Das Katasteramt – auch unter den Bezeichnungen Vermessungsamt und Amt für Bodenmanagement bekannt – ist eine staatliche Behörde, die Grund- sowie Flurstücke vermisst und Land- sowie Seegebiete kartografiert. Für Verbraucher ist das Katasteramt vor allem von Bedeutung, wenn sie Bauland erschließen möchten oder Informationen zu einem bestimmten Flurstück benötigen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Vermessungsrecht ist Ländersache in Deutschland
  3. Die rechtsgeschichtliche Entwicklung des Katasteramts
  4. Die Aufgaben des Katasteramts
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Da die Zuständigkeit für das Vermessungsrecht hierzulande bei den Bundesländern liegt, ist das Katasteramt eine auf Landes- beziehungsweise Kommunalebene geführte Behörde.
  • Während der Begriff Vermessungsamt in der ganzen Bundesrepublik Verwendung findet, spricht man im Norden eher vom Katasteramt, im Süden nur vom Kataster.Zu den Hauptaufgaben des Amtes gehören die Vermessung von Grundstücken und die Führung des Liegenschaftskatasters.
  • Die Behörde fungiert zudem als Auskunftsstelle für Grundstücks- und Immobilienbesitzer.

Vermessungsrecht ist Ländersache in Deutschland

Eine zentrale Behörde, die für das Vermessungswesen zuständig ist, gibt es in Deutschland nicht. Stattdessen werden Katasterämter in der Bundesrepublik auf Landes- und mitunter auch auf Kommunalebene geführt. Vorschriften und Bestimmungen für die Führung des Katasters legen die Länder in Eigenregie fest, infolgedessen sich die Vermessungsgesetze, -verordnungen und -erlasse von Region zu Region unterscheiden können. Einige Bundesländer – beispielweise Sachsen-Anhalt und Niedersachsen – haben die Zuständigkeit an eine staatliche Behörde übertragen. In Ländern wie Brandenburg und Nordrhein-Westfalen liegt die Verantwortlichkeit dagegen beim kommunalen Katasteramt.

Die rechtsgeschichtliche Entwicklung des Katasteramts

Der Begriff „Kataster“ geht auf das lateinische Wort „catasta“ zurück, welches ein Schaugerüst für zum Kauf angebotene Sklaven – also gewissermaßen eine Auflistung – bezeichnet. Daraus leitete sich das französische Wort „cadastre“ ab, welches sich mit „Register“ übersetzen lässt. Um eine Grundsteuer erheben zu können, führte Frankreich 1798 ein Verzeichnis ein, welches die Flächenmaße sämtlicher Grundstücke beinhaltet. Nachdem Napoleon zu Anfang des 19. Jahrhunderts die linksrheinischen Gebiete vermessen ließ, folgte Preußen diesem Beispiel. Die westlichen Provinzen erfasste das Königreich bis 1835 in einem Kataster, die vom Adel dominierten östlichen Gebiete ab 1861.

Die Aufgaben des Katasteramts

Das Katasteramt übernimmt zahlreiche Tätigkeiten im Bereich des amtlichen Vermessungswesens. Neben der Vermessung von Grundstücken (auch als Liegenschafts- und Katastervermessung bezeichnet) besteht eine zentrale Aufgabe der Behörde in der Führung des Liegenschaftskatasters. Dabei handelt es sich um das amtliche Verzeichnis sämtlicher Liegenschaften, also aller Gebäude und Flurstücke. Dieses setzt sich aus dem Liegenschaftsbuch und der Liegenschaftskarte zusammen. Ersteres fungiert als beschreibender Nachweis. Die Karte gibt dagegen Auskunft über die räumliche Lage des Grundstücks und über eventuell vorhandene Gebäude. Viele Ämter haben das Verzeichnis bereits digitalisiert. Die nachfolgende Liste gibt einen Überblick über den Aufgabenbereich des Katasteramtes:

  • Vermessung: Die Behörde vermisst sowohl Grundstücke als auch die darauf errichteten Gebäude.
  • Bearbeitung der Bodenordnungsverfahren: Im Falle der Zusammenlegung eines zersplitterten forst- oder landwirtschaftlichen Grundbesitzes (auch als Flurbereinigung oder Umlegung bekannt) bearbeitet das Amt die Ergebnisse.
  • Auswertungen: Das Katasteramt wertet sämtliche Vermessungen aus, um das angelegte Verzeichnis aktuell zu halten – beispielsweise, indem es Grundstücksgrenzen neu kartografiert.
  • Kartierung: Das Amt ist dafür verantwortlich, die Messdaten und Eigenschaften der erfassten Flurstücke und Gebäude in Landkarten zu übertragen, aus denen sich die Katasterkarte ergibt.
  • Auskunft/Urkundenerstellung: Zusätzlich stellen die Ämter wichtige Auskunftsstellen dar. Grundstücks- beziehungsweise Immobilienbesitzer können verschiedene Informationen zu dem jeweiligen Flurstück einholen. Gegen eine Gebühr lassen sich vom Katasteramt Grundbuchauszüge, Bebauungspläne, Liegenschaftskarten und Auszüge aus dem Liegenschaftsbuch anfordern.

Besonderer Hinweis:

Prinzipiell hat jeder Eigentümer das Recht, die Vermessung seiner Liegenschaft zu veranlassen. Dazu ist es notwendig, über öffentliche Stellen einen Vermessungsingenieur oder privat ein Ingenieurbüro zu beauftragen. Je nach den gesetzlichen Regelungen ist es mitunter auch möglich, dass die Baufirma die Aufgabe übernimmt. Die anfallenden Kosten muss der Besitzer des Grundstücks/der Immobilie selbst tragen. Falls eine Gemeinde neues Bauland erschließt, legt sie den finanziellen Aufwand in der Regel auf die Grundstückspreise um.

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