Stromverbrauch beim PC messen und reduzieren

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Der Stromverbrauch eines PCs hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Höhe der jährlichen Stromrechnung. Schließlich gehört der Rechner zu den Elektrogeräten mit dem höchsten Energieverbrauch im Haushalt. Wie hoch dieser im konkreten Einzelfall ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mit ein paar einfachen Tricks können Nutzer Strom sparen und ihre Energiekosten senken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Wesentlichen bedingen das Modell und das Userverhalten – also die Art und Dauer der Nutzung –, wie hoch der Stromverbrauch eines PCs pro Jahr ausfällt.
  • Ein gewöhnlicher, sechs Stunden am Tag genutzter Rechner verursacht bereits jährliche Stromkosten von etwa 75 bis 100 Euro.
  • Der Stromverbrauch eines PCs lässt sich am einfachsten mithilfe eines Energiekostenmessgeräts erfassen.
  • Um den Verbrauch eines Computers zu reduzieren, lohnt es sich, einen Energiesparplan festzulegen, den Computer bei Nichtnutzung herunterzufahren und eine abschaltbare Steckdosenleiste zu benutzen.

Wie hoch ist der Stromverbrauch eines PCs im Jahr?

Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden. Schließlich haben verschiedene Faktoren Einfluss auf den jährlichen Stromverbrauch eines PCs. Von entscheidender Bedeutung ist das Modell: Die Hersteller verbauen je nach Gerät unterschiedliche Hardware-Komponenten, sodass Leistung und Verbrauch von Ausführung zu Ausführung variieren. Prinzipiell gilt: Je leistungsstärker der Computer, desto höher der Energieverbrauch.

Ein weiterer entscheidender Einflussfaktor ist das Nutzungsverhalten. In diesem Zusammenhang spielt es einerseits eine Rolle, wie oft der User am Computer sitzt und andererseits, wofür er den Rechner nutzt. Relativ viel Strom verbraucht ein PC beispielsweise, wenn darauf Games mit aufwendiger Grafik gespielt oder Videos beziehungsweise Fotos bearbeitet werden.

Moderne Computer mit mehreren Prozessorkernen und einer dezidierten Grafikarte benötigen pro Stunde etwa 150 bis 200 Watt. Bei einer täglichen Nutzungsdauer von sechs Stunden ergibt sich daraus ein jährlicher Stromverbrauch von etwa 350 bis 400 Kilowattstunden. Bei einem Preis von 22 Cent je Kilowattstunde ist demnach mit jährlichen Kosten von rund 75 bis 100 Euro zu rechnen. Allerdings berücksichtigt diese Rechnung lediglich den Verbrauch eines durchschnittlichen PCs und nicht den Energiehunger des Monitors und weiterer Peripheriegeräte.

Wie viel Strom verbraucht mein Rechner?

Um herauszufinden, welchen Stromverbrauch Ihr PC hat, gibt es verschiedene Wege. Einen Anhaltspunkt liefert die Leistung des Netzteils. Sie gibt an, wie viel Watt den Komponenten des Computers maximal zur Verfügung stehen. Ein 400-Watt-Netzteil stellt folglich 400 Watt bereit, allerdings benötigt der Rechner im Normalbetrieb wesentlich weniger Energie. Daher liefert die Methode lediglich einen sehr groben Schätzwert.

Den Stromverbrauch des PCs messen

Zur Ermittlung eines exakten Wertes ist es zunächst wichtig zu wissen, wie hoch die Leistung aller Bauteile in der Summe ausfällt. Dazu können Sie handelsübliche Strommessgeräte beziehungsweise Energiekostenmesser verwenden. Nach der Messung zeigt das Gerät an, wie viel Strom der Computer im Durchschnitt pro Stunde verbraucht. Im Anschluss multiplizieren Sie die entsprechende Wattzahl mit der durchschnittlichen Nutzungsdauer. Diese sollten Sie nach Möglichkeit über einen gewissen Zeitraum – mindestens eine Woche – erfassen, um einen realistischen Wert zu erhalten.

Was sind die Ursachen für den hohen Stromverbrauch eines PCs?

Ein Rechner verbraucht nicht nur unter Volllast oder im Normalbetrieb Strom. Einen zusätzlichen Kostenfaktor stellt der Stand-by-Modus dar, der je nach Modell stündlich bis zu 15 Watt beansprucht. Des Weiteren trägt das Netzteil zum Stromverbrauch des PCs bei. Häufig verbraucht es selbst dann noch Energie, wenn das Gerät ausgeschaltet ist.

Wie lässt sich der Stromverbrauch reduzieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Stromverbrauch eines PCs zu minimieren. Einsparungen lassen sich beispielsweise mithilfe der folgenden Tricks erzielen:

  • Einen Energiesparplan festlegen: Dieser bestimmt, wann der Computer bei Nichtgebrauch den Bildschirm ausschaltet und/oder sich in den Ruhezustand versetzt.
  • Den Computer bei Nichtnutzung herunterfahren: Den Rechner komplett herunterzufahren ist noch stromsparender als der Ruhe- beziehungsweise Stand-by-Modus. Schließlich verbraucht der Computer in beiden Fällen weiterhin – wenn auch weniger – Energie.
  • Eine abschaltbare Steckdosenleiste verwenden: Diese Maßnahme verhindert, dass das Netzteil trotz abgeschalteten Geräts Strom verbraucht. Die Vorgehensweise empfiehlt sich zudem, da mit einer entsprechenden Steckleiste noch weitere Peripheriegeräte, zum Beispiel Lautsprecher, vom Stromnetz getrennt werden können.

Worauf beim Kauf eines stromsparenden PCs zu achten ist

Wer auf der Suche nach einem energiesparenden Computer ist, sollte verschiedene Faktoren berücksichtigen. Besondere Bedeutung kommt dem Mainboard zu. Tendenziell gilt: Je größer der dort verbaute Kühler, desto höher der Stromverbrauch. Bei einem stromsparenden PC bildet sich vergleichsweise wenig Abwärme; sparsame Modelle verfügen außerdem in der Regel über einen in den Prozessor integrierten Grafikprozessor. Bei der Festplatte sollten Sie auf ein SSD-Modell setzen, wenn Sie Strom sparen möchten. Ein solches verbraucht deutlich weniger Strom als HDDs.

Zusätzlich empfiehlt es sich, auf das Prüfsiegel der sogenannten Initiative 80 PLUS zu achten. Das Siegel zertifiziert Netzteile mit einer Energieeffizienz von mindestens 80 Prozent. Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, gibt es dabei unterschiedliche Abstufungen:

Zertifikat 10 Prozent Auslastung 20 Prozent Auslastung 50 Prozent Auslastung 100 Prozent Auslastung
80 PLUS Nicht getestet 82 Prozent 85 Prozent 82 Prozent
80 PLUS Bronze Nicht getestet 85 Prozent 88 Prozent 85 Prozent
80 PLUS Silber Nicht getestet 87 Prozent 90 Prozent 87 Prozent
80 PLUS Gold Nicht getestet 90 Prozent 92 Prozent 89 Prozent
80 PLUS Platinum Nicht getestet 92 Prozent 94 Prozent 90 Prozent
80 PLUS Titanium 90 Prozent 94 Prozent 96 Prozent 94 Prozent