Augmented Reality

Stellen Sie sich vor: Sie setzen sich eine Brille auf die Nase und schauen sich in ihrer Umgebung um. Sie sehen, welche Speisen das Restaurant auf der anderen Straßenseite heute anbietet, dass die Wohnung zwei Stockwerke darüber zu verkaufen ist und lesen den Busfahrplan von der Haltestelle an der Kreuzung. Sie sehen, dass sich einer Ihrer Freunde gerade in der Bibliothek zwei Straßen weiter aufhält und checken, ohne auf Ihr Smartphone zu schauen, Ihre E-Mails. Was nach Science Fiction klingt, ist heute schon Realität – oder besser: erweiterte Realität. Das beschriebene Szenario verdeutlicht, was hinter dem Begriff „Augmented Reality“ (abgekürzt mit AR) steckt: Die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gerätekamera fängt Bilder aus der Umgebung ein.
  • Bei Fußball-Übertragungen wird die erweiterte Realität schon heute genutzt.
  • Aktuell reichen verfügbare Akkus noch nicht genug aus.

Das Grundprinzip von Augmented Reality

Die Gerätekamera fängt Bilder aus der Umgebung ein. Auf dem Display werden zusätzliche Informationen eingeblendet, etwa ein Wikipedia-Artikel zu einer Sehenswürdigkeit. Diesen findet das Gerät, indem es mit GPS-Sensor und Kompass Standort und Blickrichtung ermittelt und über die Geoinformationen des Online-Lexikons feststellt, was dort zu sehen ist. Andere Apps setzen auf die Bilderkennung.Prinzipiell könnten alle menschlichen Sinne damit angesprochen werden, doch stützen sich derzeit die meisten Entwicklungen, wie etwa künftig Googles Datenbrille, auf die bildliche Darstellung von zusätzlichen Informationen: Mit Hilfe von Bildern oder Videos werden Zusatzinformationen aus dem Internet bereitgestellt, die unsere natürliche optische Wahrnehmung ergänzen.

Augmented Reality wird schon heute genutzt

Doch ganz neu ist die Idee nicht: Bei Fußball-Übertragungen wird die erweiterte Realität schon heute genutzt, zum Beispiel über das Einblenden von Entfernungen bei Freistößen mit Hilfe eines Kreises oder einer Linie. Auch wenn Museumsbesucher über einen Audio-Guide Zusatzinformationen über ein Ausstellungsobjekt bekommen, handelt es sich um Augmented Reality.

Doch durch Smartphones und Tablets bekommt Augmented Reality einen neuen Schub: Offline- und Onlineinformationen werden enger miteinander verknüpft. All das im Internet gesammelte Wissen steht uns in Alltagssituationen zur Verfügung, wenn wir es benötigen, wie dieses Beispiel zeigt: Wenn jemand ein T-Shirt kauft, kann er sich über das Etikett per Smartphone direkt zusätzliche Produktinformationen online über das Hemd anzeigen lassen.

Herausforderung: Abläufe in Echtzeit umsetzen

Bevor Augmented Reality in unseren Alltag kommt, sind jedoch noch einige Herausforderungen zu meistern. Zum einen reichen derzeit verfügbare Akkus noch nicht aus, um Augmented-Reality-Systeme längere Zeit mit elektrischer Energie zu versorgen. Daneben zählen auch die Sensoren, die Visualisierung und die Verfügbarkeit von Daten zu weiteren Herausforderungen. All diese Probleme erschweren es bislang, Abläufe in Echtzeit flüssig umzusetzen. Bis Google, Apple und die restlichen Technikgrößen Augmented Reality in unseren Alltag bringen, wird also noch einige Zeit vergehen.