Ein Finanzierungsplan schafft Planungssicherheit. Egal ob es um den Hausbau oder die eigene Selbstständigkeit geht: Die meisten Menschen müssen für solche Projekte eine Finanzierung aufnehmen. Bei solch hohen Investitionen ist es sinnvoll, sich mit einem Finanzierungsplan einen Überblick der Kosten und Geldquellen zu verschaffen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Finanzierungsplan vorbereiten: Berechnungen im Vorfeld
  3. Finanzierungsplan erstellen
  4. Finanzierungsplan erstellt: Nächste Schritte
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Bauzinsen berechnen

Das Wichtigste in Kürze

  • Privatpersonen brauchen einen Finanzierungsplan normalerweise, wenn sie ein Hausbau oder -kauf finanzieren möchten oder Fremdkapital für die Selbstständigkeit brauchen.
  • Auch öffentliche Haushalte und Unternehmen sind etwa vor großen Bauvorhaben dazu angehalten, zunächst einen Finanzierungsplan auszuarbeiten.
  • Der Finanzierungsplan für ein Haus besteht aus 3 Teilen: Objektkosten, Eigenkapital und das benötigte Fremdkapital.

Finanzierungsplan vorbereiten: Berechnungen im Vorfeld

Mit einem Finanzierungsplan bleiben bei einer hohen Investition wie etwa einer Baufinanzierung alle Kosten und alle Geldquellen im Blick. Auf diese Weise können keine unvorhergesehenen Kosten das Budget durcheinanderbringen. Doch ehe sie einen fundierten Finanzierungsplan erstellen können, müssen künftige Bauherren im Vorfeld etwas Fleiß unter Beweis stellen.

Haushaltsplan erstellen

Denn um zum Beispiel eine Aussage darüber treffen zu können, wie hoch die monatliche Rate der Finanzierung ausfallen darf, empfiehlt es sich, zunächst einen Haushaltsplan aufzustellen. Darin werden alle regelmäßigen Einkünfte und monatlichen Fixkosten einander gegenübergestellt. Am sinnvollsten ist es, das Haushaltsbuch über mehrere Monate hinweg zu führen – so lässt sich zuverlässig abschätzen, wie hoch das durchschnittliche monatliche Budget ausfallen kann. Eine Hilfestellung bietet der Verivox-Haushaltsrechner.

Eigenkapital

Zum anderen sollten Sie sich einen Überblick über die Höhe des Eigenkapitals verschaffen. Denn je mehr eigenes Vermögen in die Finanzierung einfließt, desto günstiger werden meist die Zinskonditionen der Bank. Manche Kreditinstitute fordern sogar einen gewissen Eigenkapitalanteil ein, bevor sie eine Finanzierung bewilligen – etwa 20 Prozent sind hier gängig. Einen Überblick der möglichen Quellen finden Sie unter Eigenkapital.

Die Kriterien der Finanzierung und das Zahlungsziel

Auf Basis dieser Daten können sich künftige Käufer, Bauherren oder Unternehmer überlegen, welche Kriterien die Finanzierung erfüllen sollte. Wenn sie etwa feststellen, dass sich das monatliche Budget in Grenzen hält, kann es ein Ziel sein, die monatliche Belastung so gering wie möglich zu halten. Oder es geht ihnen darum, die Gesamtkosten in Schach zu halten – dazu muss sich die Laufzeit der Finanzierung verkürzen, was wiederum die Raten in die Höhe treibt. Zudem sollten sich Kreditnehmer ein realistisches, finales Zahlungsziel setzen, zu dem eine vollständige Tilgung der aufgenommenen Summe sicher erreichbar scheint. Dazu können sie den Tilgungsrechner nutzen.

So gehen Kreditnehmer gut vorbereitet in das Beratungsgespräch mit ihrer Bank, um dann im Dialog mit dem jeweiligen Ansprechpartner den Finanzierungsplan zu erstellen. Tipps für das Gespräch bietet der Artikel Kreditberatung.

Finanzierungsplan erstellen

Ein Finanzierungsplan setzt sich aus drei zentralen Elementen zusammen.

Was kostet das Objekt in seiner Gesamtheit?

Hier werden alle Kosten aufgelistet, die in Zukunft auf den Kreditnehmer zukommen; also beispielsweise nicht nur der Kaufpreis eines Hauses und des Grundstücks, sondern auch eventuell anfallende Makler- oder Notarkosten, die Grundsteuer oder Grundbuchkosten. Der Rechner für Notar- und Grundbuchkosten hilft, sie zu ermitteln. Diese Kosten müssen dem Kreditgeber im weiteren Verlauf durch Verträge und Rechnungen belegt werden.

Wie viel Eigenkapital ist vorhanden?

Hier wird notiert, welche Summe der Kreditnehmer selbst in die Finanzierung mit einbringen kann. Hier zählt nicht nur Bares – auch sogenannte Eigenleistungen lassen sich verrechnen, sofern sie erbracht werden können. Dieser Posten ist allerdings meist mehr für Unternehmen als für Privatpersonen relevant – etwa wenn die Firma neue Geschäftsgebäude erbaut und zum Beispiel die Elektrizitätsarbeiten selbst übernehmen kann.

Das Fremdkapital

Die Differenz dieser beiden Kostenpunkte stellt dann die Summe des benötigten Fremdkapitals dar, für das Bauherren in der Regel einen Kredit aufnehmen müssen. Teils machen aber auch staatliche Fördergelder einen Teil des Fremdkapitals aus – hier kann es sich lohnen, gezielt nachzufragen. Einen Überblick bietet der Ratgeber KfW-Förderung. Hieraus lässt sich eine erste Einschätzung ableiten, ob sich ein Darlehen in diesem speziellen Fall wirtschaftlich rechnet. Zudem ist eine erste Prognose über die monatliche Belastung für den Kreditnehmer möglich.

Finanzierungsplan erstellt: Nächste Schritte

Ist der Finanzierungsplan erstellt, gilt es, die Aufstellung nochmals sorgfältig zu prüfen sowie mit dem Kreditgeber die Einzelheiten der Finanzierung zu klären – etwa die Zinsbindung: Je höher die Bauzinsen aktuell sind, desto kürzer sollte die Festschreibung der Zinsen ausfallen. Zudem kann es sich lohnen, bereits frühzeitig Konditionen einer Anschlussfinanzierung abzustecken und Zusatzklauseln wie ein Sondertilgungsrecht oder variable Tilgungssätze auszuhandeln. So bildet ein fundierter Finanzierungsplan im besten Fall die Grundlage für ein individuell zugeschnittenes Darlehen, das dem Kreditnehmer gleichermaßen Sicherheiten und Flexibilität bietet.

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