KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist eine Kreditgesellschaft, die unter der Aufsicht des Bundesfinanzministeriums steht. Die KfW wurde 1948 gegründet, um nach dem Krieg den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft finanziell zu unterstützen. Auch heute noch fördert die KfW hauptsächlich den Mittelstand und Existenzgründungen. Des Weiteren ist sie aber auch für Förderprogramme in den Bereichen Bauen, Umwelt und Energie bekannt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die KfW ist keine staatliche Bank
  3. Die Tätigkeitsbereiche der KfW
  4. KfW-Darlehen und Zuschüsse rund um die Immobilie
  5. Vielfältige Förderung der Energieeffizienz
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die KfW beschränkt sich auf Kreditgeschäfte, bei denen sie nicht mit den Geschäftsbanken konkurriert: Sie fördert Unternehmen, Existenzgründer, Studierende und Auszubildende sowie das Bauen, Kaufen oder Sanieren von energieeffizienten und altersgerechten Wohnimmobilien.
  • Ausführliche Informationen zu den einzelnen Förderprogrammen im Bereich Wohneigentum bieten unsere Ratgeber unter "Weiterführende Links".
  • KfW-Darlehen können nicht direkt beantragt werden, sondern nur über die Geschäftsbank, bei der die Hauptfinanzierung läuft. Interessenten können in ihrer Finanzierungsanfrage oder im Beratungsgespräch darauf hinweisen, dass sie eine KfW-Förderung wünschen.

Die KfW ist keine staatliche Bank

Die KfW ist eine öffentlich-rechtliche Bank, gehört jedoch nicht direkt zum Staatssektor. Sie steht im Eigentum des Bundes (80 Prozent) und der Länder (20 Prozent). Die KfW handelt in eigener Verantwortung nach bankwirtschaftlichen Grundsätzen. Doch ihr Handeln und ihre Förderprogramme stehen in Einklang mit den Zielen der Bundesregierung. Ihr Hauptsitz befindet sich in der Bankenmetropole Frankfurt am Main.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) ist eine Tochtergesellschaft der KfW. Die dena gilt als Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme in Deutschland. Die KfW bildet zusammen mit ihren weiteren Töchtern – der DEG (Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft), der KfW IPEX-Bank und der FuB (Finanzierungs- und Beratungsgesellschaft) – die KfW Bankengruppe.

Die Tätigkeitsbereiche der KfW

Aufgrund ihres gesetzlichen Auftrags beschränkt sich die KfW auf Kreditgeschäfte, bei denen sie nicht in Konkurrenz zu den Geschäftsbanken tritt. Neben der Förderung von Unternehmen und Existenzgründern bietet die KfW heute zahlreiche weitere Förderdarlehen, die auch für Privatleute interessant sind.

Studierende können einen Studienkredit oder Bildungskredit in Anspruch nehmen. Die Konditionen dieser Darlehen sind gerade für Studenten optimal: Nach der Auszahlungsphase kann eine tilgungsfreie Karenzphase vereinbart werden, um die Zeit der Jobsuche zu überbrücken. Immobilienbesitzer und Mieter unterstützt die KfW dabei, selbstbewohnte Immobilien zu bauen oder zu kaufen sowie energieeffizient und altersgerecht zu bauen oder zu sanieren.

KfW-Darlehen und Zuschüsse rund um die Immobilie

Die Immobilien-Förderprogramme der KfW sehen nicht nur zinsgünstige Darlehen vor, sondern darüber hinaus auch direkte, nicht rückzahlbare Zuschüsse. Letztere werden direkt vergeben. Doch um ein KfW-Darlehen zu beantragen, wenden sich Interessenten nicht direkt an die Kreditanstalt, sondern zuerst an ihre Hausbank oder eine beliebige andere Bank. Diese übernimmt die Bonitätsprüfung und weitere vorbereitende Maßnahmen. Kreditnehmer können gleich bei der Finanzierungsanfrage angeben, dass sie ein KfW-Darlehen aufnehmen wollen.

Im Segment Baufinanzierung muss bei der KfW zwischen mehreren Programmen unterschieden werden. Mit dem Wohneigentumsprogramm bietet das Unternehmen Förderdarlehen für klassische Immobilienkredite. Wer energieeffizient oder altersgerecht baut, saniert oder eine frisch sanierte Immobilie kauft, hat Anspruch auf zusätzliche Förderung.

Das KfW-Wohneigentumsprogramm: Kredit für selbstgenutztes Wohneigentum

Im Rahmen dieses Programms stellt die KfW bis zu 50.000 Euro Kredit für eine selbstbenutzte Immobilie zur Verfügung. Sowohl Kauf- als auch Bauvorhaben werden gefördert. Nicht finanziert werden fremd vermietete Immobilien, Ferienwohnungen, Umschuldungen oder Nachfinanzierungen. Die Zinsbindung dauert entweder fünf oder zehn Jahre, wobei im letzteren Fall die Zinsen höher ausfallen.

Das Besondere am KfW-Wohneigentumsprogramm sind die tilgungsfreien Jahre zu Beginn der Zinsfestschreibung. Statt einem Annuitätendarlehen können sich Kreditnehmer auch für ein endfälliges Darlehen entscheiden.

KfW-Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Die KfW unterstützt sowohl energieeffiziente Neubauten als auch entsprechende Sanierungen an bestehenden Objekten mit Darlehen und Zuschüssen. Wird beispielsweise die Planung und Umsetzung durch einen Sachverständigen begleitet, bietet die Förderbank neben zinsgünstigen Darlehen auch einen Zuschuss. Sie übernimmt 50 Prozent der Sachverständigenkosten bis zu 4000 Euro mit dem Produkt "Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Baubegleitung".

Mit dem Programm "Erneuerbare Energien - Standard" vergibt die KfW einen Kredit für den Bau von Solaranlagen und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Gefördert werden auch die Kosten für Aufbau und Erweiterungen und nicht nur der Kaufpreis.

Das KfW-Effizienzhaus: Voraussetzung für viele Kredite

Da die KfW im Regierungsauftrag in Sachen Bauen, Wohnen, Umweltschutz und Energiesparen aktiv ist, hat sie einen eigenen Standard für energieeffiziente Wohnhäuser entwickelt – den KfW-Effizienzhausstandard. Die Kennziffer der Energieeffizienz kann 40, 55, 70, 85, 100 oder 115 Prozent betragen: So benötigt ein Effizienzhaus 40 nur 40 Prozent der Energie gegenüber einem Referenzobjekt.

Im Rahmen der Programme "Energieeffizient bauen" und "Energieeffizient sanieren" vergibt die KfW Darlehen und Tilgungszuschüsse, wenn neue Immobilien nach diesem Standard gebaut oder Altbauten entsprechend saniert werden. Der Tilgungszuschuss wird nicht ausgezahlt, sondern dem Darlehenskonto gutgeschrieben. Seine Höhe hängt von der Kennziffer der Energieeffizienz ab – je effizienter die Immobilie, desto höher der Zuschuss.

Die Ansprüche an einen Neubau sind höher als an die Sanierung einer Bestandsimmobilie. So wird der Bau einer Immobilie, die nur den Standard Effizienzhaus 115 erreicht, nicht gefördert. Wer aber einen Altbau auf diesen Standard bringen will oder einen frisch sanierten Altbau kauft, kann einen Kredit mit Tilgungszuschuss beantragen. Zudem werden bei der Sanierung auch Einzelmaßnahmen gefördert, die die Immobilie noch nicht zum Effizienzhaus machen, aber die Energieeffizienz erhöhen.

Altersgerecht wohnen

Barrierefreies Wohnen gewinnt in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung. Die Zahl derjenigen, die sich auch in ihren eigenen vier Wänden vorzugsweise mittels Rollator bewegen, steigt. Viele Haus- und Wohnungsbesitzer sind sich der Tatsache bewusst, dass dieser Umstand auch für sie eines Tages an der Tagesordnung stehen kann. Gerade im Sanitärbereich zeigen sich die Ränder von Duschwannen oder für einen Rollstuhl zu hoch angebrachte Waschbecken als echtes Hindernis. Hauseingänge mit Türrahmen im Fußbodenbereich erschweren den Zugang unnötig.

Die KfW stellt im Rahmen des Programms "Altersgerecht umbauen" zum einen extrem zinsgünstige Darlehen zur Verfügung. Zum anderen gewährt sie direkte Zuschüsse für senioren- und behindertengerechtes Umbauen bzw. den Kauf von umgebauten Wohneigentum. Diese Zuschüsse betragen zehn Prozent pro Wohneinheit, maximal 5.000 Euro. Anspruchsberechtigt sind alle Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, Wohnungseigentümergemeinschaften und Mieter, sofern die Zustimmung des Vermieters vorliegt.

Anschlussfinanzierung und vorzeitige Ablösung bei Immobiliendarlehen

Die Zinsbindung für KfW-Darlehen beträgt wahlweise fünf oder zehn Jahre. Der Kreditnehmer erhält vor Ablauf der Zinsbindung automatisch ein Angebot zur Anschlussfinanzierung. Sondertilgungen sind nicht möglich. Wird das Darlehen vor Ablauf der Zinsfestschreibung in voller Höhe zurückgezahlt, fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an.

Vielfältige Förderung der Energieeffizienz

Insgesamt laufen bei der KfW Dutzende verschiedene Förderprogramme, von denen zahlreiche in den Bereichen "Energiesparen", "Energieeffizienz und Umweltschutz im Unternehmen" oder "Erneuerbare Energien" anzuordnen sind. Allein durch das Programm "Energieeffizient Sanieren" hat die KfW in den Jahren 2006 bis 2011 die energieeffiziente Sanierung oder Errichtung von fast 2,4 Millionen Wohnungen und Investitionen von über 76 Milliarden Euro unterstützt.

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