Dachfonds, auch als Umbrella-Fonds (Schirmfonds) bezeichnet, streuen die Anlegergelder noch einmal weiter als ein klassischer Fonds, indem sie die Kundengelder in den Fonds anderer Gesellschaften anlegen. Sie finden häufig in der Vermögensverwaltung auf Fondsbasis Verwendung und sind in den unterschiedlichsten Ausprägungen erhältlich.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Vermögensverwaltung auf Dachfondsbasis
  3. Spezielle Strukturen für alle Risikoklassen
  4. Ziel eines Dachfonds
  5. Kritik an Dachfonds
  6. Auswahl des Dachfonds
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt Depots vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Dachfonds ermöglichen die Vermögensverwaltung auch für Kleinanleger, da die Einstiegsgrößen extrem gering sind.
  • Die höchstmögliche Aktienquote ist im Fondsprospekt dokumentiert und darf nicht überschritten werden.
  • Bei Dachfonds steht eine deutlich größere Bandbreite an Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung als bei einem herkömmlichen Aktienfonds.
  • Bei einem Dachfonds fallen üblicherweise sowohl für den Zielfonds als auch für den Dachfonds selbst diese Gebühren an.

Vermögensverwaltung auf Dachfondsbasis

Dachfonds ermöglichen die Vermögensverwaltung auch für Kleinanleger, da die Einstiegsgrößen extrem gering sind. Analog einer Vermögensverwaltung im herkömmlichen Sinn streuen die Fondsmanager die Kundengelder in die unterschiedlichsten Anlagesegmente. Vermögensverwalter müssen bei der Anlage der Kundengelder die Anlegermentalität und Risikoneigung berücksichtigen. Dies gilt auch bei Dachfonds. Aus diesem Grund werden Dachfonds einer Fondsgesellschaft mit unterschiedlicher Risikogewichtung aufgelegt. Die Risikogewichtung ergibt sich zum einen aus der Aktienquote, zum anderen aus den Zielfonds.

Spezielle Strukturen für alle Risikoklassen

Ein Dachfonds, der sich an die Zielgruppe sehr konservativer Anleger richtet, wird eine Aktienquote von nicht mehr als maximal 30 Prozent aufweisen. Die höchstmögliche Aktienquote ist im Fondsprospekt dokumentiert und darf nicht überschritten werden. Anleger mit einem ausgewogenen Chance-Risiko-Profil greifen eher auf einen Dachfonds mit einer Aktienquote von bis zu 50 Prozent zurück. Sparer, die sich eine dynamische Anlage wünschen, werden sich für einen Dachfonds entscheiden, der nicht nur eine Aktienquote von bis zu 10 Prozent erfüllen darf, sondern darüber hinaus auch in dynamische Märkte, beispielsweise Schwellenländer, investiert. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist bei einem Fonds, der 40 Prozent in Anleihen und 60 Prozent in Aktiengesellschaften aus Schwellenländern investiert, deutlich größer, als bei einem Fonds, der zu 100 Prozent in europäische und nordamerikanische Aktien investiert ist.

Ziel eines Dachfonds

Natürlich liegt das Ziel eines Dachfonds, wie bei anderen Fonds auch, in einer möglichst hohen Wertentwicklung. Dabei steht ihnen aber eine deutlich größere Bandbreite an Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung als bei einem herkömmlichen Aktienfonds oder Mischfonds. Dachfonds kommen natürlich nicht nur für die fondsbasierte Vermögensverwaltung zum Tragen, sondern waren ursprünglich als breitere Streuung für die Anlegergelder gedacht. Für Anleger bietet ein Dachfonds damit den Vorteil, dass er sein Depot in keiner Weise mehr überwachen muss, sondern mit einem Fonds entsprechend seiner Risikoneigung den Markt abdeckt. Es gibt allerdings auch einen nicht zu unterschätzenden Nachteil.

Kritik an Dachfonds

Bekanntermaßen werden für Investmentfonds Ausgabeaufschläge und Managementgebühren erhoben. Die Ausgabeaufschläge der Zielfonds stehen weniger in der Kritik der Anlegerschützer, da diese eher selten erhoben werden. Dennoch laufen die Sparer Gefahr, doppelt zu bezahlen. Neben dem Ausgabeaufschlag berechnen die Fondsgesellschaften auch Managementgebühren, Erfolgshonorare und Ähnliches. Bei einem Dachfonds fallen üblicherweise sowohl für den Zielfonds als auch für den Dachfonds selbst diese Gebühren an. Auch wenn der Verwalter des Dachfonds mit dem Management des Zielfonds Sonderkonditionen vereinbart, wird es dennoch zu einer partiellen Doppelbelastung kommen.

Auswahl des Dachfonds

Bei der Auswahl eines Dachfonds spielen zwei Komponenten hinein. Zum einen ist es die strategische Ausrichtung, das heißt, die Frage, ob der Dachfonds in seiner gesamten Ausrichtung dem Anlegerprofil entspricht. Der zweite Aspekt ist natürlich die Performance. Da die Rendite erst einmal um die anfallenden Kosten bereinigt werden muss, um vergleichbar zu werden, hat der Bundesverband deutscher Investmentgesellschaften eine Methode entwickelt, die ähnlich dem effektiven Jahreszins bei Krediten Fonds vergleichbar macht. Anleger sollten daher bei der Auswahl darauf achten, dass die Angabe zur Wertentwicklung den Zusatz „nach BVI-Methode“ trägt. Optimiert wird die Anlage in einen Dachfonds natürlich, wenn das Depot selbst auch gebührenfrei geführt wird und der Fonds mit einem rabattierten Ausgabeaufschlag ausgegeben wird.

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