Milder Herbst bringt Heizölkunden höhere Preise

Heidelberg - Der bisher vergleichsweise milde Herbst hat die Heizkosten niedrig gehalten. Doch Heizölkunden müssen dennoch rund 12 Prozent mehr bezahlen. Für Gaskunden blieb es zunächst noch günstig – sie bezahlten rund 22 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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Bild: Mutter mit Kind – winterlich Bild: ©JenkoAtaman / Adobe Stock / Text: dpa

Beginn der Heizperiode wärmer als im Vorjahr

Der sonnige September und der vergleichsweise milde Oktober dieses Jahres haben die Heizperiode nur langsam beginnen lassen. Ein Musterhaushalt benötigte im Herbst 2018 im Vergleich zum Vorjahr 21 Prozent weniger Heizenergie.

Für Kunden mit Heizöl wurde es dennoch teurer: Da die Heizölpreise stark gestiegen sind, liegen die Heizkosten trotz des niedrigeren Bedarfs in diesem Herbst um rund 12 Prozent höher als im Vorjahr. Es deutet also einiges darauf hin, dass Kunden mit Heizöl auch ein teurer Winter bevorsteht.

Da sich die Gaspreise im Jahresvergleich bisher wenig verändert haben, fallen die Heizkosten für Gaskunden im September und Oktober 2018 niedriger aus als in den Vorjahresmonaten. Ein Musterhaushalt bezahlt aufgrund der höheren Temperaturen durchschnittlich 22 Prozent weniger.

„Seit dem vergangenen Jahr geht die Preisschere zwischen Heizöl und Erdgas wieder deutlich auseinander. Aktuell ist Erdgas ganz klar der billigere Brennstoff“, sagt Mathias-Köster Niechziol, Energieexperte bei Verivox.

Heizölpreise stark angestiegen

Im Laufe des Jahres sind die internationalen Rohölpreise deutlich gestiegen – im Jahresvergleich um über 40 Prozent. Das hat auch die Heizölpreise in Deutschland nach oben getrieben. Im Oktober sind die Rohölpreise zwar wieder deutlich zurückgegangen, doch wegen niedriger Pegelstände auf den deutschen Flüssen ist der Warenverkehr eingeschränkt. Daher sind die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl hoch geblieben.

Im Oktober 2017 lag der bundesdeutsche Durchschnittspreis für 100 Liter Heizöl bei 57,50 Euro. Im Oktober dieses Jahres lag er bei rund 83 Euro, was einem Preisanstieg von 44 Prozent entspricht.

Gaspreise zeigen ebenfalls aufwärts

„Da die Preise für den Gasimport innerhalb eines Jahres um fast ein Viertel gestiegen sind, gehen wir von steigenden Gaspreisen für die privaten Verbraucher in diesem Winter aus“, sagt Mathias Köster-Niechziol.

Die Gasversorger müssen deutlich höhere Einkaufspreise bezahlen als noch vor einem Jahr. Der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erhobene Importpreis für Erdgas ist im Jahresvergleich um 22 Prozent angestiegen. Im kurzfristigen Spotmarkthandel ist im Vergleich zum Vorjahr ein Preisanstieg von über 60 Prozent zu verzeichnen.

Methodik

Für die Berechnung der Temperaturunterschiede wurden die Gradtagzahlen des Deutschen Wetterdienstes herangezogen. Die Gaspreise entsprechen dem Verivox-Verbraucherpreisindex Gas. Die Heizölpreise wurden vom Statistischen Bundesamt und aktuellen Notierungen übernommen. Der Musterhaushalt entspricht einer drei- bis vierköpfigen Familie in einem freistehenden Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Basisjahr 2011).

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