Wechsel der E-Reader-Marke ist kein Problem.

Die Onleihe (digitale Ausleihplattform) der öffentlichen Bibliotheken verlangt die Kompatibilität mit dem EPUB-Format sowie dem Kopierschutz DRM von Adobe und ist darum mit einem Kindle nicht möglich. Notwendig zur Nutzung ist ein Bibliotheksausweis bei einer öffentlichen Bibliothek. Preislich liegt die Onleihe in der Regel deutlich unter einer E-Book-Flatrate.

Welcher E-Book-Reader ist der richtige für mich?

Vor dem Kauf eines E-Readers müssen potenzielle Käufer gut vergleichen und das System der unterschiedlichen Formate und den Kopierschutz beachten. Darüber hinaus gibt es sowohl bei Amazon als auch der Tolino-Allianz und anderen E-Reader-Anbietern für jeden etwas – von günstigen und einfachen E-Readern bis hin zu kostenintensiven Geräten mit vielfältigen Optionen und Ausstattungsmerkmalen. Technisch unterscheiden sich die Geräte der großen Marken Kindle und Tolino meist nur noch gering.