Erdgasspeicher

Ein Erdgasspeicher ist ein unterirdisches Reservoir, das große Mengen von Erdgas aufnehmen kann. Erdgasspeicher werden verwendet, um auf das schwankende Verbrauchsverhalten der Abnehmer zu reagieren und um kurzfristige Lieferengpässe beim Gasimport auszugleichen. Das ist für Deutschland besonders wichtig, denn der größte Teil des hierzulande verbrauchten Erdgases wird aus Russland, Norwegen und den Niederlanden importiert.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Lagerung in einem Erdgasspeicher
  3. Sind Erdgasspeicher eine strategische Gasreserve?
  4. Umweltprobleme beim Bau von Erdgasspeichern
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Jetzt Gaspreise vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Einlagerung geschieht meistens im Sommer. Im Winter, wenn der Bedarf an Erdgas am höchsten ist, werden die Speicher teilweise geleert.
  • In Deutschland gibt es rund 50 dieser Erdgasspeicher, ihr gemeinsames Fassungsvermögen liegt bei etwa 20 Milliarden Kubikmetern Gas.
  • Der Bau von Erdgasspeichern kann mit großen Umweltbelastungen einhergehen und ist daher häufig umstritten.

Die Lagerung in einem Erdgasspeicher

Zur Errichtung eines Erdgasspeichers wird in der Regel ein Salzstock ausgewählt, der anschließend mit Hilfe von Wasser ausgehöhlt wird. So entstehen riesige unterirdische Kavernen, in die anschließend Erdgas eingelagert werden kann. Die Einlagerung geschieht meistens im Sommer. Im Winter, wenn der Bedarf an Erdgas am höchsten ist, werden die Speicher teilweise geleert.

Der größte Erdgasspeicher Westeuropas befindet sich im norddeutschen Rheden. Der Speicher wurde 1993 in Betrieb genommen und hat laut Betreiber Wintershall eine Kapazität von rund 4 Milliarden Kubikmetern Erdgas. Er befindet sich in einer Tiefe von 2000 Metern und hat eine Ausdehnung von rund 8 Quadratkilometern.

Sind Erdgasspeicher eine strategische Gasreserve?

In Deutschland gibt es rund 50 dieser Erdgasspeicher, ihr gemeinsames Fassungsvermögen liegt bei etwa 20 Milliarden Kubikmetern Gas. Dies entspricht einem Fünftel des gesamtdeutschen Erdgasverbrauchs pro Jahr. Geht man davon aus, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit Gasheizung jährlich 20.000 kWh verbraucht, entspricht das Fassungsvermögen der deutschen Erdgasspeicher dem Jahresverbrauch von 1 Million Haushalten. Insgesamt heizen rund 18 Millionen Haushalte mit Erdgas. Diese Relation macht deutlich, dass die Erdgasspeicher trotz ihrer imposanten Größe in erster Linie Zwischenlager sind, die den deutschen Gasverbrauch nur teilweise abdecken.

Die Erdgasspeicher haben im Rahmen der Gasstreitigkeiten zwischen Russland und der Ukraine in den Jahren 2007 und 2008 besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Es wurden Stimmen laut, die die Einrichtung einer staatlichen Gasreserve forderten, die Deutschland eine größere Unabhängigkeit von den Gasproduzenten ermöglichen soll. Dieser Ruf nach einer staatlichen Lösung wurde jedoch von der deutschen Gaswirtschaft abgelehnt. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei im Bereich Erdgas am besten auf privatwirtschaftlichem Wege zu erreichen.

Umweltprobleme beim Bau von Erdgasspeichern

Der Bau von Erdgasspeichern kann mit großen Umweltbelastungen einhergehen und ist daher häufig umstritten. Als Beispiel sind die im Zusammenhang mit dem Bau der Nordsee-Pipeline geplanten Erdgasspeicher zu nennen. So musste Gazprom vom Bau eines Erdgasspeichers in Sandsteinformationen bei Schweinrich in Mecklenburg-Vorpommern Abstand nehmen, nachdem sich das Deckgebirge als gasdurchlässig erwiesen hatte. Ebenfalls problematisch ist der geplante Erdgasspeicher Moeckow bei Züssow (Mecklenburg-Vorpommern). Der Oldenburger Energiekonzern EWE will das Steinsalz, das beim Ausspülen der Kaverne entsteht, in den Greifswalder Bodden leiten, was gravierende Folgen für das Küstengewässer haben könnte. Daher muss der Konzern zusätzliches Frischwasser heranschaffen, um die Sole auf das Salzniveau des Greifswalder Boddens zu verdünnen.

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