Zu Zeiten extrem niedriger Zinsen schielen immer mehr konservative Anleger auf den Aktienmarkt. Aktienfonds haben gegenüber einzelnen Titeln den Vorteil, dass sie die Risiken auf zahlreiche Aktien verteilen und eventuelle Kursrückgänge einer einzelnen Aktie durch die anderen, im Fonds enthaltenen Titel, kompensiert werden. Bei Aktienfonds muss zwischen zahlreichen Anlageschwerpunkten unterschieden werden. Nur die sehr früh aufgelegten Fonds, beispielsweise der Pioneer Funds, begründet im Jahr 1928, kennen keine Reglementierung.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Anlageschwerpunkte bei Aktienfonds
  3. Die Kosten bei einem Aktienfonds
  4. Die Dachfonds-Problematik
  5. Wie sicher ist das Geld?
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Anleger, die mit Aktienfonds ihr Vermögen auf- oder ausbauen möchten, sollten sich im Vorfeld überlegen, wie sie investieren möchten.
  • Die grobe Einteilung bei Aktienfonds erfolgt in der Unterscheidung, ob es sich um Growth Funds oder Value Funds handelt.
  • Prinzipiell fällt beim Erwerb eines Aktienfonds der Ausgabeaufschlag an. Dieser beträgt zwischen vier und sechs Prozent, je nach Fonds und Kapitalverwaltungsgesellschaft.

Die Anlageschwerpunkte bei Aktienfonds

Anleger, die mit Aktienfonds ihr Vermögen auf- oder ausbauen möchten, sollten sich im Vorfeld überlegen, wie sie investieren möchten. Zwei Zielsetzungen spielen bei einer Anlage eine Rolle. Entweder stehen kurz- und mittelfristige Kursgewinne im Vordergrund oder eine langfristige Wertsteigerung mit gleichzeitig hoher Ausschüttung. Abhängig vom Anlageschwerpunkt fällt die Einteilung der Fonds in die in Deutschland üblichen Risikoklassen aus. Standardwerte, beispielsweise internationale Bluechips, werden der Risikoklasse drei zugeordnet. Fonds, die in Schwellenländern oder kursanfällige Branchen investieren, fallen unter die Risikoklasse vier. Im Rahmen der Depoteröffnung teilt der Anleger der Bank mit, über welche Erfahrungen er im Wertpapiergeschäft verfügt und erhält damit die Zuordnung, bis zu welcher Risikoklasse er zu Fonds und Wertpapieren generell beraten werden darf.

Growth oder Value?

Die grobe Einteilung bei Aktienfonds erfolgt in der Unterscheidung, ob es sich um Growth Funds oder Value Funds handelt. Dabei hat der Begriff „growth“ heute eine andere Bedeutung als zu Beginn der Fondshistorie. Ein Growth Fund bietet ein überdurchschnittliches Kurspotenzial bei gleichzeitigem relativ hohen Kursrisiko. Schwellenländerfonds werden dieser Gruppe zugerechnet. Value Funds setzen auf konservative Titel mit stabiler Dividende und nur relativ niedrigem kurzfristigem Kurspotenzial. Dividendenfonds zählen zu dieser Gruppe.

Global investierende Fonds

Diese Gruppe der Aktienfonds investiert in alle Branchen weltweit. Der Investitionsansatz basiert in der Regel auf einer niedrigen Kurseinschätzung mit hohem Potenzial.

Dividendenfonds

Dividendenfonds investieren in Aktien, die konstant überdurchschnittlich hohe Dividenden ausschütten. Mögliche Kursgewinne stehen hier nicht im Vordergrund.

Länderfonds

Länder- oder Regionalfonds investieren branchenübergreifend, aber nur innerhalb einer oder mehrerer bestimmten Regionen. Ein populäres Beispiel dafür sind die sogenannten BRIC-Fonds. Diese haben ihren Anlageschwerpunkt in den Ländern Brasilien, Russland, Indien und China und setzen auf die Wirtschaftskraft dieser Schwellenländer.

Branchen- und Themenfonds

Wie aus dem Begriff deutlich wird, stehen hier länderübergreifend bestimmte Branchen oder Themen, beispielsweise Rohstoffe, im Anlagezentrum. In dieser Kategorie finden sich die spekulativsten Aktienfonds, Biotech und Technologiewerte.

Dachfonds

Dachfonds bündeln mehrere Fonds unter einem Schirm. Dachfonds werden häufig in der Vermögensverwaltung auf Fondsbasis eingesetzt und in unterschiedlichen Risikobandbreiten aufgelegt. Diese unterscheiden sich in der Höhe der Aktienquote und noch einmal in der Auswahl der Aktien.

Indexfonds

Indexfonds werden nicht aufgrund einer Marktanalyse erstellt, sondern bilden einen Aktienindex, beispielsweise den DAX 30, nach. Das Fondsmanagement greift nur ein, wenn es innerhalb des Index zu einer Veränderung kommt. Vor diesem Hintergrund werden Indexfonds auch als passiv gemanagte Fonds bezeichnet, was sich wiederum in einer niedrigeren Verwaltungsgebühr niederschlägt. Indexfonds haben in der Vergangenheit nicht schlechter als aktiv gemanagte Fonds abgeschnitten.

Ausschüttung oder Thesaurierung?

Bei Aktienfonds muss zwischen zwei Varianten in Bezug auf die Dividendenzahlungen unterschieden werden. Ausschüttende Fonds schreiben einmal im Jahr die aufgelaufenen Dividenden und Kursgewinne ihren Anlegern auf dem Verrechnungskonto gut. Die Gutschrift erfolgt abzüglich der möglichen Abgeltungssteuer. Thesaurierende Fonds legen die Gewinne sofort wieder in neue Anteile an. Die Wiederanlage erfolgt ebenfalls unter Berücksichtigung der Abgeltungssteuer, da die Thesaurierung steuerrechtlich als ausschüttungsgleicher Gewinn betrachtet wird.

Die Kosten bei einem Aktienfonds

Prinzipiell fällt beim Erwerb eines Aktienfonds der Ausgabeaufschlag an. Dieser beträgt zwischen vier und sechs Prozent, je nach Fonds und Kapitalverwaltungsgesellschaft. Es gibt allerdings einige Banken, welche Fondsanteile mit hohen Rabatten oder gänzlich ohne diesen Aufschlag, das Agio, ausgeben. Neben dem Agio werden noch die Fondsverwaltungs- und Managementgebühren erhoben. Da diese von Gesellschaft zu Gesellschaft variieren, lässt sich ein Vergleich nur darstellen, wenn die Rendite des Fonds nach der BVI-Methode angegeben wird. Diese, vom Bundesverband deutscher Investmentgesellschaften zugrunde gelegte Methode macht die tatsächliche Wertentwicklung transparent.

Die Dachfonds-Problematik

Dachfonds sind natürlich auch mit einer Gebühr behaftet. Kritisch wird es jedoch, wenn die Fonds, in die innerhalb des Dachfonds investiert wird, ebenfalls noch einmal Gebühren in Rechnung stellen. In diesem Fall zahlen Anleger schlicht doppelt. Bei der Auswahl eines Dachfonds muss also darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Kumulierung der Kosten kommt.

Wie sicher ist das Geld?

Die Anlage in einen Aktienfonds ist den Börsenschwankungen ausgesetzt. Die Vergangenheit hat aber immer wieder gezeigt, dass einem Kursrückgang ein erneuter Kursanstieg folgte. Ein Totalverlust wäre nur möglich, wenn alle im Fonds befindlichen Aktiengesellschaften zum selben Zeitpunkt Konkurs anmelden würden. Da es sich bei den Kundengeldern eines Aktienfonds um ein sogenanntes Sondervermögen handelt, welches nicht mit dem Vermögen der Fondsgesellschaft gemeinsam verwaltet wird, hätte eine Insolvenz der Fondsgesellschaft keinerlei Auswirkungen auf den Fonds selbst. Dieser könnte ohne Veränderung von einem anderen Unternehmen weitergeführt werden.

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