Fonds als Geldanlage: Wie Sie die optimalen Fonds finden

  • Durch Fonds können Anleger bequem in ein breit gestreutes Portfolio investieren.
  • Es gibt unterschiedliche Fondsmodelle – zu den wichtigsten zählen Aktien-, Renten-, Misch- und Dachfonds.
  • Besonders günstig sind Indexfonds (ETFs), die ohne aktives Management auskommen. Sie sind fürs Fondssparen sehr gut geeignet.

Ratgeber / Finanzen

Bild: Holzhaus mit Modell-Familie Bild: © Africa Studio / Adobe STock / Text: Verivox

Wie funktionieren Investmentfonds?

Investmentfonds bündeln das Kapital vieler Anleger. Ihr Kapital wird auf diese Weise viel breiter gestreut, als es Privatanlegern alleine möglich wäre. Über den Erwerb von Fondsanteilen investieren sie in ein Portfolio von mindestens 16, meist aber hunderten oder sogar über 1.000 Finanzwerten. Diese breite Verteilung reduziert das Verlustrisiko. Entsprechend ihrer Anteile werden die einzelnen Anleger an den Gewinnen und Verlusten des Fonds beteiligt.

Aufgelegt wird ein Fonds von einer sogenannten Kapitalanlagegesellschaft (KAG). Das eingesammelte Kapital ist geschützt. Die Gesellschaften sind verpflichtet, das Fondsvermögen und die Unternehmensfinanzen zu trennen. Im Falle einer Insolvenz der KAG verlieren Anleger also nicht ihr eingesetztes Fondskapital. Dieser Insolvenzschutz ist aber nicht zu verwechseln mit einem Schutz vor Kursverlusten. Wenn der Fonds Minus macht, verringert sich im selben Maße auch der Wert der Fondsanteile.

Fondssuche: Welcher Fondstyp passt zu Ihnen?

Welches Investment für Sie das richtige ist, hängt unter anderem von der Anlagesumme, dem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Wir stellen die wichtigsten Fondsmodelle kurz vor.

Aktienfonds investieren ausschließlich in Aktien. In welchen Ländern und in welche Branchen investiert wird, legt die KAG beim Start des Fonds fest. So gibt es Fonds, die nur in deutsche Aktien investieren. Andere spezialisieren sich auf eine Branche wie erneuerbare Energien und sind regional nicht eingeschränkt. Wieder andere investieren beispielsweise in eine größere Region wie ganz Europa oder global und wählen dafür nur mittelgroße Unternehmen (Mid Caps) aus.

Im Rahmen der vorgegebenen Anlagestrategie investiert ein Fondmanager das Kapital. Generell bergen Investments in Aktien hohes Renditepotenzial. Allerdings unterliegen Aktienkurse erheblichen Schwankungen. Neben einer breiten Streuung reduziert auch ein langer Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren die Gefahr von Kursverlusten.

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Rentenfonds investieren nicht in Aktien, sondern in Anleihen von Staaten oder Unternehmen. Auch hier können Investoren aus zahlreichen Anlagestrategien und Regionen, in denen investiert wird, wählen. Aktuell werfen sehr sichere Staatsanleihen kaum noch Erträge ab. Bei hoch verzinsten Staats- und Unternehmensanleihen ist hingegen das Verlustrisiko des Investors hoch. Bei Rentenfonds, die nicht in Euro gehandelt werden, kommt auch noch das Währungskursrisiko hinzu.

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Mischfonds legen das Geld ihrer Anleger in unterschiedliche Anlageklassen an – zum Beispiel in einen Mix aus Aktien, Anleihen und Rohstoffen. Ob der Fondsmanager dabei ein bestimmtes Verhältnis wahren muss oder völlig frei über die Verteilung des Kapitals entscheiden kann, ist unterschiedlich.

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Dachfonds kaufen weder Aktien noch Anleihen, sondern ihrerseits Fondsanteile. Es gibt Dachfonds für unterschiedliche Risikoklassen. Davon abhängig sind auch die Rendite-Chancen unterschiedlich. Häufig sind bei Dachfonds die Kosten recht hoch, weil einerseits das eigene Fondmanagement finanziert werden muss und zusätzlich auch das der anderen Fonds.

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Immobilienfonds ermöglichen Investments in Wohn- und Gewerbeimmobilien, ohne selbst eine Immobilie kaufen zu müssen. Einnahmen erzielen die Fonds durch die Vermietung und den gewinnbringenden Wiederverkauf von Immobilien.

Bei offenen Immobilienfonds unterliegt der Handel bestimmten Fristen. Anleger müssen ihre Fondanteile mindestens 24 Monate halten, bevor sie sie wieder veräußern dürfen. Zusätzlich gilt eine 12-monatige Rückgabefrist. Das bedeutet, dass Anleger die beabsichtigte Rückgabe ihrer Anteile 12 Monate vorher unwiderruflich ankündigen müssen. Um die Investoren auszahlen zu können, muss ein Teil des Fondsvermögens stets liquide gehalten werden. Die Zinseinkünfte aus diesem Barvermögen machen ebenfalls einen Teil der Fondseinnahmen aus.

Geschlossene Immobilienfonds sammeln eine definierte Menge Kapital ein, das die Anleger für eine feste Laufzeit zur Verfügung stellen. Anders als bei offenen Fonds sind die Fondsanteile in der Zwischenzeit in der Regel gar nicht handelbar. Außerdem ist die Mindestanlagesumme sehr hoch und es besteht das Risiko eines Totalverlusts für das eingesetzte Kapital. Wenn der Fonds in Schieflage gerät und Pleite geht, ist auch das eingesetzte Kapital der Anleger verloren.

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Indexfonds (ETFs) sind besonders günstig

Ein besonderes Fondsmodell stellen Indexfonds dar. Bei konventionellen Investmentfonds verwaltet ein Manager das Portfolio aktiv. Entsprechend der Fondsstrategie kauft und verkauft er Wertpapiere mit dem Ziel, die größtmögliche Rendite für die Anleger zu erwirtschaften.

Indexfonds verzichten auf ein aktives Management. Sie bilden Indizes wie den DAX oder den MSCI World eins zu eins nach. Ihre Wertentwicklung erfolgt also nahezu exakt analog zu dem Index, auf den sie sich beziehen – abzüglich der Verwaltungskosten. Diese sind bei Indexfonds aber vergleichsweise gering. Aktiv gemanagte Aktienfonds verlangen häufig etwa 1,5 Prozent des Kurswerts pro Jahr. Günstige Indexfonds schlagen dagegen nur mit etwa 0,2 Prozent zu Buche.

Die meisten Indexfonds werden ebenso wie Aktien an Börsen gehandelt und können somit jederzeit gekauft und verkauft werden. Wer bei der Fondssuche nach Indexfonds Ausschau hält, findet sie deshalb auch häufig unter der Abkürzung ETF. Sie steht für „Exchange traded fund“ (deutsch: börsengehandelter Fonds).

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Fondssparen mit Indexfonds (ETFs)

Wegen der geringen Kosten sind ETFs auch besonders gut für Sparpläne geeignet. Beim sogenannten Fondssparen investieren Anleger monatlich eine festgelegte Summe – zum Beispiel 100 Euro – und kaufen dafür Fondsanteile. Während beim Kauf der meisten konventionellen Fonds Ausgabeaufschläge bis zu 5 Prozent gezahlt werden müssen, bieten viele Direktbanken und Onlinebroker zahlreiche ETF-Sparpläne zum Nulltarif an. Viele Indexfonds lassen sich bereits mit Raten ab 25 Euro monatlich besparen.

Allerdings gibt es gerade bei Onlinebrokern auch Aktienfonds inzwischen häufig mit satten Rabatten auf den Ausgabeaufschlag oder sogar zum Nulltarif. Am Ende bleibt es eine persönliche Entscheidung des Anlegers, ob er sein Geld lieber in einen aktiv gemanagten Fonds investiert. Allerdings erzielen Indexfonds oft eine bessere Rendite. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass es den meisten aktiv gemanagten Fonds nicht gelingt, auf Dauer besser abzuschneiden als ihr Vergleichsindex. Zudem sprechen die geringeren laufenden Kosten für ETFs.

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Den richtigen Fonds finden

Anleger können mittlerweile aus einer Vielzahl unterschiedlicher Indexfonds wählen. Eine besonders breite Streuung erreichen Sie mit einem ETF, der den MSCI-World-Index abbildet. Darin sind die über 1.600 größten Aktiengesellschaften aus den Industriestaaten vertreten. Es gibt aber auch ETFs auf andere Indizes wie den Euro Stoxx 500, den DAX oder den MDAX.

Thesaurierende Indexfonds investieren etwaige Dividendenzahlungen direkt wieder und kaufen davon weitere Fondsanteile. Bei ausschüttenden Indexfonds werden Dividenden ausgezahlt und Ihrem Konto gutgeschrieben.

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