Debatte um CO2-Steuer: So könnte Strom bezahlbar bleiben

Heidelberg. Der Strompreis in Deutschland ist aktuell so hoch wie nie. Die viel diskutierte Einführung einer CO2-Steuer würde Strom noch weiter verteuern. Das Vergleichsportal Verivox hat nachgerechnet, an welchen Stellen der Gesetzgeber im Gegenzug für Entlastungen sorgen könnte.

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Bild: Paar bespricht Finanzen Bild: ©ivanko80 / Adobe Stock / Text: Verivox

Stromsteuersenkung: Familie würde um 93 Euro entlastet

Die Stromsteuer für private Verbraucher macht mit 2,05 Cent je Kilowattstunde rund 7 Prozent der gesamten Stromrechnung aus. Für eine dreiköpfige Familie mit einem Durchschnittsverbrauch von 4.000 Kilowattstunden summieren sich die Kosten für die Stromsteuer auf 82 Euro netto (98 Euro brutto) pro Jahr.

Die Europäische Union sieht einen Mindestsatz von 0,1 Cent/kWh für die Stromsteuer vor. Auf nationaler Ebene kann die Stromsteuer aufgrund der EU-Regeln also nicht gänzlich abgeschafft werden. Eine entsprechende Senkung würde eine Familie aber immer noch um 78 Euro netto pro Jahr (93 Euro brutto) entlasten.

Ermäßigte Mehrwertsteuer: Stromrechnung könnte um 120 Euro sinken

Ein großer Posten auf der Stromrechnung ist die Mehrwertsteuer. Auf den Nettostrompreis wird sie in voller Höhe von 19 Prozent fällig. Aus Verbrauchersicht besonders ärgerlich: Die Mehrwertsteuer wird auch auf Stromsteuer, EEG-Umlage & Co. aufgeschlagen und Strom damit de facto doppelt besteuert. Für die Staatskasse bedeutet das: Je höher die Abgaben auf Strom, desto größer sind die Mehrwertsteuereinnahmen.

Die Mehrwertsteuer belastet eine Durchschnittsfamilie mit 190 Euro im Jahr – das entspricht 16 Prozent der Stromrechnung. Würde Strom, wie zum Beispiel Nahrungsmittel, als lebensnotwendiges Gut unter den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent fallen, könnten die Verbraucher an dieser Stelle um 120 Euro entlastet werden.

Strompreise in Deutschland eilen von Rekord zu Rekord

Seit dem Jahreswechsel ist der Strompreis Monat für Monat auf ein neues Rekordniveau geklettert. Zahlte ein Durchschnittshaushalt gemäß Verivox Verbraucherpreisindex im Januar noch 1.153 Euro für 4.000 Kilowattstunden, sind es aktuell bereits 1.190 Euro. Damit ist der Strompreis in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 3,2 Prozent gestiegen.

„Noch nie war Strom in Deutschland so teuer wie heute. Der Anteil aus Steuern, Abgaben und Umlagen ist in den letzten 10 Jahren um 35 Prozent gestiegen und macht bereits mehr als die Hälfte der Stromrechnung aus. Jetzt ist die Politik gefordert, damit Strom auch langfristig bezahlbar bleibt“, so Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox.

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