Einrohrheizung

Eine Einrohrheizung lässt sich vorrangig in von 1975 bis 1985 errichteten Ein- und Mehrfamilienhäusern finden. Heutzutage werden jedoch fast ausschließlich Zweirohrheizungen verbaut. Dieser Umstand begründet sich damit, dass eine Heizung mit Einrohrsystem gegenüber einer Ausführung mit zwei Rohren einige Nachteile aufweist. Trotzdem sind hierzulande immer noch anderthalb Millionen Einrohrheizungen in Betrieb.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Einrohrheizung?
  3. Einrohr- vs. Zweirohrheizung
  4. Merkmale Einrohrheizung
  5. Vorteile
  6. Nachteile
  7. Kosten sparen durch hydraulischen Abgleich
  8. Einrohrheizung austauschen lassen
  9. Verwandte Themen
  10. Weiterführende Links
  11. Heizstrompreise vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Einrohrheizung stellt eine Heizanlage dar, bei welcher der Vor- und Rücklauf an dieselbe Leitung angeschlossen sind.
  • Da das abgekühlte Wasser eines jedes Heizkörpers wieder im Ringkreislauf landet, sinkt die Temperatur von Heizung zu Heizung immer weiter ab, was bei der Planung des Systems berücksichtigt werden muss.
  • Um die Effizienz einer Einrohrheizung zu erhöhen, ist es sinnvoll, einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen, die Umwälzpumpe auszutauschen, die Dämmung der Heizrohre zu verbessern und/oder alte Ventile auszutauschen.
  • Im Regelfall raten Fachleute dazu, auf eine Zweirohrheizung umzusteigen, da diese energieeffizienter ist und langfristig zu Einsparungen führt.

Was ist eine Einrohrheizung?

Der Begriff Einrohrheizung bezeichnet ein Heizsystem, welches die angeschlossenen Heizungen in einer Ringleitung miteinander verbindet und diese nacheinander mit heißem Wasser versorgt. Das heißt, für Vor- und Rücklauf der Heizung gibt es lediglich ein einziges Rohrsystem. Den Wasserumlauf realisiert eine Umwälzpumpe.

Allerdings existieren unterschiedliche Bauarten. Bei älteren Modellen strömt das Heizwasser der Reihe nach durch die Heizungen. Infolgedessen lassen diese sich nicht einzeln regulieren. Eine sogenannte Bypass-Armatur gewährleistet dabei, dass in jedem Heizkörper ein gewisser prozentualer Anteil des Heizwasser landet. Modernere Ausführungen besitzen zusätzliche Abzweigungen, die es ermöglichen, die Heizleistung separat einzustellen.

Da sich nach jedem Heizkörper im Rohrsystem abgekühltes Wasser mit Heizwasser vermischt, sinkt die für die Erwärmung der Räumlichkeiten verfügbare Temperatur mit jeder Heizung weiter ab. Dies gilt es, bei der Planung einer Einrohrheizung zu berücksichtigen. Je weiter hinten in der Schaltung ein Heizkörper installiert ist, desto größer sollte er ausfallen.

Worin besteht der Unterschied zu einer Zweirohrheizung?

Im Gegensatz zu einer Heizung mit Einrohrsystem besitzt eine Zweirohrheizung einen Zulauf (als Vorlauf bezeichnet) und eine Rückleitung zum Heizkessel (als Rücklauf bezeichnet) – also zwei getrennte Leitungen. Anders ausgedrückt: Zweirohrsysteme nutzen standardmäßig eine Parallelschaltung, was bei Einrohrheizungen lediglich auf Modelle mit separaten Abzweigungen zutrifft.

Woran lässt sich eine Einrohrheizung erkennen?

Ob in der eigenen Wohnung eine Einrohrheizung für warme Räume sorgt, lässt sich mit einem Blick auf die Heizkörper herausfinden. Wenn es sich um eine Heizung mit Einrohrsystem handelt, enden der Vor- und Rücklauf stets am selben Strang beziehungsweise an derselben Armatur. Darüber hinaus kommen bei Einrohrheizungen oftmals spezielle Ventile zum Einsatz.

Die Vorteile einer Einrohrheizung

Ein Einrohrsystem besitzt im Wesentlichen zwei Vorzüge: Einerseits fallen die Material- und Montagekosten niedriger aus, weil weniger Leitungen verlegt werden müssen. Andererseits erwärmt ein derartiges Heizsystem die Räume sehr schnell, da es mit einer vergleichsweise hohen Vorlauftemperatur arbeitet.

Die Nachteile einer Einrohrheizung

Einen großen Nachteil stellen die wesentlich höheren Betriebskosten dar. Diese gehen teilweise auf die hohe Vorlauftemperatur zurück, die notwendig ist, damit auch das letzte Glied im Heizkreislauf ausreichend Wärme erhält. Ebenso trägt dazu der Umstand bei, dass die Umwälzpumpe Strom benötigt. Zusätzlich läuft die Pumpe selbst im Teillastbetrieb für gewöhnlich auf maximaler Leistung, infolgedessen sich die Vorlauftemperatur der Rücklauftemperatur anpasst. Dies ist auch der Grund, weshalb sich moderne Systeme wie Wärmepumpen und Brennwerttechnik für eine Einrohrheizung nicht eignen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass eine Störung an einem einzelnen Heizkörper sich auf das komplette System auswirken kann.

Kosten sparen durch einen hydraulischen Abgleich

Mithilfe eines hydraulischen Abgleichs lassen sich die einzelnen Komponenten einer Einrohrheizung optimal aufeinander abstimmen. Im Allgemeinen läuft die Prozedur sehr ähnlich wie bei einer Zweirohrheizung ab: Es erfolgt eine Bestandsaufnahme, auf Basis derer sich die optimalen Volumenströme berechnen lassen. Dazu installiert der Monteur spezielle Ventile, die es ermöglichen, die Ringwassermenge zu regulieren. Der Abgleich stellt sicher, dass es weder zu einer Unter- noch zu einer Überversorgung kommt, wodurch die Heizkosten im Regelfall sinken.

Sollte ich eine vorhandene Einrohrheizung austauschen lassen?

Experten raten in der Regel zur Umrüstung auf eine moderne Zweirohrheizung. Eine solche zeichnet sich sowohl durch eine höhere Energieeffizienz als auch durch einen höheren Komfort aus. Außerdem handelt es sich hierbei um eine energetische Sanierungsmaßnahme, weshalb in vielen Fällen die Möglichkeit besteht, Fördermittel zu nutzen.

Die Sanierungskosten liegen in der Regel im vierstelligen Bereich. Wer nicht über die nötigen finanziellen Mittel dafür verfügt, für den empfiehlt es sich, die Effizienz der Heizung mit Einrohrsystem durch verschiedene Maßnahmen zu erhöhen. Neben einen hydraulischen Abgleich besteht ebenso die Möglichkeit, die Umwälzpumpe zu modernisieren, die Heizungsrohre besser zu dämmen oder alte Ventile zu erneuern.

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