Heizung: Alternativen zu Öl und Gas

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Viele Hausbesitzer überlegen momentan, wie sie sich beim Heizen von Öl und Gas unabhängig machen können. Energieexperten sagen für die kommenden Jahre weitere Kostensteigerungen voraus, weil die weltweiten Öl- und Gasreserven langsam zur Neige gehen. Von der Preisentwicklung fossiler Brennstoffe möchten sich viele Hausbesitzer daher lösen, und auch Umweltschutzaspekte spielen bei den Überlegungen häufig eine Rolle.

Der Austausch der Heizungsanlage ist meist nicht ganz billig und bringt erst langfristig eine Ersparnis mit sich. Wer aber ohnehin eine Renovierung, den Austausch der Heizung oder einen Neubau plant, sollte laut Experten die erneuerbaren Energien und eine gute Dämmung berücksichtigen. Hinzu kommt, dass das Umrüsten auf alternative Heizkonzepte vom Staat gefördert wird. Hintergrund ist, dass die Wärmeversorgung von Gebäuden laut der Deutschen Energie-Agentur dena für rund 38 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich ist. Gleichzeitig stecken hier die größten Einsparpotenziale. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, soll deshalb auch der Energieverbrauch von Wohngebäuden sinken.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Für das Umrüsten auf Öko-Heizungen gibt es unter bestimmten Bedingungen Fördermittel vom Staat. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat Anfang Juli 2010 die zwischenzeitlich verhängte Fördermittel-Sperre wieder aufgehoben. Eine Pflicht zur Umstellung der Heizung besteht jedoch nicht. Allerdings wird nach Angaben des Bundesumweltministeriums künftig nur noch der Einbau besonders innovativer Solarkollektoren, Pelletkessel und sparsamer Wärmepumpen in Bestandsimmobilien gefördert. Für Anlagen im Neubau fällt die Förderung weg, da es ohnehin eine Pflicht zur Nutzung nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz gibt. Auch für Solarkollektoren, die nur der Wassererwärmung dienen, soll es kein Geld mehr geben.

Pellet-Heizungen

In Pellet-Anlagen werden in speziellen Brennöfen zu Stäbchen gepresste Holzabfälle verfeuert. Vorteil: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der nahezu CO2-neutral verbrennt. Und moderne Holzpelletheizungen funktionieren "genauso komfortabel und verlässlich wie konventionelle Heizsysteme", urteilt die dena. Eine neue Holzpellet-Anlage kann mit bis zu 12.000 Euro zu Buche schlagen. Berücksichtigen sollte man auch, dass sich diese Heizmethode nur eignet, wenn auch ausreichend Lagerraum für die Holzpellets vorhanden ist.

Solaranlagen zur Wassererwärmung

Eine weitere Möglichkeit, um umweltfreundlich zu heizen, sind Solaranlagen: Solarkollektoren auf dem Dach erzeugen Energie, die vor allem zur Wassererwärmung genutzt wird. Ist die Anlage groß genug, lässt sich mit ihr auch ein Teil der Raumwärme abdecken. Größter Vorteil von Solaranlagen ist, dass sie abgesehen von den Umrüstkosten umsonst sind - Sonnenstrahlen kosten nichts. Ein Nachteil: Laut dena wird eine zusätzliche Heizung benötigt, denn in sonnenarmen Monaten kann die Energie zum Heizen auch mal nicht ausreichen. Und genug Platz auf dem Dach muss auch vorhanden sein.

Heizen mit der Wärmepumpe

Eine weitere Option ist die Nutzung von Erdwärme mit Hilfe einer Wärmepumpe. Sie funktioniert nach dem umgekehrten Prinzip eines Kühlschranks, erläutert das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau: Während der Kühlschrank seinem Innenraum Wärme entzieht, um diesen zu kühlen, und die Wärme nach außen abgibt, entzieht eine Wärmepumpe dem Erdreich Wärme und gibt sie über die Heizung ab, um ein Gebäude zu heizen. Angetrieben wird die Pumpe elektrisch, es fallen also Stromkosten an. Daher ist es entscheidend, wie groß die Wärmeausbeute der Pumpe im Verhältnis zum eingesetzten Strom ist - sprich: wie effizient die Pumpe arbeitet und das Gebäude mit Wärme versorgt. Wichtig ist auch, wie gut Haus und Anlage aufeinander abgestimmt sind. Das Heizverhalten der Bewohner beeinflusst die Wirtschaftlichkeit der Pumpe ebenso. So hat der relativ harte Winter 2009/2010 einige Pumpen in die Knie gezwungen - und statt ökologischer Wärme nur immens hohe Stromrechnungen produziert. Laut dena ist dieses Heizkonzept am effizientesten, wenn das Gebäude sehr gut gedämmt ist. Weil sich Altbauten nicht auf denselben hohen Standard dämmen lassen wie neu errichtete moderne Effizienzhäuser, ist diese Lösung bei der Sanierung von Altbauten meist nicht die erste Wahl.

Ökostrom für die Wärmepumpe

Unter Klimagesichtspunkten kommt es auch darauf an, woher der für die Wärmepumpe verwendete Strom stammt. Wird dafür im Kraftwerk Kohle verfeuert, ist der Nutzen für das Klima fraglicher, als wenn der Strom aus Windkraft erzeugt wird.

Einsparungen auf lange Sicht

Eine pauschale Empfehlung für einen bestimmten Energieträger gibt es nicht, da sich Häuser und örtliche Gegebenheiten meist sehr stark voneinander unterscheiden. Bevor die Umrüstung der Heizung in Angriff genommen wird, sollten sich Altbau-Besitzer daher ein "strategisches Gesamtkonzept" überlegen, sagt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (BAKA). So ist es womöglich nicht mit dem Austausch der Heizung getan. Oft kommen Besitzer auch um eine Fassadendämmung oder Erneuerung der Fenster nicht herum, da sonst zu viel der energieeffizient erzeugten Wärme wieder verloren geht.

Energieausweis

Als ersten Schritt einer Sanierung empfiehlt dena-Geschäftsführer Kohler einen gründlichen Gebäudecheck, der in einem Energieausweis festgehalten wird. "Den braucht man seit 2008 sowieso, wenn man das Haus verkaufen oder vermieten will." Die Kosten dafür lägen bei 100 bis 200 Euro. Enthalten sei nicht nur eine Analyse des gegenwärtigen Gebäudezustandes, sondern auch konkrete Einspartipps. Dann muss gerechnet werden: Den Investitionskosten müssen die Einsparungen gegenübergestellt werden - und auch die möglichen Fördermittel spielen eine Rolle.

Fördermitteln nutzen

Neben den bundesweiten Förderprogrammen von BAFA und KfW gibt es außerdem Förderungen der Städte, Landkreise, Gemeinden, Energieversorger, Bundesländer und des Bundes. Über diese informiert zum Beispiel die Website http://www.foerderdata.de/.