Gastherme
Als Gasthermen bezeichnet man wandhängende Gas-Heizgeräte, die Warmwasser oder Heizwärme produzieren. Da Gas-Wandheizgeräte sich in den Details der Bau- und Funktionsweise zum Teil deutlich unterscheiden, werden hier im Folgenden verschiedene wandhängende Gasheizungen vorgestellt. Allen gemeinsam ist, dass sie kompakte, leichte Heizgeräte sind, die platzsparend an der Wand montiert werden und damit auch direkt in Wohnungen zum Beispiel als Gasetagenheizungen nutzbar sind.
- Wie funktioniert eine Gastherme?
- Verschiedene Varianten
- Was kostet eine Gastherme?
- Wartung
- Voraussetzungen für den Einbau
Das Wichtigste in Kürze
- Gasthermen sind wandhängende Gas-Heizgeräte, die per Durchlauferhitzer Warmwasser und/oder Heizwärme produzieren.
- Gasthermen sind separat zum Heizen oder für die Heißwasserbereitung beziehungsweise als Kombitherme für Heizung und Warmwasser einsetzbar.
- Moderne Gasbrennwertthermen haben einen sehr hohen Wirkungsgrad.
Wie funktioniert eine Gastherme?
Die klassische Gastherme erwärmt Wasser für die Heizung oder für die Warmwassernutzung im Durchlaufprinzip. Dabei wird das Heiz- oder Brauchwasser in einem Durchlauferhitzer nur bedarfsweise erhitzt und kein Heißwasser zwischengespeichert. Das spart Energie und damit Heizkosten, denn nur bei akutem Bedarf an Heißwasser oder Wärme wird Gas verfeuert. Der Verbrennungsvorgang wird elektronisch gezündet und überwacht.
Gasthermen in Wohnräumen werden heute in der Regel raumluftunabhängig betrieben, das heißt: Der für die Verbrennung notwendige Luftsauerstoff wird nicht aus der Raumluft angesaugt, sondern über einen sogenannten Außen- oder Zuluftanschluss zugeführt. Weitere Komponenten moderner Gasthermen sind Umwälzpumpe, bei Bedarf ein Ausdehnungsgefäß sowie die Heizungssteuerung als klassischer Raumtemperaturregler oder per App.
Moderne Gasthermen laufen nicht immer auf Volllast, sondern modulierend, das heißt: Ihre Brennerleistung richtet sich nach dem tatsächlichen Bedarf. So liegt die Heizleistung im Frühling und Herbst beispielsweise bei 40 bis 50 Prozent, bei Frost steigt sie dann auf 100 Prozent. Mit einer Hocheffizienzpumpe lässt sich das Modulationsspektrum noch bedarfsgerechter verfeinern.
Verschiedene Varianten der Gastherme
Unterschiedliche Bauarten von Gas-Wandheizgeräten sind zum einen Gasthermen nur für Warmwasser, nur zur Heizung ohne Warmwasser oder mit Warmwasserspeicher als sogenannte Kombitherme, zum anderen besonders energiesparende Gasbrennwertthermen.
Gastherme zur Warmwassererzeugung
Weil sich heißes Wasser auf dem Weg durch die Leitung abkühlt, werden schon in der Planung unnötige Wege möglichst vermieden und die Heißwasser-Gastherme bestenfalls nahe an den Räumen installiert, wo heißes Wasser gebraucht wird. Dreht ein Nutzer den Heißwasserhahn auf, fließt die benötigte Wassermenge in den gasbetriebenen Durchlauferhitzer und wird im Vorbeifließen auf die an der Armatur gewählte Temperatur erhitzt.
Während bei älteren Modellen ständig eine kleine Zündflamme brannte, um Gas für die Erhitzung zu entzünden, zünden moderne Thermen nur im Bedarfsfall elektrisch, wodurch Gas eingespart wird.
Heiztherme ohne Warmwasser
Gasthermen eignen sich ebenso für die Heizung des Eigenheims wie als Gasetagenheizungen für Mehrfamilienhäuser. Auch hier ist die Gasheizung klein und kompakt an der Wand montiert und funktioniert per Durchlauferhitzer. Das Thermostat oder der Regler meldet, wenn die Raumtemperatur unter den gewünschten Wert fällt, und die Heizung springt an.
Kombitherme: Gastherme für Heizung und Warmwasser
Eine Kombitherme wird anders als Gasheizkessel normalerweise nicht mit einem Warmwasserspeicher verbunden. Kombithermen kombinieren zwar die Bereitstellung von Warmwasser und Heizwärme wie Gasheizkessel, halten aber kein heißes Wasser in Vorrat, sondern erwärmen das Wasser bei Bedarf mit einem Durchlauferhitzer. Um den Nachteil der geringeren Heißwasser-Zapfleistung dieser Methode auszugleichen, gibt es auch Kombithermen mit integrierten Kleinspeichern, deren Fassungsvermögen im zweistelligen Liter-Bereich liegt.
Gasbrennwerttherme
Moderne Gasbrennwertthermen nutzen den Brennwert oder Energieinhalt des verbrannten Gases im Gegensatz zu älteren Gasthermen fast hundertprozentig aus. Beim sogenannten Brennwerteffekt werden die Verbrennungsabgase abgekühlt und dadurch auch die Kondensationswärme des beinhalteten Wassers zur Erzeugung von Heizwärme verwendet. Durch den Brennwerteffekt verbrauchen Gasbrennwertthermen weniger Gas als ältere Gasheizungen. Im Betrieb mit Erdgas mit einem Anteil erneuerbarer Bestandteile oder in Kombination mit einer Solaranlage kann der Energieverbrauch weiter reduziert werden.
Flüssiggastherme versus Erdgas-Therme
Flüssiggas verbrennt mit ähnlicher CO2-Freisetzung wie Erdgas. Flüssiggas hat einen höheren Brennwert als Erdgas. Nachteile von Flüssiggas sind der höhere Preis und die Lagerung in Tanks mit erhöhtem Platzbedarf. Sowohl Erd- als auch Flüssiggas können in Gas-Brennwertgeräten verwendet werden.
Was kostet eine Gastherme?
Je nach Leistung kosten moderne Gasthermen mit Brennwerttechnik etwa zwischen 1.600 Euro und 4.000 Euro. Gasthermen mit älterer Heizwerttechnik sind zwar schon preiswerter zu haben, sind aber wegen der schlechten Energiebilanz mit ihrer überholten und ineffizienten Funktionsweise erstens im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) kaum noch zulässig und verbrauchen durchschnittlich 30 Prozent mehr Energie als moderne Gasbrennwerttherme – wodurch sich der Anschaffungspreis durch die höheren Betriebskosten relativiert.
Wartung Gastherme
Für ein optimales Funktionieren und eine lange und problemlose Laufzeit sollte eine Gastherme einmal pro Jahr von einer Fachfirma gewartet werden. Dieser Service kostet zwischen 90 und 150 Euro. Verbraucher, die sich den Lohnanteil auf der Rechnung ausweisen lassen, können übrigens bei der Steuer bis zu 20 Prozent davon zurückbekommen, da man Handwerkskosten am Haus bis 6.000 Euro pro Jahr geltend machen kann.
Merkmale von Gasthermen
- Gasthermen haben in der Anschaffung oft niedrigere Kosten als Gas-Kompaktgeräte.
- Sie haben einen geringen Platzbedarf.
- Heiz- oder Wassertemperatur lässt sich individuell regeln.
- Warmwasser oder Heizwärme wird bedarfsgerecht bereitet.
- Die Wasserdurchlauferhitzung für Heizwärme oder Warmwasser ist mit Gas günstiger im Verbrauch als mit Strom.
- Moderne Brennwerttechnik nutzt den Brennstoff Gas effizient.
- Gasthermen können mit Erdgas mit erneuerbaren Bestandteilen betrieben und mit Solaranlagen kombiniert werden.
- In Mehrfamilienhäusern lässt sich durch Etagenheizungen der Energieverbrauch pro Wohnung individuell steuern und abrechnen.
Anforderungen und Herausforderungen einer Gastherme
- Gasthermen nutzen den fossilen Brennstoff Erdgas.
- Die Betriebskosten hängen von der Preisentwicklung für Erdgas ab.
- Wasser kommt nicht sofort warm aus der Leitung.
- Ohne Speicher ist die Warmwasser-Zapfleistung bei Warmwasser- oder Kombitherme niedriger.
Voraussetzungen für den Einbau einer Gastherme
Gasthermen haben einen geringen Platzbedarf und keine großen Anforderungen an den geeigneten Ort zur Montage. Trotzdem gibt es einige erforderliche Voraussetzungen:
- entweder ein Erdgasanschluss oder der Platz für einen Flüssiggastank,
- feuchtigkeits- und säurebeständige Abgasleitung für moderne Brennwertanlagen,
- ein Ablauf im Abgassystem für das saure Kondensat bei Gasheizungen bis zu einer Leistung von 25 Kilowatt oder Neutralisationsanlage für größere Anlagen.
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