Mit einer Bauvoranfrage können Bauherren prüfen lassen, ob sie ein Bauvorhaben nach ihren Vorstellungen umsetzen dürfen. Sinnvoll ist dies vor allem dann, wenn für das Grundstück kein Bebauungsplan vorliegt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Bauvoranfrage?
  3. Wann ist eine Bauvoranfrage sinnvoll?
  4. Ablauf
  5. Was passiert bei nachträglichen Änderungen?
  6. Unterschiede zwischen Bauvoranfrage und Bauantrag
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Mithilfe einer Bauvoranfrage können Sie klären, ob Sie für ein geplantes Bau- oder Umbauvorhaben eine spätere Baugenehmigung erhalten können.
  • Sinnvoll ist eine Bauvoranfrage vor allem dann, wenn sich das Grundstück in einem Gebiet befindet, für das es keinen Bebauungsplan gibt.
  • Je nach Bundesland kann sich der Verfahrensablauf unterscheiden. Zuständig ist immer die Baubehörde.
  • Die Kosten für die Bauvoranfrage sind weitaus niedriger als für einen Bauantrag. Dies gilt auch beim Architektenhonorar, da Sie für die Voranfrage noch keine detaillierten Pläne einreichen müssen.

Was ist eine Bauvoranfrage?

Die Bauvoranfrage ist die Vorstufe des Bauantrags. Sie ist nicht vorgeschrieben, kann aber sinnvoll sein, um vor der eigentlichen Antragstellung wichtige baurechtliche Fragen zu klären. So können Sie als Bauherr im Rahmen einer Bauvoranfrage unter anderem ermitteln

  • ob Sie auf dem betreffenden Grundstück überhaupt ein Gebäude errichten dürfen,
  • ob die von Ihnen vorgesehenen Flächen- und Höhenmaße genehmigungsfähig sind,
  • welche Dachformen in Frage kommen oder
  • ob bei bestehenden Gebäuden bauliche Veränderungen wie Aufstockung, Anbau oder der Bau von Dachgauben möglich sind.

Wann ist eine Bauvoranfrage sinnvoll?

Liegt das Grundstück in einem Gebiet, für das ein Bebauungsplan gilt, können Sie darin die wichtigsten Rahmenbedingungen finden. Dann benötigen Sie im Regelfall keine Bauvoranfrage, denn so lange Ihr Bauantrag die Vorschriften des Bebauungsplans einhält, können Sie von einer Genehmigung ausgehen.

Anders hingegen in Gebieten ohne Bebauungsplan: Hier hilft Ihnen die Bauvoranfrage, bei der Planung die Kostenrisiken zu senken. Weil Sie noch keine detaillierten Pläne einreichen müssen und im Regelfall keinen Architekten benötigen, können Sie mit geringem Kostenaufwand prüfen lassen, ob Ihr Vorhaben genehmigt werden kann. Erhalten Sie einen positiven Bauvorbescheid, können Sie auf dieser Basis den Architekten mit der kostenpflichtigen Planung und der Vorbereitung des Bauantrags beauftragen.

Ablauf der Bauvoranfrage

Die Bauvoranfrage reichen Sie bei der für Ihren Wohnort zuständigen Baubehörde ein. Je nach Bundesland können die einzelnen Bestimmungen in den Details voneinander abweichen, da das Baurecht in die Kompetenz der Länder fällt.

Welche Unterlagen benötige ich?

Die Bauvoranfrage können Sie sowohl formlos als auch förmlich stellen. Bei der formlosen Variante reichen Sie einen Lageplan sowie eine Skizze Ihres Bauvorhabens ein.

Um einen Bauvorbescheid zu erhalten, ist jedoch im Regelfall eine förmliche Bauvoranfrage erforderlich. Hierfür müssen Sie einen umfangreichen Fragenkatalog beantworten und zusätzliche Unterlagen einreichen. Dazu zählen insbesondere eine Bau- und Nutzungsbeschreibung, maßstabgetreue Grundrisse sowie Längs- und Querschnitte des geplanten Gebäudes. Gegebenenfalls kann die Baubehörde weitere Unterlagen anfordern.

Wie hoch sind die Kosten?

Die behördlichen Gebühren hängen vom Umfang des angefragten Vorhabens ab. Bei An- und Umbauten sowie Einfamilienhäusern liegen sie im Regelfall zwischen 50 und 200 Euro. Wenn Sie für die Erstellung der Unterlagen einen Architekten oder Bauplaner hinzuziehen, kommt dessen Honorar noch hinzu. Insgesamt ist eine Bauvoranfrage jedoch weitaus kostengünstiger als ein offizieller Bauantrag.

Wie lange dauert das Verfahren?

Je nach Komplexität des Vorhabens und Auslastung der Prüfungsbehörde kann die Bearbeitungszeit zwischen einem und drei Monaten dauern.

Wie lange ist der Bauvorbescheid gültig?

In der Regel haben Sie nach Ausstellung des Bauvorbescheids drei Jahre Zeit, um einen Bauantrag zu stellen. Manche Länder bieten die Möglichkeit, auf Antrag die Frist zu verlängern.

Wie verbindlich ist der Bauvorbescheid?

Der Bauvorbescheid ist noch keine Baugenehmigung – Sie dürfen also nicht mit dem Bau beginnen. Allerdings sichert Ihnen ein positiver Bescheid zu, dass ein späterer Bauantrag genehmigungsfähig ist.

Was passiert bei nachträglichen Änderungen?

Der Bauvorbescheid bezieht sich auf die Ausführung des Bauvorhabens, die der Antragsteller eingereicht hat. Wenn der spätere Bauantrag Änderungen enthält, muss er damit rechnen, dass er trotz eines positiven Vorbescheids keine Baugenehmigung erhält.

Beispiel: Bauvoranfrage für eine Dachaufstockung

Der Eigentümer eines Flachdach-Bungalows in einem Wohngebiet ohne Bebauungsplan stellt eine Bauvoranfrage für die Aufstockung des Hauses. Weil einige Nachbarn bereits ihre Flachdachhäuser mit Kniestock und Satteldach aufgestockt haben, reicht er eine Planung ein, die ebenfalls ein Satteldach enthält.

Würde er sich nach dem Erhalt des Bauvorbescheids umentscheiden und einen Bauantrag für die Aufstockung mit einem Pultdach einreichen, müsste er mit einer Ablehnung rechnen.

Überblick: Die Unterschiede zwischen Bauvoranfrage und Bauantrag

Die nachfolgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen der Bauvoranfrage und dem Bauantrag.

Bauvoranfrage Bauantrag
Gebühren für ein Einfamilienhaus ca. 200 Euro ca. 1.000 – 1.500 Euro
Muss eine komplette Architektenplanung vorliegen? Nein Ja
Kosten für Planung ggf. Architektenhonorar für die Anfertigung erster Zeichnungen ca. 10 Prozent der Bausumme
Darf der Bauherr sofort mit dem Bau beginnen? Nein Ja

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