Eine Rettungsgasse kann Leben retten. Bei einem schweren Unfall auf der Autobahn geht es manchmal um Leben und Tod. Dann ist jede Minute entscheidend, bis der Notarztwagen eintrifft. Bei Stau oder zähem Verkehr müssen Autofahrer deshalb genügend Platz für Rettungsfahrzeuge lassen. Die Regeln für die Rettungsgasse sind ganz einfach.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist eine Rettungsgasse?
  3. Richtiges Verhalten bei Stau oder Unfall
  4. So bilden Sie eine Rettungsgasse
  5. Strafen / Bußgelder bei Nichtbeachtung
  6. Rettungsgasse in Europa und weltweit
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Rettungsgasse ist eine freie Fahrspur für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge.
  • Bei der Rettungsgasse gilt: Nur die Fahrzeuge der äußersten linken Spur weichen nach links aus, die anderen nach rechts.
  • Das Blockieren einer Rettungsgasse kostet ein Bußgeld ab 200 bis 320 Euro, es drohen zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

Was ist eine Rettungsgasse?

Die Rettungs- oder Notgasse ist eine freie Fahrspur für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge. Sie muss immer dann von den Verkehrsteilnehmern in Eigenregie gebildet werden, wenn die Fahrzeuge auf der Autobahn oder anderen Straßen außerhalb von Ortschaften mit zwei oder mehr Fahrbahnen pro Richtung nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren können oder stehen. Unbedingt beachten: Die Breite der Rettungsgasse muss die Durchfahrt auch für große Einsatzfahrzeuge wie die Feuerwehr, das THW, Abschleppwagen oder den Schneepflug möglich machen.

Eine Notgasse kann das Leben Verunglückter retten. Bei schwerverletzten Unfallopfern entscheiden oft Minuten über Leben oder Tod. Je schneller Notarzt, Feuerwehr und Krankenwagen die Unfallstelle erreichen, umso höher ist die Chance für lebensgefährlich Verletzte, den Unfall zu überleben.

Rettungsgasse: Richtiges Verhalten bei Stau oder Unfall

Laut Straßenverkehrsordnung, Paragraf 11, Absatz 2 gibt es zwei Situationen, in denen auf deutschen Straßen eine Rettungsgasse gebildet werden muss:

  1. Wenn Einsatzfahrzeuge durch Sondersignale, also Martinshorn oder Blaulicht, ihr Kommen ankündigen.
  2. Wenn der Verkehr auf Autobahnen oder anderen Straßen außerhalb von Ortschaften mit zwei oder mehr Fahrspuren pro Richtung sich nur noch in Schrittgeschwindigkeit bewegt oder stehenbleibt.

So bilden Sie eine Rettungsgasse

Nähern sich Einsatzfahrzeuge, müssen alle Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit verringern und sich orientieren, aus welcher Richtung die Einsatzkräfte eintreffen.

Wo die Rettungsgasse gebildet wird, ist genau festgelegt: Nur die Fahrzeuge der äußersten linken Spur weichen nach links aus, die anderen nach rechts.

Die Rettungsgasse liegt also immer rechts neben der äußersten linken Spur. Der Standstreifen auf Autobahnen muss dabei freigehalten werden und darf nicht befahren werden. Standstreifen und Rettungsgasse dürfen nur von den Einsatzfahrzeugen genutzt werden.

Rettungsgasse: Beachten Sie beim Ein- und Ausordnen bitte:

  • Setzen Sie den Blinker
  • Halten Sie, wenn möglich, Abstand zum Fahrzeug vor Ihnen.
  • Ordnen Sie sich möglichst sauber ein, Fahrzeugteile sollten nicht in die Notgasse ragen.
  • Achten Sie auf verspätet nachfolgende Einsatzfahrzeuge, wenn sich der Verkehr wieder in Gang setzt.

Strafen / Bußgelder bei Nichtbeachtung

Nachdem es in den letzten Jahren vermehrt Presseberichte und öffentliche Diskussionen um nicht gebildete Rettungsgassen gab, hat der Gesetzgeber Konsequenzen gezogen: Seit Oktober 2017 wurden die Geldbußen für das Blockieren einer Rettungsgasse deutlich erhöht. Ertappte Blockierer erhalten generell zwei Punkte in Flensburg.

  • Wer bei stockendem Verkehr auf Außerortsstraßen oder Autobahnen keine Notgasse für Polizei- und Rettungsfahrzeuge bildet, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro.
  • Wenn dabei Einsatzfahrzeuge behindert werden, sind 240 Euro und ein Monat Fahrverbot fällig.
  • Geht davon eine Gefährdung aus, erhöht sich die Geldbuße auf 280 Euro und einen Monat Fahrverbot.
  • Entsteht dabei Sachbeschädigung, steigt die Bußgeldhöhe auf 320 Euro plus einen Monat Fahrverbot.
  • Auch unabhängig vom Bilden einer Rettungsgasse droht Verkehrsteilnehmern, die Einsatzfahrzeuge blockieren, ein Bußgeld von mindestens 240 Euro und ein Monat Fahrverbot.

Rettungsgasse in Europa und weltweit

Vergleichbare Regelungen zur Bildung einer Rettungsgasse wie in Deutschland gibt es auch in der Schweiz, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Luxemburg. In Luxemburg dürfen die Verkehrsteilnehmer dabei allerdings auch auf die Standspur ausweichen. In Österreich ist das Bilden einer Rettungsgasse ab stockendem Verkehr sogar ein Verkehrsgesetz. Auch hier müssen sich Fahrzeuge auf der linken Spur nach links orientieren, alle anderen nach rechts. In Italien, den Niederlanden, Spanien und Frankreich gibt es keine festen Regeln für Rettungsgassen, französische und spanische Fahrer müssen die Einsatzfahrzeuge aber ebenfalls vorbeilassen. Ähnliches gilt auch für die USA.

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