Mit Wärmedämmung im Altbau Heizenergie sparen

07.02.2008 | 14:03

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa/tmn

Mit Wärmedämmung im Altbau Heizenergie sparen

Altbauten sehen meist toll aus - bergen aber gerade im Winter manche Tücke. Denn die Außenwände sind zwar oft reich verziert, Wärmedämmung ist jedoch ein Fremdwort. Die Folgen: Hohe Heizkosten und entsprechende Belastungen für die Umwelt. Die Wohnung ist oft dennoch nur einigermaßen warm, denn die Wände bleiben bei niedrigen Außentemperaturen ungemütlich kalt. Häufig bilden sich auch Schimmelpilze. Für ein besseres Wohnklima kann eine nachträglich angebrachte Wärmedämmung sorgen. Verschiedene Systeme stehen zur Wahl. Fachleute unterscheiden zwischen sogenannten Innen- und Außendämmungen. Von außen gedämmte Außenwände haben einen großen Vorteil: "Eine Außendämmung ist unkritisch hinsichtlich Tauwasserbildung im Wandaufbau", erläutert der Architekt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (BAKA) in Berlin. Zu den bewährten Außendämmungen gehören Wärmedämm-Verbundsysteme, vorgehängte Fassaden und Wärmedämmputz.

Vor- und Nachteile der Innendämmung

Innendämmungen sind besonders geeignet für Häuser, deren Fassade erhalten bleiben soll oder muss", sagt Rolf Born vom Institut Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt. Auch wenn ein Haus direkt an der Grundstücksgrenze liegt, macht Platzmangel eine Wärmedämmung von außen schwierig. Innendämmungen lassen sich vergleichsweise einfach anbringen und müssen nicht unbedingt mit bestimmten Renovierungsmaßnahmen zeitlich gekoppelt werden, heißt es beim IWU. Wobei es sich anbietet, dann zu dämmen, wenn ohnehin die ganze Wohnung modernisiert oder auch nur die Fenster erneuert beziehungsweise Feuchteschäden beseitigt werden. "Ein weit verbreitetes Vorurteil gegen Innendämmungen lautet, dass sie Feuchte- und Schimmelschäden verursachen. Dieser schlechte Ruf besteht aber zu Unrecht", versichert Born. Denn solche Schäden seien eher selten und beruhten stets auf einer unsachgemäßen Ausführung.

Keller nicht vergessen

"Viele Bauherren, aber auch Baufirmen, glauben, im Keller auf eine Wärmedämmung verzichten zu können", sagt Gisela Pohl von der Initiative Pro Keller in Friedberg (Bayern). Dabei werde übersehen, dass kalte Kellerwände oft feucht sind und schimmeln. Wärmegedämmte Keller dagegen seien trocken, denn Wärmeschutz sei gleichzeitig Tauwasserschutz. Auf warmen Oberflächen kann sich der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf nicht niederschlagen. Bei beheizbaren Kellern fordert die Energieeinsparverordnung immer eine gute Wärmedämmung. "Jeder Keller braucht einen Wärmeschutz", betont Pohl. Bei Neubauten sei dies relativ einfach zu verwirklichen: Entweder bestehen die Kellerwände aus hoch wärmedämmenden Mauersteinen wie Leichtziegeln oder Leichtbetonsteinen. Bei schweren Wänden aus Kalksandstein oder Beton halten von außen angebrachte Dämmplatten den Keller warm. Dient der Keller nur zu Lagerzwecken, sollte die Dämmschicht mindestens sechs Zentimeter, bei beheizbaren Kellern mindestens acht Zentimeter dick sein.

Dämmung von unten

Und auch von unten muss gedämmt werden: Am besten wirkt nach Angaben der Expertin eine Dämmschicht unter der Kellersohle. Allerdings erfordert das etwas teurere Dämmplatten, die die Lasten des Hauses tragen können. Kostengünstiger ist eine Dämmschicht zwischen Bodenplatte und schwimmendem Estrich. Bei dieser Lösung bilden die Ränder zwar Wärmebrücken. Deren negative Wirkung sollte man aber nicht überbewerten, sagt Pohl.