Wie viel Geld gehört auf welches Konto?

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+++ Dieser Ratgeber wird regelmäßig aktualisiert. Die folgenden Informationen entsprechen dem aktuellen Stand am 10. März 2020. +++

Seit Jahren sind die Zinsen auf Talfahrt. Zumindest bei den Sparzinsen ist eine echte Trendwende aktuell noch nicht erkennbar. Lassen Sie deshalb nicht zu viel Geld bei mickrigen Zinsen auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto versauern. Doch wie viel Geld gehört auf welches Konto?

Girokonto nicht ins Minus rutschen lassen

Auf dem Girokonto landen erstmal alle Zahlungseingänge – vom Monatslohn bis zur Steuerrückzahlung. Guthabenzinsen sind hier aber kaum zu holen. Zu viel Geld sollte hier deshalb nicht verbleiben.

Einige Institute verlangen allerdings Negativzinsen – die meisten davon nur für sehr hohe Guthaben ab 100.000 Euro oder mehr. Einzelne Banken beschränken die Freibeträge aber bereits auf deutlich niedrigere Summen – teilweise wird schon Guthaben ab 5.000 Euro mit Strafzinsen belastet.

Übersicht: Diese Banken verlangen Negativzinsen von Privatkunden

Doch auch wenn die eigene Bank keine Negativzinsen verlangt, sollten Sparer nicht zu viel Geld auf dem Girokonto deponieren. Planen Sie lediglich so viel finanziellen Puffer ein, dass Sie eine außerplanmäßige Abbuchung nicht sofort ins Minus reißt. Denn das lassen sich die Banken teuer bezahlen. Wenn am Ende eines gewöhnlichen Monats mit normalen Zahlungsein- und -ausgängen etwa 1.000 Euro übrigbleiben, sind Sie gut aufgestellt.

Weiterer Spartipp: Wenn Ihre Bank Gebühren für das Girokonto verlangt, sollten Sie über einen Wechsel nachdenken. Der Kontowechsel klappt schnell und bequem – vor allem wenn die neue Bank einen digitalen Wechselservice anbietet.

Auch wenn zuletzt immer mehr Banken neue Gebühren für ihr Girokonto eingeführt haben, gibt es sie noch – die rundherum kostenfreien Angebote. Achten Sie bei der Auswahl nicht nur darauf, dass die neue Bank keine Kontoführungsgebühren verlangt. Auch die Girocard (früher: EC-Karte) und die Kreditkarte sollten nichts kosten. Als kleines Bonbon belohnen manche Banken den Wechsel sogar noch mit einem Neukundenbonus, der dem neuen Konto gutgeschrieben wird.

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Einfache Faustformel für das Tagesgeldkonto

Aufs Tagesgeldkonto wandert Ihre „eiserne Reserve“, die Sie ständig flüssig haben müssen – zum Beispiel für den Fall, dass kostspielige Reparaturen an Haus oder Auto anstehen. Als Faustregel gilt: Drei Netto-Monatsgehälter sind die perfekte Anlagesumme fürs Tagesgeld.

Auch hier lohnt sich der Anbietervergleich. Vor allem viele Filialbanken zahlen auch aufs Tagesgeld gar keine Zinsen mehr. Im schlimmsten Fall drohen auch hier Negativzinsen. Bei den besten Tagesgeld-Angeboten erhalten Kunden aktuell immerhin 0,35 Prozent Zinsen. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro macht das Zinseinnahmen von 35 Euro im Jahr. Die sollten Sie sich nicht ohne Not entgehen lassen.

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Festgeld nicht länger als zwei Jahre anlegen

Etwas höhere Zinsen wirft Festgeld ab. Dafür können Sie während der Laufzeit nicht über Ihr Geld verfügen. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto besser der Zinssatz. Trotzdem sollten Sie Ihr Erspartes in der aktuellen Niedrigzinsphase nicht länger als zwei Jahre fest anlegen. Sonst verpassen Sie womöglich die Ralley, sobald die Zinsen wieder steigen.

Zum Ratgeber: Zinsentwicklung und Zinsprognose für Spar- und Kreditzinsen

Derzeit gleichen selbst die besten 2-jährigen Festgeldangebote nicht ganz die Inflation aus. Doch mit Top-Angeboten können Sie den Wertverlust Ihrer Ersparnisse zumindest spürbar begrenzen. Als Anlageform taugt Festgeld vor allem für Geldreserven, die Sie mittelfristig wieder brauchen werden – zum Beispiel für ein neues Auto oder eine aufwendige Haussanierung. Bei aktuellen Top-Angeboten können Sie sich nach 2 Jahren über Zinseinnahmen von über 220 Euro Euro freuen (Anlagesumme: 10.000 Euro).

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Langfristig höhere Renditen erwirtschaften

Wer nach Renditen deutlich über der Inflationsrate sucht, kann einen Teil seines Vermögens in Investmentfonds anlegen. Als Basisprodukt sind für Kleinanleger vor allem günstige Indexfonds (ETF) gut geeignet. Wichtig ist hier eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie von mindestens zehn Jahren. Kurzfristige Kursverluste können Sie dann einfach aussitzen.

Zum Ratgeber: Fonds als Geldanlage – wie Sie die optimalen Fonds finden

Dass Sparen in Aktien kein unkalkulierbares Risiko ist, zeigt eine Auswertung des Deutschen Aktieninstituts: Wer den Mix der Standardwerte des Deutschen Aktienindex DAX gekauft und mindestens 15 Jahre gehalten hat, war beim Verkauf bisher noch nie im Minus.

Trotzdem sollten Sie bei der Geldanlage nie alles auf eine Karte setzen. Ein solides Portfolio besteht immer aus mindestens zwei Bausteinen – einem für die Rendite und einem, der mit sicheren Anlagen bestückt ist. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Ratgeber:

Drei einfache Anlagestrategien für jedermann