Umbau auf umweltfreundliche Heizung: Diese Zuschüsse gibt es

16.09.2011 | 06:04

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox | dpa/tmn

Hausbesitzer, die ihre alte Heizung auf den neuesten Stand der Technik bringen und dabei erneuerbare Energien nutzen möchten, können mit attraktiven Fördermitteln aus dem Marktanreizprogramm (MAP) rechnen. Diese werden über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) abgewickelt. Ein Überblick:

Solarthermie

Die Basisförderung für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Raumheizung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beträgt 90 Euro pro Quadratmeter. Solaranlagen zur reinen Trinkwarmwasserversorgung fallen seit 2010 aus der Förderung heraus.

Installieren Hausbesitzer zusätzlich zur Solaranlage eine förderfähige Pelletheizung oder Wärmepumpe als Heizsystem, erhalten sie einen weiteren Bonus in Höhe von 500 Euro. Eine Solarthermieanlage liefert in den warmen Monaten meist genug Energie, um den Warmwarmwasserbedarf eines Hauses zu decken. Der Heizkessel kann dann ausgeschaltet werden.

Übersicht der Förderungen

Holzheizungen

Moderne Holzpelletheizungen funktionieren genauso komfortabel und verlässlich wie konventionelle Heizsysteme. Auch preislich sind sie eine echte Alternative zu Öl und Gas, da ihre Energiekosten in den letzten Jahren konstant niedriger als die der fossilen Rohstoffe waren. Besonders emissionsarme und effiziente Holzpelletkessel sind mit dem Blauen Engel gekennzeichnet. Den Einbau eines neuen Holzpelletkessel mit Pufferspeicher mit einem Speichervolumen von mindestens 30 Liter/Kilowatt unterstützt der Staat mit 2.500 Euro. Seit dem 1. September 2011 muss zusammen mit der Pelletheizung eine effiziente Umwälzpumpe eingebaut und ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden, um von der Förderung zu profitieren.

Übersicht der Förderungen

Wärmepumpen

Bei der Förderung der Wärmepumpe kommt es auf die verwendete Technik an. Hausbesitzer eines Einfamilienhauses, die eine Erdwärmepumpe einbauen, erhalten eine Förderung von maximal 2.400 Euro. Beim Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe reduziert sich der Zuschuss auf höchstens 1.200 Euro für ein Einfamilienhaus. Eine Wärmepumpe nutzt die Umgebungswärme des Erdreichs, Wassers oder der Luft als Wärmequelle. Am effizientesten sind Erdwärmepumpen, da das Erdreich im Gegensatz zur Außenluft auch im kalten Winter relativ konstante Temperaturen aufweist. Wärmepumpen lohnen sich nur in gut gedämmten Häusern.

Übersicht der Förderungen

Effizienzhäuser

Wer auch gleichzeitig seinen Energieverbrauch senken möchte, sollte über eine energetische Modernisierung zum Effizienzhaus nachdenken. Ein umfassend gedämmtes Haus verbraucht bis zu 90 Prozent weniger Energie als ein vergleichbarer unsanierter Altbau und kann mit einem dena-Gütesiegel als Effizienzhaus zertifiziert werden. Unter www.zukunft-haus.info erhalten Interessierte weiterführende Informationen.

Geänderte Voraussetzungen

Seit dem 1. September 2011 gibt es Zuschüsse beim Einbau von Pelletheizungen, Wärmepumpen und Heizkesseln nur unter geänderten Voraussetzungen. Wer einen durch Solarkollektoranlagen unterstützten Heizkessel austauscht, muss neuerdings ebenfalls einen hydraulischen Abgleich vornehmen lassen. Einbau und Abgleich müssen von einem Fachbetrieb vorgenommen werden. Als Nachweis sendet der Verbraucher die Rechnung (in Kopie) zusammen mit dem Antrag für den Zuschuss an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Investitionen lohnen sich vor allem langfristig

Kennt man die möglichen Fördermittel, muss gerechnet werden: Die Kosten für die Beschaffung und den Einbau der neuen Heizung abzüglich der Fördermittel müssen mit den möglichen Einsparungen verglichen werden. Hier spielen die bereits vorhandenen Möglichkeiten eine große Rolle. So kostet beispielsweise eine Holzpellet-Anlage rund 12.000 Euro. Diese Investition rechnet sich aber nur, wenn Platz für einen Lagerraum für die Holzpellets vorhanden ist. Allerdings gibt es auch hier innovative Lösungen: So können unter Treppenbauten in kleinen Reihenhäusern die Pellets gelagert werden.

Die günstigsten Formen von Öko-Heizenergie sind in der Anschaffung trotz Fördermittel am teuersten und rechnen sich daher erst langfristig. Eine Erdwärmepumpe kommt vor allem für Neubauten in Frage, da sie eine ganz eigene Heizungsanlage benötigt. Sie ist daher die von der Installation her teuerste Heiztechnik, dafür ist die Erdwärme selbst dann aber kostenlos. Eine Solaranlage rechnet sich ebenfalls eher langfristig. "Die Sonne stellt keine Rechnung aus", betont Milan Nitschke vom Bundesverband Erneuerbare Energien in Paderborn die Vorteile. Doch den Investitionskosten von mehr als 6.000 Euro für ein Einfamilienhaus stehen nur Einsparungen von etwa 300 Euro im Jahr gegenüber. Das rechnet sich erst nach 17 bis 18 Jahren. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Technik in den kommenden Jahren günstiger wird.

Zinsgünstigen Kredit oder Tilgungszuschuss beantragen

Wer umfassender sanieren will, für den ist das CO2- Gebäudesanierungsprogramm der KfW Förderbank interessant. Über die Förderbank der Staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt können für eine energetische Sanierung zinsvergünstigte Kredite oder beispielsweise ein Tilgungszuschuss beantragt werden.