Gaspreise sinken - doch nicht für alle Verbraucher

25.11.2015 | 09:32

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg - Die Gaspreise im Großhandel sind auf Talfahrt. Doch die sinkenden Preise kommen nicht überall an. Daher sollten Verbraucher ihren Gastarif jetzt überprüfen. Denn nur etwa die Hälfte der örtlichen Anbieter hat bisher Senkungen weitergegeben oder angekündigt. Während die Großhandelspreise an den Spotmärkten auf Jahressicht um 17 Prozent gesunken sind, verbilligten sich die Preise für Haushaltskunden durchschnittlich um 2,7 Prozent.

„Wir beobachten in diesem Jahr einen geringfügigen Rückgang der Gaspreise, der sich über die Heizperiode auch bis Anfang 2016 fortsetzt. Allerdings profitieren längst nicht alle Verbraucher von dieser Entwicklung, da nur rund die Hälfte der Grundversorger die Preise senkt“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „Der massive Anstieg der Netzkosten bremst vielerorts die Entlastung der Verbraucher.“

Gaspreise im Jahresvergleich leicht gesunken

Im November 2014 musste ein Haushalt 1.301 Euro für 20.000 kWh Gas bezahlen. Im November 2015 kostet die gleiche Menge noch durchschnittlich 1.266 Euro, was einem Rückgang des Verivox-Verbraucherpreisindex um rund 2,7 Prozent entspricht. In der Grundversorgung sind die Preise im gleichen Zeitraum um lediglich 1,1 Prozent gefallen.

2015 hat etwas mehr als jeder dritte Grundversorger (267 von 710) Preissenkungen von durchschnittlich 5 Prozent vorgenommen oder angekündigt. 21 Versorger haben ihre Preise um durchschnittlich 3 Prozent erhöht.

Ausblick 2016: 160 Versorger ändern Preise - Netzkosten steigen

Zum 1. Januar 2016 haben bisher weitere 149 Versorger Preissenkungen von durchschnittlich 4,5 Prozent angekündigt. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet dies eine Entlastung von durchschnittlich 63 Euro. Elf Anbieter wollen ihre Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 4,6 Prozent erhöhen. Betroffene Haushalte müssen mit Mehrkosten von durchschnittlich 68 Euro rechnen.

Zum Teil lassen sich steigende Gaspreise auf die teurer werdenden Netzentgelte zurückführen. Die Netzkosten für Gas erhöhen sich zum Jahreswechsel bundesweit um durchschnittlich 5,5 Prozent. Zahlt ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh derzeit 302 Euro für die Nutzung der Gasnetze, werden künftig 319 Euro fällig – ein Anstieg um 17 Euro.

Große Ersparnis durch Wechsel des Anbieters möglich

Die Preisunterschiede im Markt sind groß. Eine Familie mit 20.000 kWh Jahresverbrauch kann durch einen Wechsel aus der Grundversorgung zum günstigsten Angebot mit empfehlenswerten Konditionen aktuell durchschnittlich 626 Euro sparen. Im November 2014 belief sich die Ersparnis im Schnitt noch auf 543 Euro. Gaskunden können an ihrem Wohnort aktuell durchschnittlich zwischen rund 100 Anbietern wählen.