Sichere Geldanlage: Was es zu beachten gibt

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Für viele Verbraucher spielt die Sicherheit bei der Geldanlage eine wichtige Rolle. In solchen Fällen kommen vor allem Finanzprodukte von Banken in Frage, die durch die Einlagensicherung vor Verlusten geschützt sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer sein Geld sicher anlegen will, sollte darauf achten, dass der Wert der Anlage nicht schwanken kann.
  • Banken mit Hauptsitz in Deutschland oder einem der EU-Staaten schützen ihre Anleger über die Einlagensicherung im Fall der Zahlungsunfähigkeit.
  • Als Nachteil müssen Anleger bei der sicheren Geldanlage vor allem den Verzicht auf höhere Renditechancen in Kauf nehmen.

Wann sollte ich auf eine sichere Geldanlage achten?

Bei der Wahl der Geldanlage stellt sich die Frage, in wieweit das angelegte Guthaben vor Verlusten geschützt ist. Wie sicher das investierte Guthaben angelegt sein sollte, hängt nicht nur davon ab, ob der Anleger ein eher sicherheitsorientierter oder risikofreudiger Typ ist.

Entscheidend für den Stellenwert der Sicherheit bei der Geldanlage ist, ob der Anleger das Geld entweder kurzfristig oder zu einem klar definierten mittelfristigen Zeitpunkt – etwa für einen fest geplanten Autokauf in drei Jahren – wieder benötigt. Falls eines der beiden Kriterien zutrifft, sollte das Geld so angelegt sein, dass es vor Wertschwankungen geschützt ist.

Welche Risiken gibt es bei der Geldanlage?

Wer zuverlässig einschätzen will, ob eine Geldanlage sicher ist oder nicht, sollte die beiden wichtigsten Risiken kennen.

Wertschwankungsrisiko

Wenn Kapitalanlagen wie Aktien oder Anleihen an der Börse gehandelt werden, dann ergibt sich der Preis aus Angebot und Nachfrage. Je mehr Investoren ein bestimmtes Wertpapier kaufen wollen, umso höher klettert der Börsenkurs. Umgekehrt sinken die Kurse, wenn ein Wertpapier für Investoren weniger interessant ist – etwa dann, wenn einem börsennotierten Unternehmen Verluste drohen oder wenn wegen schlechter Konjunkturaussichten die allgemeine Nachfrage nach Aktien zurückgeht.

Mit Wertschwankungsrisiken sind nicht nur börsennotierte Aktien und andere Wertpapiere sowie Investmentfonds mit entsprechender Anlagestrategie behaftet. Auch bei anderen Anlageformen wie Gold oder Immobilien können unterschiedliche Verhältnisse von Angebot zu Nachfrage den Wert nach oben oder unten beeinflussen.

Bei diesem Risiko gilt: Je länger eine Kapitalanlage läuft, umso eher gleichen sich die Schwankungen im Lauf der Zeit aus. So ist die Gefahr, bei einer Haltedauer von einem Jahr mit Aktien Verlust zu machen, größer als das Risiko einer Minusrendite bei einer Anlagefrist von 15 oder 20 Jahren.

Insolvenzrisiko

Wird der Herausgeber einer Kapitalanlage zahlungsunfähig, droht dem Anleger im schlimmsten Fall der Totalverlust des investierten Geldes. Wenn Industriestaaten oder finanzstarke Großkonzerne hinter einem Anlageprodukt stehen, ist dieses Risiko weitaus geringer als etwa bei Aktien oder Anleihen von kleinen Unternehmen.

Welche Bedeutung hat die Einlagensicherung für die sichere Geldanlage?

Um zu vermeiden, dass Sparer bei der Insolvenz einer Bank ihre Guthaben verlieren, haben sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf eine staatliche Einlagensicherung geeinigt. Wenn eine Bank zahlungsunfähig wird, erhält jeder Anleger sein Guthaben bis zu einem Höchstbetrag von 100.000 Euro pro Person von der staatlichen Einlagensicherung zurück. Abgesichert sind alle Gelder, die auf einem Konto bei der Bank angelegt sind.

Die meisten Banken in Deutschland erhöhen die Sicherheit für ihre Anleger noch durch eine freiwillige Aufstockung des Schutzes. Private Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken betreiben eigene Sicherungssysteme, die entweder die gesetzlich vorgeschriebene Entschädigung deutlich erhöhen oder durch gegenseitige Verpflichtungen die Übernahme von zahlungsunfähigen Geldinstituten durch eine Auffangeinrichtung vorsehen.

Damit ist das Insolvenzrisiko praktisch ausgeschaltet, wenn ein Anleger Geld bei einer Bank anlegt. Vor diesem Hintergrund ist mit klassischen Bankprodukte wie Giro- und Sparkonten, Tages- und Festgeldern oder Sparbriefen kein Verlustrisiko verbunden. Auch Bausparkassen sind an die Einlagensicherung angeschlossen.

Mit welchen Vor- und Nachteile sollte ich bei sicheren Geldanlagen rechnen?

Die perfekte Geldanlage, die ohne Risiko eine hohe Rendite erwirtschaftet, gibt es nicht. Daher bringen sichere Geldanlagen sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich.

Vorteile: Keine Wertschwankungen und Ausfallrisike

Während bei Aktien immer mit mehr oder weniger starken Kursschwankungen zu rechnen ist, bieten Bankguthaben und Sparanlagen eine verlässliche Kalkulationsgrundlage. Der Anleger weiß somit schon im Voraus, wie hoch das Guthaben zu einem späteren Zeitpunkt ausfallen wird. Lediglich bei Anlagen mit variablen Zinsen bleibt je nach künftiger Zinsentwicklung eine kleine Unsicherheit bestehen.

Dank der Einlagensicherung müssen Verbraucher selbst bei einer Insolvenz der Bank nicht um ihre Ersparnisse fürchten, wenn sie das Geld bei einem Institut angelegt haben, das seinen Hauptsitz in Deutschland oder in einem der EU-Länder hat.

Nachteile: Renditeverzicht und Kündigungsfristen

Der wichtigste Nachteil, den Anleger bei der sicheren Geldanlage in Kauf nehmen müssen, ist die geringe Rendite. Wenn die Verzinsung einer risikoarmen Anlage niedriger ist als die Inflationsrate, kann dies unter Berücksichtigung der Kaufkraftentwicklung im Lauf der Zeit sogar zu einem gewissen Abschmelzen des Vermögens führen.

Etwas mehr Zins gibt es häufig, wenn der Anleger sein Geld über mehrere Jahre fest anlegt. Dann jedoch gilt es die Kündigungsfristen zu beachten. Ein vorzeitiger Zugriff auf das Kapital ist bei solchen Anlageformen wie Festgeldern oder Sparbriefen im Regelfall nicht möglich.

Mit welchen Finanzprodukten kann ich Geld sicher anlegen?

Wenn der Schutz vor Verlusten für Anleger das wichtigste Kriterium ist, kommen in erster Linie die folgenden Finanzprodukte in Frage: