CO2-Preis 2021 – das sollten Sie wissen

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Das Wichtigste in Kürze

Der CO2-Preis kommt: Seit Januar 2021 muss der Ausstoß von Treibhausgasen bei Sprit, Heizöl und Gas bezahlt werden. Heizkunden müssen dann deutlich tiefer in die Tasche greifen. Für einen Musterhaushalt (20.000 kWh) bedeutet das eine Mehrbelastung von 108 Euro für Gas.

Treten Sie jetzt auf die Gaspreisbremse und sparen Sie im Schnitt 400 Euro pro Jahr ein mit einem Gasanbieterwechsel. In unserem Gasrechner haben wir alle Tarife markiert, die den CO2-Preis bereits berücksichtigen. So erwarten Sie keine Überraschungen.

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Was ist der CO2-Preis und warum wird er erhoben?

Als CO2-Preis bezeichnet man eine Abgabe, die auf den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) erhoben wird. CO2 gilt als Verursacher der Erderwärmung und des Klimawandels. Ein einheitlicher CO2-Preis soll dabei helfen, die Treibhausgase zu minimieren und die gesteckten Klimaziele zu erreichen.

Deshalb führte die Bundesregierung ab 2021 eine CO2-Bepreisung für die Bereiche Wärme und Verkehr ein. Unternehmen, die Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel auf den Markt bringen, bezahlen dann dafür einen CO2-Preis. Sie werden verpflichtet, für den Treibhausgas-Ausstoß, den diese Brennstoffe verursachen, Emissionsrechte zu erwerben. Das macht den Verbrauch von fossilen Heiz- und Kraftstoffen teurer. Gleichzeitig lohnt sich vermehrt der Einsatz klimaschonender Technologien wie Wärmepumpen und Elektromobilität. Die Einführung des CO2-Preises ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030.

Wie hoch ist der CO2-Preis?

Für das Jahr 2021 haben sich Bund und Länder auf eine Abgabe von 25 Euro je Tonne CO2 geeinigt. In den Folgejahren steigt der Preis kontinuierlich und wird 2025 bei 55 Euro je Tonne liegen. Für das Jahr 2026 soll ein Preiskorridor von mindestens 55 und höchstens 65 Euro gelten.

Was bedeutet das für den Gaspreis?

Das hängt ab von der Höhe des Verbrauchs. Gaskunden mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden müssen im nächsten Jahr mit Mehrkosten von durchschnittlich 108 Euro rechnen. Diese Kosten steigen von Jahr zu Jahr weiter an. 2025 muss der gleiche Haushalt bereits Mehrkosten in Höhe von 238 Euro schultern.

Mehrkosten nach Verbrauch und Jahr

Erdgas 2021 2022 2023 2024 2025
5.000 KWh +25 € +32 € +38 € +49 € +60 €
12.000 KWh +65 € +78 € +91 € +117 € +143 €
18.000 KWh +97 € +117 € +136 € +175 € +214 €
20.000 KWh +108 € +130 € +152 € +195 € +238 €
25.000 KWh +135 € +162 € +190 € +244 € +298 €
30.000 KWh +162 € +195 € +227 € +292 € +357 €

Wird mein Gastarif automatisch teurer?

Nein. Gasversorger müssen jedoch ab Januar 2021 sogenannte Verschmutzungsrechte für das in Umlauf gebrachte Gas kaufen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie diese Mehrkosten an ihre Kunden weiterreichen. In welcher Höhe das geschieht, hängt von den Beschaffungsstrategien der Versorger ab. So kann es zu großen Preisunterschieden zwischen den Anbietern kommen.

Was kann ich tun, wenn mein Anbieter die Preise erhöht?

Wer eine Gaspreiserhöhung erhält, hat ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, Sie können in der Regel ohne Einhaltung einer Frist aus dem Vertrag – auch bei Erhöhungen von Steuern und Abgaben. Ganz wichtig: Bei einer Preiserhöhung sollten Sie schnell reagieren und wegen der kurzen Fristen selbst kündigen. Dazu reicht eine formlose Textnachricht. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kündigt per Einschreiben.

Verweisen Sie in Ihrem Schreiben auf Ihr Sonderkündigungsrecht und fordern Sie eine Kündigungsbestätigung an. Geben Sie zusätzlich Ihre Verbrauchsstelle, Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Die Kündigung datieren Sie einen Tag bevor die Preiserhöhung wirksam wird. Erhöht Ihr Anbieter beispielsweise zum 1. Januar den Gaspreis, kündigen Sie zum 31. Dezember.

Wohin fließen die Einnahmen aus der CO2-Steuer?

Der deutsche Staat nimmt durch den CO2-Preis allein im Jahr 2021 rund 7,5 Milliarden Euro mehr ein. Das Geld kommt unterschiedlichen Maßnahmen zugute.

Ein Teil fließt in die Stabilisierung der Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien. Bereits zum Jahreswechsel hat die Bundesregierung die EEG-Umlage auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Ohne diese Deckelung wäre sie nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa auf 9,6 Cent/kWh gestiegen, Strom hätte sich durchschnittlich um 13 Prozent verteuert.

Die steigenden Kosten für Benzin und Diesel sollen durch eine Erhöhung der Pendlerpauschale abgefedert werden. Seit dem 1. Januar 2021 können Beschäftigte ab dem 21. Entfernungskilometer 35 statt 30 Cent in der Einkommenssteuererklärung als Werbungskosten ansetzen.

Darüber hinaus werden die Einnahmen zur Erhöhung des Wohngeldes verwendet. Bund und Länder haben die Mittel für 2021 um zehn Prozent erhöht. Bezuschusst werden sollen zudem Förderprogramme für den Umstieg auf klimafreundliche Technologien wie beispielsweise Zuschüsse für den Heizungsaustausch oder Zuschüsse für Tank- und Ladeinfrastruktur.