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Der Zinseszinseffekt bedeutet für Sparer eine wichtige Komponente für den Vermögensaufbau. Warum das so ist, wollen wir in diesem Beitrag erläutern.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was bedeutet Zinseszins?
  3. Wie wirkt sich der Zinseszinseffekt genau aus?
  4. Zinseszins mit Formel berechnen
  5. Der Zinseszins im Alltag
  6. Der Zinseszins in der Politik
  7. Die Besteuerung beim Zinseszins
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Festgeldangebote vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zinseszins führt bei Kapitalanlagen zu überdurchschnittlichen Renditen.
  • Die erzielten Zinsen in einer Abrechnungsperiode werden dem zu verzinsenden Kapital aufgeschlagen.

Was bedeutet Zinseszins?

Der Zinseszins beschreibt die Verzinsung der Zinsen. Das klingt jetzt etwas kompliziert, das folgende Beispiel soll den Sachverhalt verdeutlichen:

Zwei Sparer legen 1.000 Euro mit einem Zinssatz von je fünf Prozent pro Jahr für die Dauer von zwei Jahren an. Sparer Nummer eins lässt sich nach einem Jahr die aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 50 Euro auszahlen, Sparer Nummer zwei lässt sie auf dem Konto stehen. Im zweiten Jahr werden diese 50 Euro mitverzinst. Er erhält damit am Ende der Laufzeit nach zwei Jahren 1.102,50 Euro ausbezahlt. Sparer Nummer eins erhält zweimal je 50 Euro gutgeschrieben, hat damit eine geringere Rendite.

Wie wirkt sich der Zinseszinseffekt genau aus?

Was in diesem Rechenbeispiel nur eine Marginalie darstellt, erreicht beispielsweise bei einer Geldanlage über 20 Jahren mit 20.000 Euro Einmalanlage und nur drei Prozent Zinsen eine ganz andere Dimension.

Im Fall der jährlichen Auszahlung der Zinsen beträgt das Endkapital in der Summe 32.000 Euro. Bei einer verzinslichen Ansammlung der Ausschüttung beläuft sich das Endkapital dagegen auf 36.122,22 Euro.

Anleger, die Investmentfonds bevorzugen, haben in der Regel die Wahl zwischen ausschüttenden Fonds und thesaurierenden Fonds. Die Letzteren legen die Ausschüttungen automatisch wieder an. Dies führt ebenfalls zu einer erheblichen Steigerung der Rendite.

Zinseszins mit Formel berechnen

Erfreulicherweise finden sich im Internet genügend Möglichkeiten, den Zinseszins zu ermitteln. Dennoch mag den einen oder anderen die Formel interessieren, die der Zinseszinsermittlung zugrunde liegt:

  • K_neu = K*(1+p/100)hoch n.

Es stellt sich natürlich die Frage, was sich hinter den Abkürzungen verbirgt.

K_neu steht für das Endkapital nach Gutschrift der Zinsen. K bezeichnet das Anfangskapital ohne Zinsen. P stellt den Platzhalter für den Zinssatz dar und n die Anzahl der Jahre.

Auf unser Berechnungsbeispiel für 20.000 Euro und eine Dauer von 20 Jahren umgesetzt, würde sich die Ermittlung des Endkapitals folgendermaßen lesen:

K_neu = 20.000 * (1+ 3/100)hoch 20.

Wer nur das Endkapital kennt und wissen möchte, wie hoch das Anfangskapital war, nutzt folgende Formel:

  • K = K_neu / ((1+p/100)hoch n)

Für unser oben genanntes Beispiel ergibt sich folgender Rechenweg:

K = 36.122,22 / ((1+ 3/100)hoch 20).

Der Zinseszins im Alltag

Sparer, die ihr Geld auf einem Sparbuch oder einem Tagesgeldkonto anlegen, profitieren automatisch vom Zinseszins, sofern sie nicht am 2. Januar die gutgeschriebenen Zinsen wieder abheben. Festgelder, die länger als ein Jahr laufen, bieten ebenfalls den Zinseszinseffekt automatisch an. Konten, welche die Zinsen automatisch auszahlen, sind eher exotisch.

Sparpläne für vermögenswirksame Leistungen und Bausparverträge gelten ebenfalls als Klassiker für den Zinseszinseffekt. Gleiches gilt auch für Lebensversicherungen, die heute, im Gegensatz zu früheren Jahren, die Gewinne nicht mehr jährlich ausschütten, sondern am Ende der Laufzeit kumuliert gutschreiben.

Der Zinseszins in der Politik

Was dem Anleger zur Steigerung seiner Rendite recht ist, kann der Politik als Schuldner nur billig sein. Bereits im Jahr 1776 kam in England der Zinseszinseffekt als Mittel zum Abbau der Staatsverschuldung zum Tragen.

In einen sogenannten Tilgungsfonds wurde ein Grundkapital eingezahlt. Dieses Kapital wurde durch die Zuführung eingesparter Zinsen durch bereits vorgenommene Rückzahlungen von Staatsschulden aufgestockt. Ziel war es, mit den eingesparten Zinsen und dem Zinseszinseffekt auf das Anfangskapital und die Zinszuschüsse ein Endkapital zu erreichen, welches ausreichend war, die Staatsverschuldung in einer Summe zu tilgen.

Die Besteuerung beim Zinseszins

Da die hiesigen Banken die Abgeltungssteuer automatisch auf gezahlte Erträge abführen, werden auch die Zinsgutschriften automatisch besteuert. Die Besteuerung entfällt allerdings, wenn Sie als Anleger einen Freistellungsauftrag vorlegen. Dieser sieht eine Steuerfreiheit für Kapitalerträge bis zu 801 Euro pro Jahr bei Alleinstehenden und 1.602 Euro pro Jahr bei Verheirateten vor.

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