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Erdgasförderung

Erdgas, das meist zur Wärme- und Stromproduktion genutzt wird, ist ein brennbares Naturgas. Wie Erdöl ist es in unterirdischen Lagerstätten zu finden. Bei der Erdgasförderung werden diese Lagerstätten angebohrt. Neben solchen reinen Erdgasfeldern gewinnt man Erdgas auch als Nebenprodukt bei der Erdölförderung. Generell wird zwischen konventioneller und unkonventioneller Erdgasförderung unterschieden.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Konventionelle Erdgasförderung
  3. Unkonventionelle Erdgasförderung
  4. Verwandte Themen
  5. Weiterführende Links
  6. Jetzt Gaspreise vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesucht werden vorrangig Erdformationen, die sehr komprimiertes Erdgas aufweisen, denn diese ermöglichen eine Erdgasförderung mit nur verhältnismäßig geringem Aufwand.
  • Das aus der Erdtiefe kommende Gas wird, bevor es in das überregionale Transportnetz eingespeist wird, zunächst aufbereitet.
  • Bei der gefährlichen unkonventionellen Erdgasförderung wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in tiefe Gesteinsschichten gepresst. So können tiefere Vorkommen erreicht werden.

Konventionelle Erdgasförderung

Bei der Suche nach Erdgasfeldern halten Geologen und Geophysiker vor allem mithilfe von reflexionsseismischen Messungen und Erkundungsbohrungen nach geeigneten Erdstrukturen Ausschau. Gesucht werden vorrangig Erdformationen, die sehr komprimiertes Erdgas aufweisen, denn diese ermöglichen eine Erdgasförderung mit nur verhältnismäßig geringem Aufwand. Haben die seismischen Messungen und Erkundungsbohrungen Gewissheit über das Vorkommen von Erdgas geliefert und ist die vollständige technische Eignung der Lagerstätte bewiesen, wird ein obertägiger Bohrplatz eingerichtet. Um das Erdgas zutage zu fördern, wird das Bohrloch mit Rohren und Zement stabilisiert. Anschließend wird ein Steigrohr eingebaut, das bis zum tiefsten Punkt der Lagerstätte reicht. Mit kleinen Sprengsätzen wird das unterste Teilstück des Steigrohrs zur Lagerstätte hin geöffnet, so dass das Erdgas in das Rohr einfließen kann.

Übertage wird das Bohrloch mit einem Eruptionskreuz verschlossen, in dem sich mehrere Absperrvorrichtungen befinden. Untertage verhindert ein Ventil, dass Gas unkontrolliert ausströmt. Ein Großteil des Gases kann durch den natürlichen Druck in der Lagerstätte und die guten Strömungseigenschaften des Erdgases ohne weiteres Zutun gewonnen werden. Da sich der Ausbeutegrad mit fortschreitender Förderung und abnehmendem Lagerstättendruck vermindert, können zusätzliche Bohrungen oder die Installation von Verdichtern zwischen Sonde und Transportnetz zur Druckerhöhung notwendig werden.

Das aus der Erdtiefe kommende Gas wird, bevor es in das überregionale Transportnetz eingespeist wird, zunächst aufbereitet. In Trocknungsanlagen werden mitgefördertes Lagerstättenwasser, Wasserdampf, flüssige Kohlenwasserstoffe oder unerwünschte Feststoffe entzogen. An zentralen Übergabepunkten wird gereinigtes Gas unterschiedlicher Energiedichten gemischt und ins Transportnetz eingespeist. Von dort an geht es an Gashandelsunternehmen, große Industriekunden und Gasversorgungsunternehmen.

Unkonventionelle Erdgasförderung

Bei der konventionellen Erdgasförderung wird in 4.000 bis 6.000 Metern Tiefe gebohrt. Tieferliegende Erdgaslagerstätten können nur mit speziellen Bohrtechniken und unter Anwendung des sogenannten Fracking-Verfahrens erschlossen werden. Bei dieser unkonventionellen Erdgasförderung wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in tiefe Gesteinsschichten gepresst, um das Gestein durch hohen Druck so aufzubrechen, dass das wertvolle Gas entweichen kann.

Zwar können durch die unkonventionelle Erdgasgewinnung tiefer gelegene Lagerstätten erschlossen werden, doch warnen Experten von erheblichen Gefahren. Die eingesetzten Chemikalien können das Trinkwasser verunreinigen und sind hochgradig krebserregend. Deshalb formiert sich gegen die Ausweitung der Fracking-Methode bundesweiter Widerstand.

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