Ablösebescheinigung

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Kreditnehmer brauchen eine Ablösebescheinigung, wenn sie ein bestehendes Darlehen umschulden möchten. Eine Umschuldung kann durchaus Sinn machen, bedarf aber im Vergleich zu einer normalen Kreditauszahlung das eine oder andere zusätzliche Vorgehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ablösebescheinigung dient als rechnerische Grundlage, um eine vorzeitige Ablösung eines Kredites zu prüfen.
  • Auf der Grundlage der Ablösevollmacht kann die Bank im Rahmen einer Umschuldung ein bestehendes Darlehen direkt ablösen.
  • Umschuldungen bieten sich gerade in Zeiten sehr niedriger Zinsen an, um die Kreditkosten zu senken.
  • Bei einer dauerhaften Nutzung des Dispokredites sollten Kontoinhaber ebenfalls über eine Umschuldung nachdenken. Diese geht jedoch formlos.

Wozu wird die Ablösebescheinigung benötigt?

Zu Zeiten sehr niedriger Zinsen kann es sinnvoll sein, bestehende ältere Kredite mit höheren Zinsen in einem Darlehen zusammenzufassen und abzulösen. Im ersten Schritt müssen die Kreditnehmer ermitteln, ob es sich überhaupt lohnt. Dies geschieht am einfachsten, indem bei der aktuell kreditgebenden Bank eine Ablösebescheinigung angefordert wird. Wir stellen dazu ein Musteranschreiben als Download für die Ablösebescheinigung Kredit als Vorlage zur Verfügung.

Anhand der Vorgaben lässt sich ermitteln, wie hoch die neue Kreditsumme ausfallen muss. Diese setzt sich aus der aktuellen Restschuld zum Stichtag und der möglichen Vorfälligkeitsentschädigung zusammen. Die Vorfälligkeitsentschädigung beträgt bei einer Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten 0,5 Prozent der Restschuld. Bei mehr als einem Jahr Restlaufzeit beträgt die Restschuld ein Prozent. Viele Banken sehen aber inzwischen von dieser Gebühr ab und ermöglichen Sondertilgungen, sprich eine vorzeitige Ablöse, gebührenfrei.

Vergleicht der Kreditnehmer nun die neu anfallenden Zinsen für die ursprüngliche Restlaufzeit mit den Zinsen des bestehenden Kredites, sieht er, ob diese in der Summe niedriger oder höher ausfallen. Entfällt die Vorfälligkeitsentschädigung, reduziert sich die Zinslast auf jeden Fall.

Die Umschuldung und die Ablösevollmacht

Kann der Kreditnehmer tatsächlich durch die Umschuldung Geld einsparen, erfolgt der Kreditantrag. Als Verwendungszweck muss er „Umschuldung“ angeben. In diesem Fall wird das Geld nicht auf sein Konto ausbezahlt. Er unterschreibt der neuen Bank vielmehr im Rahmen der Antragstellung eine Ablösevollmacht. Die Ablösevollmacht ist Bestandteil des neuen Kreditvertrages. Mit dieser Vollmacht wird die neue Bank legitimiert, das bestehende Darlehen durch Überweisung der Restschuld auf das Darlehenskonto mit dem neuen Kredit abzulösen.

Nur, wenn die Darlehenssumme höher ausfällt als der Betrag, der bei der anderen Bank oder den anderen Banken abgelöst werden soll, erfolgt auch eine Teilauszahlung auf das Konto des Kreditnehmers.

Dispoausgleich ohne Ablösebescheinigung

Es kann auch sein, dass der Dispokredit voll umfänglich ausgenutzt wird. In diesem Fall ist eine Ablösung notwendig, um wieder liquide zu werden. Für die Ablöse des Dispos sind allerdings keine Ablöseschreiben notwendig. Der Kreditbetrag wird lediglich auf das Girokonto des Kreditnehmers überwiesen. Damit ist das Konto wieder ausgeglichen.

Gerade bei einer dauerhaften Inanspruchnahme des Dispokredites lohnt es sich, über eine Umschuldung nachzudenken. Zum einen übersteigen die Zinsen für Kontoüberziehungen Zinsen für Ratenkredite deutlich und machen einen Kredit teurer, als er sein müsste. Zum anderen schränkt ein Dispo auch die finanzielle Flexibilität erheblich ein. Zu guter Letzt birgt ein dauerhafter Dispo auch das Risiko der negativen Kreditspirale. Die Verschuldung steigt kontinuierlich an, auch bedingt durch die hohen Zinsen, die wieder aus der Kontoüberziehung heraus bezahlt werden. Am Ende droht die Kontosperre. Ein klassischer Ratenkredit dagegen sorgt für klare Vorgaben. Der Kreditnehmer weiß genau, welche monatliche Rate er für welchen Zeitraum aufbringen muss, um seine Verbindlichkeiten auszugleichen.