Strombörse

Eine Strombörse ist ein Handelsplatz für Elektrizität. Auf liberalisierten Energiemärkten können die unterschiedlichen Energieträger an solchen Energiebörsen gehandelt werden. Dort sollen sich im freien Spiel von Angebot und Nachfrage transparente Handelspreise bilden. Bei jedem Energieträger gibt es jedoch strukturelle Eigenheiten, die den jeweiligen Markt bestimmen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Der Handel mit Elektrizität
  3. Strombörsen hier und anderswo
  4. Unterschiedliche Handelsprodukte an Strombörsen
  5. EEG-Strom wird ebenfalls an der Strombörse verkauft
  6. Auswirkungen der Strombörsen auf private Verbraucher
  7. Jetzt Stromtarif sichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland ist ein bedeutender Teil der Stromproduktion vom Wetter abhängig und kann nur begrenzt geplant werden.
  • Die erste Strombörse in Europa nahm 1993 in Norwegen ihren Betrieb auf.
  • Die Handelspreise für Strom in Deutschland entstehen an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig.

Der Handel mit Elektrizität

Im Fall von Elektrizität wirkt besonders schwer, dass nur wenig davon gespeichert werden kann. Die Erzeugung und die Lieferung müssen daher praktisch gleichzeitig erfolgen. Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland ist ein bedeutender Teil der Stromproduktion jedoch vom Wetter abhängig und kann nur begrenzt geplant werden. Diese Umstände prägen den Handel mit Elektrizität an Strombörsen.

Strombörsen hier und anderswo

Börsensysteme für Energieträger wurden ab Mitte der 1980er Jahre von dem - in der Zwischenzeit wegen Bilanzfälschungen und Konkurs im Jahr 2001 berüchtigten - amerikanischen Konzern Enron entwickelt.

Die erste Strombörse in Europa nahm 1993 in Norwegen ihren Betrieb auf. Nordpool ist heute der wichtigste Handelsplatz für Energie in Nordeuropa. Der Spotmarkt ist im Besitz staatlicher Netzbetreiber aus Schweden und Norwegen, die anderen Teile der Börse wurden im Jahr 2010 von Nasdaq übernommen.

Die Handelspreise für Strom in Deutschland entstehen an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig. Gemessen an Teilnehmern und Handelsvolumen ist sie die größte kontinentaleuropäische Strombörse. Sie entstand im Jahr 2002 aus der Fusion der bis dahin in Frankfurt am Main ansässigen European Energy Exchange (EEX) mit der Strombörse Leipzig Power Exchange (LPX). Heute kaufen und verkaufen etwa 200 Handelsteilnehmer aus unterschiedlichen Ländern dort Strom, Gas, Kohle, Öl Emissionszertifikate und andere Handelsprodukte.

Unterschiedliche Handelsprodukte an Strombörsen

Elektrizität wird, je nach Lieferzeitraum, entweder im Spothandel oder auf den Terminmärkten umgeschlagen. Der Spothandel bietet Raum für kurzfristige Transaktionen, die bis zu 75 Minuten vor Liefertermin getätigt werden können. Das ermöglicht Energieversorgern, kurzfristige Engpässe zu schließen oder Überkapazitäten anzubieten.

Je nach Wetter und Nachfragesituation kann der Strom hier überdurchschnittlich teuer sein oder sogar kostenlos angeboten werden. Auf den Terminmärkten werden sogenannte "Futures" gekauft und verkauft. Dies sind Terminverträge, die bis zu sechs Jahre in die Zukunft reichen. Mit Hilfe dieser langfristigen Verträge können sich Stromerzeuger und –lieferanten Planungssicherheit verschaffen. Bei diesen Terminkontrakten findet aber in der Regel keine physische Stromlieferung statt, sie werden finanziell erfüllt. Das bedeutet, dass der vereinbarte Terminpreis mit dem jeweiligen Spotpreis des Tages finanziell ausgeglichen wird.

EEG-Strom wird ebenfalls an der Strombörse verkauft

Im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird den Produzenten von Ökostrom ein fester Vergütungssatz eingeräumt. Die vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland vermarkten einen großen Teil des produzierten Ökostroms an der Strombörse. Die Differenz zwischen dem Gewinn, der dort gemacht wird, und den zugesicherten Einspeisevergütungen wird über die EEG-Umlage abgedeckt.

Neben der Strombörse spielen in Deutschland auch verschiedene Großhandelsplattformen eine Rolle, auf denen sich die Handelspartner gegenseitig bekannt sind. Das Handelsvolumen dieser Plattformen übertrifft die Volumina an der Strombörse deutlich.

Auswirkungen der Strombörsen auf private Verbraucher

Die privaten Verbraucher bekommen die Auswirkungen der Preisentwicklung an den Strombörsen nicht direkt zu spüren. Das hat mehrere Gründe. Der größte Teil des Strompreises für private Abnehmer - rund drei Viertel – besteht aus Steuern, Abgaben und Netznutzungsentgelten. Nur das restliche Viertel besteht aus den Kosten, die bei den Stromversorgern selbst anfallen: Produktion beziehungsweise Beschaffung, Vertrieb und die Gewinnmarge der Stromanbieter.

Sinken die Strompreise an der Strombörse, können die Energieversorger günstiger einkaufen. Doch damit ist nicht gesagt, dass die Preise auch für die Endkunden sinken müssen. Die Versorger können die zusätzlichen Gewinne auch einfach einbehalten. Weiterhin ist die Beschaffung von Strom eine langfristige Angelegenheit und kurzfristige Preisschwankungen haben geringe Auswirkungen auf die durchschnittlichen Beschaffungskosten der Stromversorger.

Aus diesen Gründen sollten private Verbraucher nicht darauf hoffen, dass ihr jeweiliger Stromversorger günstig an der Strombörse einkauft und diese Vorteile weitergibt, sondern sich selbst nach den günstigsten Stromanbietern umschauen.

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