Eine Flurkarte stellt einen Nachweis der geografischen Lage eines Grundstücks dar, der sowohl beim Erwerb als auch bei der Veräußerung von Immobilien von Bedeutung ist. Bauherren benötigen das Dokument beispielsweise, um einen Bauantrag stellen zu können oder um zu prüfen, bis zu welcher Stelle ein Grundstück reicht. Behörden greifen dagegen unter anderem auf Flurkarten zurück, um die Höhe der Grundsteuer korrekt zu ermitteln.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Flurkarte?
  3. Welche Angaben enthält eine Flurkarte?
  4. Eine Flurkarte beantragen: So funktioniert‘s
  5. Das Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem
  6. Worin bestehen die Unterschiede zwischen einer Flurkarte und einem Lageplan?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Flurkarte ist der darstellende Teil des Liegenschaftskatasters, der alle Grundstücke und Gebäude aufführt, die sich in einem bestimmten Gebiet befinden.
  • Liegenschaftskarten sind insbesondere bei der Immobilienbewertung von Bedeutung.
  • Wer eine Flurkarte benötigt, kann eine solche beim Katasteramt beantragen, wofür Gebühren zwischen 15 und 60 Euro anfallen.
  • Mittlerweile stehen sämtliche Katasterkarten in digitaler Form zur Verfügung, infolgedessen die Behörden Auszüge sowohl in Datei- als auch Papierform anbieten.

Was ist eine Flurkarte?

Bei einer Flurkarte – auch unter den Bezeichnungen Liegenschaftskarte und Katasterkarte bekannt – handelt es sich um eine maßstabsgetreue Darstellung sämtlicher Liegenschaften (Grundstücke und Gebäude) eines bestimmten Gebiets. Der verwendete Maßstab kann jedoch von Region zu Region variieren. In urbanen Gegenden liegt dieser für gewöhnlich zwischen 1:500 und 1:1.000. In ländlichen Gebieten fällt der verwendete Maßstab mit 1:1.500 bis 1:2.000 in der Regel etwas höher aus. Dieser Umstand geht darauf zurück, dass sich auf dem Land vorwiegend größere Liegenschaften finden lassen.

Flurkarten sind ein amtlicher Nachweis der Existenz und genauen Lage eines Grundstücks beziehungsweise Grundbesitzes. Sie stellen zudem die Kartengrundlage des Grundbuchs und damit auch die Basis zur Sicherung des Eigentums an Grund und Boden dar. In Kombination mit der sogenannten Schätzungskarte bildet die Flurkarte den darstellenden Teil des Katasters. Für dessen Führung ist das vom Land beziehungsweise der Kommune eingesetzte Vermessungsamt verantwortlich.

Da die Flurkarte die exakte Lage eines Objekts angibt, ist sie vor allem für Immobilienbewertungen relevant. Damit Gutachter eine Immobilie angemessen bewerten können, müssen sie beispielsweise wissen, wo diese sich genau befindet und ob das Grundstück über eine Zufahrt zur Straße verfügt. Ein Auszug aus dem Kataster ist aber beispielsweise auch im Falle geplanter Baumaßnahmen oder bei der Abwicklung eines Grundstücksgeschäfts erforderlich. Selbiges gilt für die Berechnung bodenbezogener Steuern und für weitere das Grundstück betreffende Abgaben und Beiträge.

Welche Angaben enthält eine Flurkarte?

Eine Flurkarte umfasst verschiedene amtliche Kennzahlen. Sie beinhaltet für gewöhnlich die folgenden Variablen:

  • Flurstücke inklusive Begrenzung und Flurstücknummern
  • Abmarkungen und Grenzen des Flurstücks
  • Gemarkungs- und Gemeindegrenzen
  • Gebäude mit Nutzungsart und Nummer
  • Nutzungsart des Bodens und Bodenschätzungsmerkmale (bei Agrarflächen)
  • Blattrahmen mit Flurnummer, Bezeichnung der Gemarkung, Maßstab und Herkunft

Mitunter enthalten Liegenschaftskarten weitere Informationen. In manchen Karten lassen sich auch Grenz- und Vermessungspunkte, topografische Angaben und Böschungen sowie Hecken, Zäune und Mauern finden.

Eine Flurkarte beantragen: So funktioniert‘s

Wenn Sie eine Liegenschaftskarte benötigen, müssen Sie sich an das zuständige Katasteramt wenden. Dieses stellt die Karten flächendeckend für sämtliche Bundesländer in aktueller Form zur Verfügung. Einen entsprechenden Auszug zu beantragen ist meist sowohl via E-Mail und Fax als auch postalisch sowie persönlich möglich.

Wie hoch die Bearbeitungsgebühr ausfällt, variiert von Amt zu Amt. Für gewöhnlich liegen die Kosten zwischen 15 und 60 Euro. Auch die Bearbeitungsdauer kann sich von Stadt zu Stadt unterscheiden. Immobilieninteressenten und Bauherren müssen mit fünf bis acht Werktagen rechnen.

Besonderer Hinweis:

Wenn Sie Zeit und gegebenenfalls auch Geld sparen möchten, sollten Sie sich vor der Beantragung der Flurkarte darüber informieren, welches Format Sie benötigen und ob die Möglichkeit besteht, das Dokument online anzufordern.

Das Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem

Mittlerweile arbeiten die Behörden mit dem Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem – kurz ALKIS, welches sämtliche Flurkarten in digitaler Form beinhaltet. Das bundesweit einheitliche System ersetzt die Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) und das Automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB), indem es die einzelnen Datensätze vereint. Infolgedessen sind Flurkarten in der heutigen Zeit sowohl als digitaler Auszug als auch als Ausdruck erhältlich. Das digitale System vereinfacht zudem die Aktualisierung der Karten.

Worin bestehen die Unterschiede zwischen einer Flurkarte und einem Lageplan?

Eine Liegenschaftskarte stellt lediglich Grundstücke und Gebäude dar. Ein amtlicher Lageplan geht inhaltlich weit darüber hinaus, da er zahlreiche Zusatzangaben – etwa zur Lage, zur Beschaffenheit und zu den Besitzverhältnissen – beinhaltet. Das Dokument enthält beispielsweise auch Angaben zu den Geländehöhen, zu Bäumen und zu befestigten Flächen. Ein weiterer Unterschied ist, dass der öffentlich bestellte Sachverständige den amtlichen Lageplan individuell für ein spezifisches Flurstück anfertigt. Wenn Sie einen Bauantrag einreichen oder eine Immobilienfinanzierung beantragen, benötigen Sie beide Dokumente.

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