Heizung: Für wen lohnt sich der Umstieg auf Holz-Pellets?

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa/tmn | Verivox

Das Wichtigste in Kürze

  • Holzpellets bestehen aus gepressten Holzabfällen und sind ein günstiger Brennstoff.
  • Die Installation einer Pelletheizung ist eine vergleichsweise hohe Investition.
  • Es muss ausreichend Lagerraum für die Holzpellets zur Verfügung stehen.
  • Je höher der Wärmebedarf eines Gebäudes, umso eher rechnet sich die Pelletheizung.

Eine Heizung, die mit Holz-Pellets befeuert wird, ist unabhängig von fossilen Rohstoffen und je nach aktueller Preislage auch günstiger als Öl und Gas. Doch ob sich die Investition wirklich rechnet, hängt auch vom individuellen Wärmebedarf und den örtlichen Gegebenheiten ab.

Was sind Pellets?

Das Wort Pellet steht im Englischen für Kügelchen. Gefertigt werden Pellets aus getrockneten, nicht behandelten Holzresten, die in Sägewerken anfallen. "Sie werden ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln unter hohem Druck gepresst", erklärt Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes. Da sie einen niedrigen Wasser- und Aschegehalt haben, verbrennen sie laut dem Experten sauber und komfortabel. "Der Energiegehalt von zwei Kilogramm Pellets entspricht ungefähr dem eines Liters Heizöl."

Welche Arten von Pelletheizungen sind auf dem Markt?

Pelletheizungen werden als Kaminofen und als Heizkessel mit bis zu fünf Megawatt Leistung angeboten. Zentralheizungen sind zunehmend als Brennwertsysteme ausgelegt. "Im Privatbereich werden Pelletheizungen häufig als Ersatz für eine alte Ölheizung installiert", berichtet Bentele.

Wo liegen die Vorteile vom Heizen mit Pellets?

"Pelletheizungen sind ökologisch und nachhaltig. Holz wächst immer wieder nach, Pellets werden also jederzeit verfügbar sein", sagt Stefan Würzner vom Bauherren-Schutzbund. "Das ist für viele Bauherren ein wichtiges Argument. Und die Pellets sind aktuell preiswerter als Öl und Gas." Aber er betont auch: "Ob und wie lange das allerdings so bleibt, kann niemand voraussagen."

Die Preisentwicklungen in den vergangenen Jahren haben die Entscheidung für eine Pellet-Anlage erschwert. Öl und Gas waren zeitweise sehr günstig, die Pelletpreise lagen nur geringfügig darunter, berichtet Energieberater Brandis. "Inzwischen liegen die Preise für Heizöl wieder deutlich höher." Aber die Pelletpreise haben sich nur sehr langsam nach oben oder unten bewegt, während Öl und Gas sprunghaft teurer oder billiger wurden. "Daraus kann man schließen, dass Pellets auch in Zukunft eine gewisse Preissicherheit bieten", so Brandis.

Wie teuer sind Pelletheizungen im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen?

Sie sind teurer in der Anschaffung. Mit etwa 20.000 Euro kostet eine Pelletzentralheizung etwa doppelt so viel wie eine neue Ölheizung.
"Die relativ hohe Anfangsinvestition für eine Pelletheizung wird aber durch die Förderprogramme von Bund, Ländern und einigen Kommunen aufgefangen", sagt Branchensprecher Bentele. "Nach wie vielen Jahren sie preiswerter als eine Öl- oder Gasheizung ist, lässt sich allerdings nicht genau sagen. Dazu sind der Brennstoffverbrauch und die Brennstoffkosten zu schwankend." Für den Ersatz von alten Ölheizungen hätten sich in den vergangenen Jahren Amortisationszeiten von 7 bis 15 Jahren ergeben.

Pellets waren in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 30 Prozent günstiger als Öl. "Bei einem Energieverbrauch von 3000 Liter Öl, die durch 6 Tonnen Pellets ersetzt werden, ergibt sich ein Betriebskostenvorteil von knapp 1000 Euro im Jahr", rechnet Verbandsvertreter Bentele vor. Damit wäre eine Pelletheizung innerhalb von zehn Jahren rentabel. Der Experte geht von einer Betriebsdauer von durchschnittlich 20 Jahren aus. Allerdings zeigen Bauherren angesichts der in jüngster Zeit sinkenden Ölpreise immer weniger Interesse an Pelletheizungen.

Für wen eignen sich Pelletheizungen besonders?

Je höher der Wärmebedarf eines Gebäudes ist, umso eher rechnen sich Pelletheizungen. "In einem Niedrigenergiehaus, das mit zwei Tonnen Pellets im Jahr auskommt, macht eine Zentralheizung mit Pellets wenig Sinn, wenn man nur auf die Rentabilität schaut", erklärt Bentele.

"Bauherren sollten also vorher genau kalkulieren, was ihre Heizung leisten muss", rät Energieberater Brandis. Auch er sagt: "Vor allem in Neubauten und sanierten Altbauten, die entsprechend der Energieeinsparverordnung mit wenig Energie auskommen, sind Pelletheizungen oft überdimensioniert."

Für Pelletöfen sieht das anders aus. "Effizient in gut gedämmten Gebäuden sind kleinere Anlagen, zum Beispiel Pelletöfen, die direkt im Wohnraum aufgestellt werden", sagt Brandis. "Sie bringen einen kleinen Teil der Leistung ins Zimmer, in dem sie stehen und heizen mit der überwiegenden Leistung das ganze Haus."

Was braucht eine Pelletheizung im Haus?

Wer eine Pellet-Zentralheizung im Neubau installieren will, muss neben dem Platz für die Heizung einen Lagerraum für die Presslinge einplanen. Die Anlagen können halb- oder vollautomatisch sein. "Die halbautomatischen Heizungen werden von Hand befüllt. Das ist vielen Kunden aber zu unbequem, und sie wählen die vollautomatische Variante", erläutert Würzner. "Damit ist dann aber ein wesentlich höherer Platzbedarf verbunden."

Liegt der Lagerraum im Haus, lassen sich die Pellets über eine Förderschnecke transportieren. Der Brennstoff kann aber auch über eine längere Strecke, zum Beispiel über 20 Meter aus einem Erdtank im Garten, in den Heizkessel geblasen werden. Dann benötigt man eine Leitung vom Erdtank zur Anlage und eine zweite Leitung zur Grundstücksgrenze, damit der Lieferant das Lager befüllen kann.

Was ist beim Kauf der Pellets zu beachten?

"Da sollte man Preise und Qualität gut vergleichen und möglichst bei lokalen Händlern bestellen", rät Würzner. "Es gibt nämlich große Unterschiede in der Güte der Holzabfälle, aus denen die Pellets gefertigt werden. Das wirkt sich auf den Brennwert aus." Es gibt aber Zertifikate für Holzpellets, die EU-Norm DINplus oder ENplus-A1.

Wie funktioniert die Technik?

Während die halbautomatischen Kompaktanlagen von Hand mit Pellets befüllt werden müssen, sind vollautomatische Anlagen über eine Förderschnecke oder eine sogenannte Saugaustragung mit dem Lagerraum oder -tank verbunden. Aus diesen gelangen die Pellets vollautomatisch zum Heizkessel. Die Saugförderung hat den Vorteil, dass der Lagerraum der Pellets nicht zwangsweise im Nachbarraum liegen muss, sondern sich auch bis zu 20 Meter entfernt und nicht unbedingt ebenerdig zum Heizraum befinden kann. Das ermöglicht auch Erdtanks im Garten als Lagerraum für die Pellets.

Welche Speichermöglichkeiten gibt es?

Im Prinzip kommen die Zentralheizungen auch ohne aus, aber der Einbau von Pufferspeichern erhöht den Komfort der Anlage. "Ein Speicher sorgt dafür, dass die Heizung nicht bei jedem Anlass neu gestartet werden muss", erklärt Bentele. Damit lässt sich die Zahl der Brennerstarts reduzieren und der Heizkessel immer im Volllastbetrieb laufen. Das erhöht den Wirkungsgrad und reduziert die Emissionen der Verbrennung. "Gerade für Gebäude mit niedrigem Wärmebedarf empfiehlt sich der Einbau eines Pufferspeichers", erklärt Bentele. "Wird die Pelletheizung beispielsweise noch mit einer Solaranlage gekoppelt, muss sie im Idealfall im Sommer gar nicht eingeschaltet werden."

Welche Nachteile hat diese Technik?

Der Lagerraum muss vorhanden sein. Außerdem sind viele Pelletheizungen zu groß. Denn Neubauten und auch sanierte Altbauten müssen entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) mit deutlich weniger Energie auskommen als früher. Der Trend geht auch zu kleineren Anlagen, zum Beispiel Pelletöfen, die direkt im Wohnraum aufgestellt werden. Sie bringen einen kleinen Teil der Wärme in das Zimmer, in dem sie stehen, und heizen mit dem größten Teil der Leistung das ganze Haus.

Wie ökologisch sind Pelletheizungen?

"Pellets haben eine gute Umweltbilanz", berichtet Wübbeler von der EnergieAgentur in Düsseldorf. Sie gelten im Gegensatz zu den Energieträgern Öl und Gas als weitgehend CO2-neutral: Bei der Verbrennung der Pellets wird nur die Menge an Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, die der Baum zuvor beim Wachstum aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wird dagegen Kohlendioxid freigesetzt, das seit Millionen von Jahren gespeichert ist. Diese Freisetzung führt zu einer Erhöhung des CO2-Gehalts in unserer Atmosphäre und ist maßgeblich für den Treibhauseffekt verantwortlich.

Neben einer Verringerung des Kohlendioxidausstoßes kommt es bei der Verbrennung von Pellets auch zu einem geringeren Ausstoß an Schwefeldioxid, so die Energieagentur NRW. Umweltverschmutzungen wie sie in Folge von Tankerunfällen und Lecks in Pipelines immer wieder auftreten, sind beim Gebrauch von Pellets nicht möglich. Auch die Gefahr von Explosionen und Grundwasserverunreinigungen beim Lagern ist im Vergleich zu fossilen Energieträgern deutlich geringer beziehungsweise gar nicht gegeben.