Wie viel Geld gehört auf welches Konto?

Bildquelle: ©Adobe Stock/Text: Verivox

Seit Jahren sind die Zinsen auf Talfahrt. Zumindest bei den Sparzinsen ist eine echte Trendwende aktuell noch nicht erkennbar. Lassen Sie deshalb nicht zu viel Geld bei mickrigen Zinsen auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto versauern. Doch wie viel Geld gehört auf welches Konto?

Girokonto nicht ins Minus rutschen lassen

Auf dem Girokonto landen erstmal alle Zahlungseingänge – vom Monatslohn bis zur Steuerrückzahlung. Guthabenzinsen sind hier aber kaum zu holen. Zu viel Geld sollte hier deshalb nicht verbleiben.

Doch wie viel Geld sollte maximal auf dem Girokonto liegen? Eine fixe Obergrenze gibt es dafür nicht. Auch die Banken beschränken die maximalen Einlagen in aller Regel nicht. Einige Institute verlangen für sehr hohe Guthaben allerdings Negativzinsen – jedoch keines für Einlagen unter 100.000 Euro.

Mehr zum Thema: Diese Banken verlangen Negativzinsen von Privatkunden

So viel Geld auf dem Girokonto zu deponieren, ist unnötig. Planen Sie lediglich so viel finanziellen Puffer ein, dass Sie eine außerplanmäßige Abbuchung nicht sofort ins Minus reißt. Denn das lassen sich die Banken teuer bezahlen. Wenn am Ende eines gewöhnlichen Monats mit normalen Zahlungsein- und -ausgängen etwa 1.000 Euro übrigbleiben, sind Sie gut aufgestellt.

Weiterer Spartipp: Wenn Ihre Bank Gebühren für das Girokonto verlangt, sollten Sie über einen Wechsel nachdenken. Der Kontowechsel klappt schnell und bequem – vor allem wenn die neue Bank einen digitalen Wechselservice anbietet.

Zum Ratgeber: Kontowechsel – leichterer Umstieg dank Kontowechselservice

Auch wenn zuletzt immer mehr Banken neue Gebühren für ihr Girokonto eingeführt haben, gibt es sie noch – die rundherum kostenfreien Angebote. Achten Sie bei der Auswahl nicht nur darauf, dass die neue Bank keine Kontoführungsgebühren verlangt. Auch die Girocard (früher: EC-Karte) und die Kreditkarte sollten nichts kosten. Als kleines Bonbon belohnen manche Banken den Wechsel sogar noch mit einem Neukundenbonus, der dem neuen Konto gutgeschrieben wird.

Zum Girokonto-Vergleich

Einfache Faustformel für das Tagesgeldkonto

Aufs Tagesgeldkonto wandert Ihre „eiserne Reserve“, die Sie ständig flüssig haben müssen – zum Beispiel für den Fall, dass kostspielige Reparaturen an Haus oder Auto anstehen. Als Faustregel gilt: Drei Netto-Monatsgehälter sind die perfekte Anlagesumme fürs Tagesgeld.

Auch hier lohnt sich der Anbietervergleich. Vor allem viele Filialbanken zahlen auch aufs Tagesgeld gar keine Zinsen mehr. Im schlimmsten Fall drohen sogar Negativzinsen. Bei den besten Tagesgeld-Angeboten erhalten Kunden aktuell immerhin 0,8 Prozent Zinsen (Stand: September 2019). Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro macht das Zinseinnahmen von 80 Euro im Jahr. Die sollten Sie sich nicht ohne Not entgehen lassen.

Zum Tagesgeld-Vergleich

Festgeld nicht länger als zwei Jahre anlegen

Etwas höhere Zinsen wirft Festgeld ab. Dafür können Sie während der Laufzeit nicht über Ihr Geld verfügen. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto besser der Zinssatz. Trotzdem sollten Sie Ihr Erspartes in der aktuellen Niedrigzinsphase nicht länger als zwei Jahre fest anlegen. Sonst verpassen Sie womöglich die Ralley, sobald die Zinsen wieder steigen.

Zum Ratgeber: Zinsentwicklung und Zinsprognose für Spar- und Kreditzinsen

Die besten 2-jährigen Festgeldangebote gleichen zumindest fast die Inflation aus. Sie vermeiden also zumindest einen erheblichen Wertverlust Ihrer Ersparnisse. Als Anlageform taugt Festgeld vor allem für Geldreserven, die Sie mittelfristig wieder brauchen werden – zum Beispiel für ein neues Auto oder eine aufwendige Haussanierung. Bei aktuellen Top-Angeboten (September 2019) können Sie sich nach 2 Jahren über Zinseinnahmen von über 280 Euro Euro freuen (Anlagesumme: 10.000 Euro).

Zum Festgeld-Vergleich

Langfristig höhere Renditen erwirtschaften

Wer nach Renditen deutlich über der Inflationsrate sucht, kann einen Teil seines Vermögens in Investmentfonds anlegen. Als Basisprodukt sind für Kleinanleger vor allem günstige Indexfonds (ETF) gut geeignet. Wichtig ist hier eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie von mindestens zehn Jahren. Kurzfristige Kursverluste können Sie dann einfach aussitzen.

Zum Ratgeber: Fonds als Geldanlage – wie Sie die optimalen Fonds finden

Dass Sparen in Aktien kein unkalkulierbares Risiko ist, zeigt eine Auswertung des Deutschen Aktieninstituts: Wer den Mix der Standardwerte des Deutschen Aktienindex DAX gekauft und mindestens 15 Jahre gehalten hat, war beim Verkauf bisher noch nie im Minus.

Trotzdem sollten Sie bei der Geldanlage nie alles auf eine Karte setzen. Ein solides Portfolio besteht immer aus mindestens zwei Bausteinen – einem für die Rendite und einem, der mit sicheren Anlagen bestückt ist. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber:

10.000 Euro anlegen – in sechs Schritten zur optimalen Strategie