Im Allgemeinen stellt ein Kataster ein Register beziehungsweise eine Sammlung von Sachverhalten mit Raumbezug dar. Traditionellerweise bezeichnet der Begriff das sogenannte Liegenschaftskataster, welches beispielsweise beim Kauf oder der Veräußerung von Immobilien relevant ist. Die Behörden führen jedoch noch weitere Kataster, etwa ein Straßen- und ein Baumkataster.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist ein Kataster?
  3. Das Katasteramt
  4. Verwandte Themen
  5. Weiterführende Links
  6. Bausparvertrag-Vergleich starten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Begriff Kataster findet vorrangig für das Liegenschaftskataster Verwendung.
  • Die Führung des Grundstücksverzeichnisses liegt in der Zuständigkeit des Vermessungs- beziehungsweise Katasteramts.
  • Das Kataster setzt sich im Wesentlichen aus dem Katasterbuchwerk (beschreibender Nachweis), dem Katasterkartenwerk (darstellender Nachweis), dem Katasterzahlenwerk (Nachweise der Flächen- und Koordinatenermittlung) und gegebenenfalls Zusatzinformationen zusammen.
  • Interessierte Parteien können beim Katasteramt sowohl Liegenschaftskarten und Auszüge aus dem Liegenschaftsbuch als auch Grundbuchauszüge und Bebauungspläne anfordern, müssen dafür jedoch eine Gebühr entrichten.

Was ist ein Kataster?

Das Liegenschaftskataster ist ein amtliches Verzeichnis in Form eines flächendeckenden Registers, welches Informationen zu sämtlichen in der Bundesrepublik vorhandenen Flurstücken und Gebäuden enthält. Demnach handelt es sich um ein auf Vermessungsdaten basierendes Grundstücksverzeichnis, welches dazu dient, Eigentum zu gewährleisten (siehe Paragraph 2 der Grundbuchordnung). Das Kataster unterliegt einer ständigen Datenpflege. Für die Führung und Pflege des Verzeichnisses ist das Vermessungsamt zuständig.

Das Liegenschaftskataster stellt außerdem die Grundlage für die Einrichtung eines Grundbuchs dar. Es ist ein Objekt öffentlichen Glaubens. Demnach unterliegen Katastereintragungen der gesetzlichen Vermutung der Richtigkeit. Allerdings umfasst dies nicht die Daten über die Größe, Lage und Nutzung, die das Kataster lediglich nachrichtlich aufführt.

Die Struktur des Liegenschaftskatasters

Die Ausgestaltung des Vermessungsrechts liegt in der Zuständigkeit der Bundesländer. Doch auch wenn je nach Land unterschiedliche Bestimmungen gelten, wie das Kataster im Detail zu führen ist, setzt sich das Verzeichnis überall aus den gleichen Komponenten zusammen. Zu den Hauptteilen gehören:

  • Katasterbuchwerk: Dieser Teil widmet sich der Beschreibung der Flurstücke nach Gemarkung, Flurstücknummer, Lage, Größe, Bebauung, Eigentümer und Nutzungsart.
  • Katasterkartenwerk: Der darstellende Teil des Katasters umfasst die sogenannte Flur- beziehungsweise Liegenschaftskarte und, falls Agrarflächen vorhanden sind, zusätzlich eine Schätzungskarte. Das Katasterkartenwerk gibt beispielsweise Auskunft zur räumlichen Lage und Form der Flurstücke, zu Flurstücknummern, zu auf dem Grundstück vorhandenen Gebäuden und ihrer Nutzungsart sowie zu Gemarkungsgrenzen. In manchen Fällen enthält die Karte zusätzlich topographische Informationen und Vermessungspunkte.
  • Katasterzahlenwerk: Dieses Element führt sämtliche Nachweise zur Flächenermittlung auf, unter anderem Vermessungsrisse, Koordinaten und Koordinatenermittlungen aller im Verzeichnis aufgeführten Grenz- sowie topografischen Messungspunkte.
  • Zusätzliche beschreibende Informationen: Dazu gehören zum Beispiel Grenzniederschriften (Anerkennungen der Flurstückgrenze durch den Eigentümer) und Verhandlungsprotokolle.

Das Katasteramt

Das Katasteramt stellt eine von einem Bundesland und manchmal auch einer Kommune geführte Behörde dar, die je nach Region ebenso als Vermessungsamt oder als Amt für Bodenmanagement bezeichnet wird. Es ist sowohl für die Vermessung der Flurstücke als auch für die Führung des Liegenschaftskatasters zuständig. Das Amt erfasst und vermisst nicht nur sämtliche Liegenschaften, sondern bearbeitet und aktualisiert die Daten ebenso. Die Flurkarten legt das Katasteramt im Maßstab 1:500 bis 1:2000 an.

Eine weitere Aufgabe des Vermessungsamts besteht darin, interessierten Parteien – also beispielsweise Immobilienkäufern und -verkäufern – Auskunft zu erteilen. Es ist möglich, einen Grundbuchauszug, einen Bebauungsplan, eine Liegenschaftskarte oder Auszüge aus dem Liegenschaftsbuch anzufordern. Da die Behörden seit einiger Zeit das sogenannte Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) nutzen, welches die Daten in digitaler Form bereitstellt, können Bürger mittlerweile zwischen dem Dateiformat und einem Papierausdruck wählen. Allerdings fällt in beiden Fällen eine Gebühr an, die je nach Stadt beziehungsweise Kommune zwischen 15 und 60 Euro liegt.

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