Private Krankenversicherung für Beamte im Vergleich

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Krankenversicherung für Beamte: gesetzlich oder privat?

Seit dem 1. Januar 2009 besteht in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht für alle Bürgerinnen und Bürger deutscher Staatsangehörigkeit. Auch Beamte unterstehen dieser Pflicht. Dabei können sie wählen, ob sie sich privat oder gesetzlich versichern möchten. Bei Beamten kommt es auf Grund der Beihilferegelung zu einigen Besonderheiten:

  • Beamten erhalten stark vergünstigte Tarife für die private Krankenversicherung (PKV)
  • Das Einkommen der Beamten muss nicht über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen
  • Eine gesetzliche Absicherung lohnt sich selten

Die Beihilferegelung – Diese Kosten werden übernommen

Die Krankenversicherung für Beamte gestaltet sich anders als bei Angestellten. Angestellte erhalten vom Arbeitgeber einen Zuschuss zu den Krankenversicherungskosten. Bei Beamten entfällt dieser Zuschuss. Stattdessen trägt der sogenannte Dienstherr des Beamten eine Fürsorgepflicht und leistet somit im Krankheitsfall. Daher springt die Beamtenbeihilfe ein und übernimmt einen Teil der anfallenden Kosten.

Da es in Deutschland kein einheitliches Beihilferecht gibt, wird die Höhe der Beihilfe je nach Bundesland anders bemessen. Geregelt ist das in der Beihilfeverordnung der einzelnen Länder. Je nach Familienstatus liegt der Beihilfeanspruch bei 50 bis 80 Prozent der anfallenden Kosten. Die verbleibenden 20 bis 50 Prozent der Kosten muss der Versicherte selbst über eine Krankenversicherung absichern.

Leistungen der Beihilfe für Beamte

Die Beihilfeverordnung regelt ebenfalls, für welche Leistungen ein Recht auf Zuschuss besteht. Neben der medizinisch notwendigen und gesetzlich vorgeschriebenen Versorgung bei Krankheiten, sind auch Leistungen bei Schwangerschaft, Pflegebedürftigkeit und beim Todesfall beihilfefähig.

Behandlungen beim Heilpraktiker sowie Behandlungen beim Zahnarzt sind ebenso erstattungsfähig. Was genau bei einer Zahnbehandlung oder einem Zahnersatz erstattet wird, hängt von den jeweiligen Regelungen des Bundeslands ab. Auch die Kosten für ein Einbettzimmer oder Chefarztbehandlung werden nicht immer übernommen. Solche Kosten müssen eventuell zusätzlich über die PKV oder eine Krankenzusatzversicherung abgesichert werden.

Ist die Familie durch die Beihilfe ebenfalls abgesichert?

Für den Beamten selber übernimmt die Beihilfe mindestens 50 Prozent der Kosten. Hat der Beihilfeberechtigte zwei oder mehr Kinder, steigt der Satz auf 70 Prozent. Ein Ehegatte, der nicht gesetzlich versichert ist und dessen Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt, bekommt ebenfalls Beihilfeaufwendungen. Die Bemessungsgrenzen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Versicherte sollten sich vorab informieren, welcher Betrag in ihrem Bundesland gilt.

Ist der Ehegatte beihilfeberechtigt, bekommt er 70 Prozent der Kosten ersetzt. Auch dies ist seitens der Länder geregelt. Bei Kindern gilt: Sobald ein Elternteil beihilfeberechtigt ist, wird auch für dessen Kinder Beihilfe gezahlt. Hier liegt der Satz bei 80 Prozent. Die Restkosten von 20 Prozent lassen sich sehr günstig versichern.

Wie funktioniert die private Absicherung bei Beamten?

Wählen Beamte das Modell einer privaten Krankenversicherung, kommen sie meistens finanziell günstiger weg, da hier spezielle Tarife gelten. Da die Beihilfe für einen großen Kostenanteil im Krankheitsfall aufkommt, müssen die privaten Krankenversicherer nur noch die Restkosten ausgleichen. Man spricht daher auch von einer Restkostenversicherung.

Die Versicherer können Beamtentarife anbieten, die monatlich meist sehr günstig sind und unter denen der gesetzlichen Krankenkasse liegen. Allerdings müssen Beamte dann ihre Ehepartner und Kinder bei der privaten Krankenversicherung separat absichern. Die Beitragssätze sind hier aber ebenfalls eher niedrig, wenn die Familienangehörigen Beihilfe erhalten. Bei der Wahl der Krankenversicherung für Beamte sollten diese Kriterien miteinbezogen werden.

Wie funktioniert der Wechsel in die private Krankenversicherung für Beamte?

Ein neu Verbeamteter hat sechs Monate Zeit, um in die private Krankenversicherung zu wechseln. Der Tarif wird dort nach dem Eintrittsalter eingestuft. Wer erst spät zum Beamtentum kommt, kann deshalb in der PKV einen teureren Tarif erhalten. Wenn ein Beamter nach seinem Beamtentum wieder in ein Angestelltenverhältnis wechselt, muss ihn seine private Krankenversicherung nach Anpassung der Tarife ohne erneute Gesundheitsprüfung weiter versichern.

Dies gilt aber nur für bestehenden Versicherungsschutz. Wichtige Elemente, wie das Krankentagegeld, sind im Vertrag von Beamten meist nicht enthalten, da diese im Krankheitsfall keine Einkommenseinbußen zu erwarten haben. Soll der Versicherungsschutz nach dem Ausscheiden aus dem Beamtentum erweitert werden, kann nun eine erneute Gesundheitsprüfung nötig werden. Für diesen Fall sollte vorab eine Nachversicherungsgarantie für entsprechende Klauseln schriftlich vereinbart werden.

Wie berechnen sich die Beiträge im Alter bei der privaten Krankenversicherung für Beamte?

Wechselt ein Beamter in den Pensionsstatus über, wird er zum Versorgungsempfänger. Der Anteil der Beihilfe steigt dann auf 70 Prozent an, unabhängig von der Zahl der Kinder. Der Anteil der Restkosten für die PKV liegt somit nur noch bei 30 Prozent. Dadurch kann der Krankenversicherungsbeitrag deutlich sinken, was niedrigere Beiträge im Alter bedeutet.

Gesetzliche Krankenversicherung für Beamte – Ohne Beihilfeanspruch wird es teuer

Wählen Beamte die Variante der gesetzlichen Krankenversicherung, entfällt der Beihilfeanspruch in der Regel. Versicherte bekommen auch keinen Arbeitgeberanteil gezahlt und müssen den kompletten Beitrag, ähnlich wie Selbstständige, alleine bezahlen. Daher lohnt sich – auch dank der speziellen Beihilfetarife der privaten Krankenkassen – für viele diese Art der Versicherung nicht. Ein Vorteil für den Beamten ist eine mögliche Familienversicherung. Dabei können Ehepartnern und Kindern kostenlos mitversichert werden.

Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung im Pensionsalter

In der gesetzlichen Versicherung zahlt der Beamte weiterhin den vollen Beitrag, der für sein Jahreseinkommen angesetzt ist. Zusätzlich müssen Ehepartner oder Kinder, die bisher in einer Familienversicherung mitversichert waren, sich nun selbst versichern, da die Familienversicherung im Ruhestand nicht mehr möglich ist.

Welche Besonderheiten bei bestimmten Berufsgruppen

Bei einigen Berufsgruppen innerhalb der Beamten, kann es zu Sonderregelungen bei der Krankenversicherung kommen:

Ausnahmen für Beamte im Vollzug

Vollzugsbeamte wie Polizisten, Zollbeamte, Justizvollzugsbeamte oder Bundespolizisten sind im Rahmen der Heilfürsorge in vielen Bundesländern komplett über den Staat abgesichert. Die Versicherer begründen dies, durch das hohe Berufsrisiko dieser Beamtengruppe und die damit verbundene schwere Versicherbarkeit. Soldaten können sich unentgeltlich über den Truppenarzt versorgen lassen oder, mit einem entsprechenden Überweisungsschein, zu einem normalen Arzt gehen.

Die Heilfürsorge erstreckt sich nicht auf Familienmitglieder. Für sie greift jedoch in jedem Falle die Beihilfeverordnung. Scheiden Beamte aus dem aktiven Dienst aus, greift in der Regel ebenfalls die Beihilfeordnung. Die restlichen anfallenden Kosten können mittels einer PKV abgesichert werden.

Krankenversicherung für Beamtenanwärter

Beamtenanwärter haben, wie auch Beamte, einen Anspruch auf Beihilfe. Deshalb können Versicherte ebenfalls von vergünstigten Tarifen bei der PKV profitieren. Zu diesem Personenkreis zählen beispielsweise Referendare für den Schuldienst oder Anwärter bei der Polizei.

Da Beamtenanwärter jedoch regulär gekündigt werden können, müssen Sie dieses Risiko tragen und zusätzlich vorsorgen. Denn ein späterer Wechsel von der privaten zurück zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist nur unter besonderen Voraussetzungen möglich. Durch den Zuschuss der Beihilfe bieten viele Krankenversicherer jedoch vergünstigte Tarife für Beamtenanwärter an.

Was müssen Versicherte beim Vergleich der Krankenversicherung beachten?

Sowohl bei der GKV als auch bei der PKV lohnt sich ein Leistungsvergleich. Tarife und Leistungen unterscheiden sich oft, sodass sich im Jahr einiges an Geld sparen lässt. Auch wenn die private Krankenversicherung dank der Beihilfetarife in Regel günstiger ist, trifft dies nicht immer zu. Wird man erst spät verbeamtet, lohnt sich ab einem gewissen Alter durchaus ein Vergleich. Hier kann die GKV lohnenswerter sein als eine PKV. Im Vergleichsrechner sind unter anderem bekannte Versicherungsunternehmen, wie Debeka, DKV oder Allianz enthalten.

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