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Energie sparen mit innovativen Baustoffen

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa/tmn

Bauherren können in Zukunft auf neue Baustoffe setzen, die den Heizenergieverbrauch eines Hauses erheblich senken. Zum Energiesparen braucht ein gut isoliertes Haus künftig nicht mehr extra dicke und kompliziert aufgebaute Wände. Denn einige Baustoff-Hersteller bieten mittlerweile Bausteine an, mit denen gut wärmeisolierte Mauern einschalig ohne zusätzliche Dämmschichten errichtet werden können. Einschalige, so genannte monolithische Wände lassen sich kostengünstig herstellen. Durch die dünnere Konstruktion der Wände bleibt zudem mehr Wohnfläche. Großes Augenmerk legten die Mauerwerkshersteller zudem auf Baustoffe, die möglichst wenig Energie von innen nach außen leiten. Fachleute sprechen hier von der Wärmeleitfähigkeit eines Baustoffes, die mit Lambda bezeichnet und in Watt pro Meter mal Kelvin (W/mK) gemessen wird. Je kleiner der Lambda-Wert eines Baustoffes ist, desto weniger leitet der Baustoff die Wärme nach außen. Vereinfacht gesagt: Er ist besser gedämmt, das Ziel Energiesparen wurde erreicht.

Passivhäuser mit einschaligem Mauerwerk in vertretbaren Wanddicken lassen sich auch mit dem Ytong Planstein P2 bauen. "Der Vorteil dieser Weiterentwicklung ist, dass mit der Verbesserung der Wärmedämmfähigkeit nicht gleichzeitig eine Verringerung der Druckfestigkeit verbunden ist", berichtet Hans-Peter Ahle vom Hersteller Xella in Duisburg. Dies sei ein Problem bei manchen Baustoffen, die beim Energiesparen helfen sollen. Der Porenbetonstein hat ebenfalls eine Wärmeleitfähigkeit von Lambda 0,08 W/mK.

Neuartige Methoden für Wärmeschutz und Heizkostensenkung

Um einen hervorragenden Wärmeschutz der Kalksandstein-Konstruktionen zu erreichen, kann in Zukunft eine schlanke Kalksandsteinwand mit neu entwickelten Vakuum-Isolations-Paneelen (VIP) kombiniert werden", sagt Bernd Niebuhr, ein Sprecher der Kalksandstein-Industrie in Hannover. Diese bis zu vier Zentimeter dicken Dämmelemente zeichneten sich durch eine etwa fünf- bis zehnfach höhere Dämmwirkung im Vergleich zu derzeit gängigen Dämmstoffen aus. VIPs hätten aber noch keine bautechnische Zulassung. Ein Hersteller, die Firma Variotec aus Neumarkt in der Oberpfalz, rechnet mit der bautechnischen Zulassung für Anfang März.

"Eine weitere Möglichkeit zum Heizkosten - und Energiesparen bietet in Zukunft auch der KS-Quadro-Aquatherm", nennt Niebuhr eine weitere Neuentwicklung. Bei dieser Innovation für Außenwände wird die Wand temperiert: Heizungsrohre werden in vorgefertigte senkrechte Wandkanäle installiert. Warmes Heizungswasser in diesen Rohren sorgt im Winter für eine gleichmäßige Erwärmung der Wand. Im Sommer könne zur Kühlung der Räume kaltes Wasser in das Leitungssystem geleitet werden.

Latentwärmespeicher mit Wachs

Eine andere Lösung, die bei Sommerhitze ohne energiefressende Klimaanlage die Wohnungen kühlt, hat BASF in Form kleiner Wachskügelchen entwickelt. "Die so genannten Latentwärmespeicher wirken im Prinzip wie der Eiswürfel in einem Drink", sagt Tim Förschler von BASF in Ludwigshafen. Bis das gesamte Eis geschmolzen sei, werde das Getränk kalt gehalten. Ebenso sei dies bei den Latentwärmespeichern, deren Wachs bei 26 Grad Celsius schmelze. Bis das gesamte Wachs geschmolzen ist, könnten die Kügelchen die Temperatur eines Gebäudes auf 26 Grad Celsius stabilisieren. Bei extrem heißem Wetter verzögerten die Kügelchen das Ansteigen der Temperatur. Nachts, wenn die Umgebungstemperaturen wieder fallen, werde die gebundene Wärme beim Erstarren des Wachses frei - und der Wärmespeicher sei bereit für einen neuen Sommertag. Die Wachskügelchen könnten Gips- oder Zementmörtel beigemischt werden. Aber auch Gipsplatten lassen sich mit den winzigen Kugeln ausstatten.

Lichtdurchlässiger Beton

Die innovativen Baustoffe können aber nicht nur Energie sparen, sondern auch neue Perspektiven in der Architektur und Lichtplanung eröffnen. Eine besondere Atmosphäre ermöglichen beispielsweise Wände aus Beton, die Licht durchlassen. "Bei dem neuen Material mit dem Namen Luccon wird Beton mit Glasfasern durchmischt", erläutert Michael Buchmann von der BetonMarketing Deutschland. Die Fasern leiten das Licht durch die Betonwand, so dass auf der anderen Seite Schatten von Menschen und Gegenständen und sogar Farben zu sehen seien. Die Produktion von lichtdurchlässigem Beton sei bisher teuer und aufwendig gewesen. Mit einem neuen Herstellungsverfahren versuche HeidelbergerCement jetzt aber die Serienproduktion.