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Autokauf: neu oder gebraucht?

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Nicht jeder, aber viele Autobesitzer überlegen vor einem Autokauf, ob sie sich für einen Neuwagen oder einen Gebrauchten entscheiden sollen. Dabei fallen unter den Begriff „gebraucht“ schon lange nicht mehr nur noch Autos mit 100.000 Kilometern Laufleistung. Vorführwagen oder Tageszulassungen gelten auch als Gebrauchtwagen, sind aber meist deutlich günstiger. Immer wieder ist zu hören, dass ein Neuwagen, ist er vom Verkaufsgelände gerollt, bereits 25 Prozent Wertverlust aufweist. Wir wollen der Frage auf den Grund gehen, was am Ende die bessere Lösung sein kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Varianten wie Tageszulassung oder Vorführwagen gelten als Gebrauchtfahrzeuge, sind aber im Grunde Neuwagen.
  • Jahreswagen bieten eine kostengünstige Alternative zu Neuwagen und Vorführwagen, ohne dass möglicher Verschleiß bereits einsetzte.
  • Solide Gebrauchtfahrzeuge stellen eine echte Alternative zu extrem preisgünstigen Neuwagenmodellen dar.
  • Autokredite greifen nicht nur bei der Finanzierung von Neuwagen, sondern auch bei der Anschaffung eines Gebrauchten.

Neuwagen oder gebraucht – auch eine Frage des Budgets

Autos genießen bei vielen Menschen einen besonderen Stellenwert. Das Budget erlaubt zwar den Kauf eines neuen Kleinwagens, der Traum gilt aber der Oberklasselimousine. Wer diesen Traum verwirklichen möchte, wird entweder einen Autokredit nutzen oder sich für ein Modell aus zweiter oder dritter Hand entscheiden. Es ist allerdings anzumerken, dass Autokredite nicht nur für Neuwagen, sondern auch für Gebrauchtfahrzeuge zur Verfügung stehen.

Es gibt Anbieter, die für einen Neuwagen unter 10.000 Euro aufrufen. Diese Fahrzeuge sind jedoch hinsichtlich Ausstattung eher übersichtlich. Die Technik mag auch nicht mehr die neueste sein, sondern von älteren Modellen einer anderen Marke aus demselben Konzern übernommen. Es lohnt sich, bei der Frage, ob neu oder gebraucht, auch im Internet zu recherchieren. Immer wieder finden sich Fahrzeuge der gehobenen Marken von privaten Verkäufern, die mit relativ geringer Laufleistung recht günstig zu haben sind. Um ein Beispiel zu nennen: Ein kleiner Benz, drei oder vier Jahre alt mit unter 100.000 Kilometern für 7.000 Euro ist durchaus möglich.

Es bleibt die Frage, wie groß das Risiko ist, dass bei diesem Fahrzeug Reparaturen anfallen, die über die Preisdifferenz von 3.000 Euro hinausgehen.

Neuwagen oder Jahreswagen?

Bei der Frage Neuwagen oder Jahreswagen fällt die Antwort schon ein wenig deutlicher aus. Das Fahrzeug ist praktisch neu, hat noch Garantie und dürfte auch noch keine Mängel aufweisen. Der Preisvorteil gegenüber einem Neuwagen beträgt jedoch bis zu 40 Prozent. Abgesehen davon macht es Spaß, auf dem Werksgelände der Hersteller die zahlreichen Jahreswagen unter die Lupe zu nehmen. Wer gerne ein fast neues Fahrzeug fahren möchte, kann bei gleichem Budget bei einem Jahreswagen deutlich mehr Auto kaufen als bei der Bestellung eines Neuwagens. Natürlich kommt ihm der Händler bei Barzahlung auch im Preis entgegen. Allerdings fallen die Spannen nicht so deutlich aus wie bei einem Jahreswagen.

Neuwagen oder Tageszulassung?

Es besteht ein Unterschied zwischen einer Tageszulassung und einem Vorführwagen. Tageszulassungen dienen aus Händlersicht häufig dazu, die Abnahmekontingente gegenüber dem Hersteller zu erfüllen. Die Fahrzeuge werden geordert, für einen Tag zugelassen und stehen dann als Sonderangebote zur Verfügung. Der Händler hat seine Abnahmevorgaben erfüllt, der Kunde kann ein Neufahrzeug mit deutlichen Abschlägen erwerben. Der Druck, den die Hersteller auf die Händler ausüben, kommt dem Käufer am Ende zugute.

Etwas anders verhält es sich mit Vorführwagen. Auch hier gilt wieder, dass der Händler verkaufen will. Aus diesem Grund bieten Vorführwagen häufig eine gehobene Ausstattung oder sogar die Vollausstattung. Wer jetzt den Preis für ein Neufahrzeug mit Serienausstattung mit dem eines Vorführwagens vergleicht, wird sich nicht selten wundern. Der Vorführwagen ist ein wenig teurer. Rechnet man jetzt allerdings den Aufpreis für die Vollausstattung zum Listenpreis für das „normale“ Fahrzeug, wäre der Vorführwagen erheblich teurer als der ausgewiesene Preis.

Vorführwagen ermöglichen es, einen Quasi-Neuwagen mit gehobener Ausstattung in Relation gesehen deutlich günstiger zu erwerben. Inwieweit sich die Ausstattungsmerkmale bei einem späteren Weiterverkauf auswirken, bleibt allerdings offen. Häufig honorieren mögliche Käufer diesen Mehrwert nicht.