Standby-Modus: Wie hoch ist der Stromverbrauch

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Zweifellos ist es komfortabel, den Fernseher und andere Elektrogeräte im Standby-Modus laufen zu lassen, um diese bei Bedarf schnell aktivieren zu können. Allerdings sorgt die Funktion für einen unnötig hohen Stromverbrauch. Wer konsequent auf den Standby-Modus verzichtet und Strom spart, tut damit nicht nur der Umwelt einen Gefallen, sondern auch dem eigenen Geldbeutel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Standby-Modus stellt ein Gerät keine Nutzfunktionen bereit, lässt sich jedoch ohne Vorlaufzeit in den aktiven Betriebszustand versetzen.
  • Da die Ökodesign-Richtlinie seit 2010 Maximalwerte für die Leistungsaufnahme im Standby-Modus vorgibt, verbrauchen moderne Elektrogeräte in diesem Zustand nur sehr wenig Strom.
  • Einen hohen Energiebedarf im Bereitschaftsmodus haben neben älteren Geräten auch solche mit hoher Netzwerkverfügbarkeit.
  • Wer auf den Standby-Modus verzichtet und sämtliche Haushaltsgeräte sowie Unterhaltungselektronik komplett ausschaltet, kann bis zu 150 Euro pro Jahr sparen (Drei-Personen-Haushalt).

Was ist der Standby-Modus?

Der Standby-Modus ist ein spezieller Zustand eines technischen Gerätes. Er zeichnet sich durch temporär deaktivierte Nutzfunktionen aus, die sich jedoch zu jedem Zeitpunkt ohne Vorbereitungen beziehungsweise Wartezeiten wieder aktivieren lassen – beispielsweise mit Hilfe einer Fernbedienung. Da das Elektrogerät zumindest die Steuersignale verarbeiten können muss, besteht die Notwendigkeit, dass die entsprechende Schaltung jederzeit aktiv ist. Infolgedessen hat das Gerät auch im Standby-Modus einen gewissen Strombedarf. Dieser von Experten als Leerlaufverlust bezeichnete Verbrauch sorgt allein in Deutschland jährlich für etwa vier Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten.

Besonderer Hinweis:

Mitunter finden für den Standby-Modus auch die Bezeichnungen Bereitschaftsmodus, Wartemodus oder Schein-Aus-Modus (Amtsdeutsch) Verwendung.

Weniger Verbrauch im Standby-Modus durch Ökodesign-Richtlinie

Um den Stromverbrauch, für den der Standby-Modus verantwortlich ist, zu senken, hat die Europäische Union im Jahr 2008 die sogenannte Ökodesign-Richtlinie verabschiedet. Diese legt Limits für den Leistungsbedarf von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik im Bereitschaftsmodus fest. 2013 verschärften die Politiker das 2010 in Kraft getretene Regelwerk sogar noch einmal.

Geräte ohne eine Informations- oder Statusanzeige dürfen im Standby-Modus maximal 0,5 Watt verbrauchen (vor 2013: ein Watt). Für Elektrogeräte mit einer Informationsanzeige – beispielsweise für die Uhrzeit – gilt dagegen ein Maximum von einem Watt (vor 2013: zwei Watt). Für Geräte mit hoher Netzwerkverfügbarkeit (HiNA-Geräte) oder entsprechenden Funktionen haben die Entscheidungsträger einen Grenzwert von acht Watt festgelegt. Weitere vernetzte Geräte müssen seit 2019 unter einem Wert von zwei Watt bleiben.

Wie hoch ist der Stromverbrauch im Standby-Modus?

Wie viel Energie Fernseher, Stereoanlagen, Waschmaschinen und Co. im Standby-Modus verbrauchen, hängt vor allem vom Alter des Geräts ab. Nach 2010 beziehungsweise nach 2013 in den Handel gelangte Elektrogeräte müssen die Vorgaben der Europäischen Union erfüllen. Wenn die Geräte in Ihrem Haushalt relativ neu sind, fallen die Leerlaufverluste demnach relativ gering aus.

Die Ökodesign-Richtlinie gilt sowohl für Haushaltsgeräte (etwa Waschmaschinen und Geschirrspüler) und Unterhaltungselektronik (etwa Fernseher und Stereoanlagen) als auch für Elektrospielzeuge und Sportgeräte (etwa Videospielkonsolen und Sportausrüstung mit elektronischen Komponenten). Ihr Geltungsbereich erstreckt sich aber nicht auf Computer und Notebooks. Die nachfolgende Liste veranschaulicht den maximalen jährlichen Stromverbrauch unterschiedlicher Gerätetypen bei einer täglichen Standby-Dauer von 20 Stunden:

  • Gerät mit Informationsanzeige: 7,3 Kilowattstunden (20 Stunden x 1 Watt x 365 = 7.300 Wattstunden = 7,3 Kilowattstunden)
  • Gerät ohne Informationsanzeige: 3,65 Kilowattstunden (20 Stunden x 0,5 Watt x 365 = 3.650 Wattstunden = 3,65 Kilowattstunden)
  • Geräte mit hoher Netzwerkverfügbarkeit: 58,4 Kilowattstunden (20 Stunden x 8 Watt x 365 = 58.400 Wattstunden = 58,4 Kilowattstunden)

Bei gewöhnlichen Haushalts- und Elektrogeräten der aktuellen Produktgeneration liegt die Energieersparnis durch den Verzicht auf den Standby-Modus bei nicht einmal zehn Kilowattstunden. Allerdings umfasst ein Haushalt für gewöhnlich zahlreiche Elektrogeräte, sodass sich die Einsparungen summieren. Lediglich bei auf Netzwerkfunktionalität ausgelegten Geräten fällt der Energiebedarf für gewöhnlich auch im Bereitschaftsmodus hoch aus.

Hoher Standby-Verbrauch vor allem durch alte Geräte und vernetzten Bereitschaftsbetrieb

Haushalte, in denen Elektrogeräte zum Einsatz kommen, die vor 2013 beziehungsweise 2010 erworben wurden, müssen mit einem deutlich höheren Verbrauch im Standby-Modus rechnen. Auch die Netzwerkfunktionalität sorgt für einen vergleichsweise hohen Energiebedarf. Das liegt daran, dass entsprechende Geräte stets auf eingehende Daten reagieren müssen. Wie viel Strom entsprechende Elektrogeräte bei einer täglichen Standby-Dauer von 20 Stunden verbrauchen und welche Kosten der Modus verursacht, zeigt die nachfolgende Tabelle auf:

Gerät Verbrauch im Standby-Modus Jährlicher Verbrauch durch Standby-Modus Kosten pro Jahr (gerundet)
Stereoanlage 15 Watt 110 Kilowatt 32 Euro
Fernseher (LCD) 14 Watt 103 Kilowatt 30 Euro
Computer, Monitor und Drucker 10 Watt 73 Kilowatt 21 Euro
DVB-T-Receiver 10 Watt 73 Kilowatt 21 Euro
Router 8 Watt 59 Kilowatt 17 Euro
Waschmaschine 3 Watt 22 Kilowatt 6 Euro
Kaffeevollautomat 3 Watt 22 Kilowatt 6 Euro

Wie viel Geld lässt sich sparen, wenn alle Geräte komplett ausgeschaltet werden?

Um welchen Betrag Sie Ihre Stromrechnung senken können, wenn Sie sämtliche Geräte ausschalten und diese nicht bloß in den Standby-Modus versetzen, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Zum einen davon, wie viele Haushalts- und Elektrogeräte Sie besitzen. Zum anderen spielt es eine Rolle, wie alt diese sind. Im Durchschnitt gehen etwa zehn bis 20 Prozent des Stromverbrauchs auf Geräte im Standby-Modus zurück. Ergo besteht für einen Dreipersonenhaushalt ein jährliches Einsparpotenzial von 300 bis 500 Kilowattstunden. Ausgehend von einem Strompreis von 29 Cent je Kilowattstunde entspricht dies etwa 85 bis 150 Euro.