Chaos Computer Club (CCC)

Der Chaos Computer Club (CCC) ist eine deutsche Hackervereinigung und ein offiziell eingetragener Verein. Er setzt sich für die Informationsfreiheit und den Datenschutz der Bürger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Die Wurzeln des CCC reichen bis ins Jahr 1981 zurück. Heute zählt der Club mehrere Tausend Mitglieder und ist somit die größte Hackervereinigung in Europa.

Das Wichtigste in Kürze

  • „Vermittler im Spannungsfeld technischer und sozialer Entwicklungen“.
  • Der CCC besteht heute aus mehreren regionalen Niederlassungen.
  • Schlagzeilen machte der CCC in den vergangenen Jahren vor allem mit Aktionen, die Sicherheitslücken in technischen Systemen oder Fehlverhalten der Regierung aufzeigten.

Selbstbild

Der CCC sieht sich selbst als „Vermittler im Spannungsfeld technischer und sozialer Entwicklungen“. Der CCC hat sich zum Ziel gesetzt, sich für Informationsfreiheit und Datenschutz einzusetzen. Des Weiteren möchte der Club den Spaß an technischen Geräten fördern und somit die Grundsätze der „Hackerethik“ leben. Die Motivation des Hackens ist demnach, dass alle Informationen frei sein müssen und Computer das Leben zum Besseren verändern können.

Dezentrale Organisationsform

Der CCC besteht heute aus mehreren regionalen Niederlassungen. Der CCC e.V. mit Sitz in Hamburg ist bundesweit tätig. Daneben gibt es die sogenannten Erfa-Kreise (Erfahrungsaustausch-Kreise) und Chaostreffs. Die Erfa-Kreise sind in der Regel eigene lokale Vereine mit Clubräumen, während die Chaostreffs lose Zusammenkünfte von Mitgliedern und Interessierten sind. Erfa-Kreise gibt es in zahlreichen Städten, unter anderem in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Karlsruhe und München sowie in Zürich und Wien.

Schäubles Fingerabdruck und Bundestrojaner

Schlagzeilen machte der CCC in den vergangenen Jahren vor allem mit Aktionen, die Sicherheitslücken in technischen Systemen oder Fehlverhalten der Regierung aufzeigten. Er sorgte zum Beispiel für Aufsehen, als er den Fingerabdruck des damaligen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble (CDU) kopierte. Auch die Basislesegeräte für den neuen Personalausweis hielten dem kritischen Urteil der Hacker nicht stand.

Im Oktober 2011 enthüllte der CCC eine staatliche Spionagesoftware, die in mehreren Landesregierungen im Einsatz war. Der CCC warf der Regierung vor, dass die verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Befugnisse mit der Software in vielerlei Hinsicht weit überschritten worden seien. Der „Bundestrojaner“ ermöglichte den Beamten unter anderem, Daten auf fremden Rechnern zu verändern oder angeschlossene Geräte, wie Webcams und Mikrofone, fernzusteuern.

Expertise des Clubs ist gefragt

Trotz - oder wegen - solch spektakulärer Aktionen ist die Expertise des Clubs gefragt, ob in der Politik oder Wirtschaft. In den vergangenen Jahren trat der CCC auch mehrmals als Sachverständiger in Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht auf. Dabei ging es unter anderem um Wahlcomputer und Vorratsdatenspeicherung.