Baufinanzierungen: Kreditvolumen wächst so stark wie nie

10.03.2020

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Der anhaltende Immobilienboom in Deutschland treibt das Geschäft mit Baufinanzierungen. Es wuchs im vergangenen Jahr so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Das zeigt eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Das Kreditvolumen stieg auf 1,3 Billionen Euro – ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber 2018 und damit das höchste Wachstum seit Beginn der Statistik im Jahr 2003.

Zinserträge in 5 Jahren fast verdoppelt

Den Angaben zufolge haben sich die Zinserträge in der größten Kreditkategorie in Deutschland in den vergangenen 5 Jahren fast verdoppelt. Sie erreichten 2019 rund 13 Milliarden Euro. Das entspricht rund 15 Prozent der gesamten Zinserträge der deutschen Banken. Diese relativ niedrige Quote verdeutlicht die niedrigen Margen im Geschäft mit Immobilienfinanzierungen. Der Anteil der Baufinanzierungen am gesamten Kreditbestand in Deutschland lag 2019 stabil bei 42,4 Prozent.

Das Neugeschäft überstieg laut PwC zum ersten Mal überhaupt die Marke von 250 Milliarden Euro. Es wuchs um 9 Prozent auf 263 Milliarden Euro. "Baufinanzierungen stärken ihre Position als zentrales Produkt auf der Privatkundenseite und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung der Zinserträge“, sagt Tomas Rederer von PwC.

Höhere Margen, längere Laufzeiten

Der anhaltende Immobilienboom wirkt sich auch positiv auf die Kreditmargen der Banken aus. Diese erholten sich 2019 nach zwei Jahren sinkender Marge wieder deutlich und lagen bei 1,08 Prozentpunkten. Damit konnten Banken ein Plus von 0,14 Prozentpunkten gegenüber 2018 durchsetzen. "Die steigenden Margen sind wahrscheinlich die Folge gestiegenen Risikobewusstseins aber auch des expandierenden Marktes“, so Rederer. Zudem seien die Zinssätze so niedrig, dass die Preissensitivität der Kunden immer mehr zurückgeht.

Neben Volumen und Margen der Baukredite steigen auch die Laufzeiten. Der Anteil der Finanzierungen über 10 Jahre und mehr lag 2019 bei 49 Prozent. 2009 betrug der Anteil lediglich 25 Prozent. Die durchschnittliche Laufzeit erreichte erstmals 11 Jahre.

Alle Bankengruppen profitieren vom Boom

Beim Wettbewerb der Kreditinstitute sind die Genossenschaftsbanken und Bausparkassen laut der PwC-Analyse derzeit die größten Gewinner. Der Anteil der Genossenschaftsbanken am gesamten Kreditvolumen stieg auf 25 Prozent - ein Plus von 2 Prozentpunkten gegenüber 2014. Die Bausparkassen kamen auf 13 Prozent, nach 12 Prozent 2014.

Den größten Anteil am Markt halten aber nach wie vor die Sparkassen mit 31 Prozent vor den privaten Geschäftsbanken mit 27 Prozent. Insgesamt kam es bei den Marktanteilen in den letzten fünf Jahren nur zu geringen Verschiebungen. Entsprechend konnten alle Bankengruppen von der boomenden Baufinanzierung profitieren.