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Inhalt dieser Seite
  1. Direktbanken bieten ein breites Produktportfolio
  2. Das Prinzip der Direktbank
  3. Die Vorteile von Direktbanken
  4. Persönliche Beratung versus lukrative Konditionen
  5. Bargeldzugang bei Direktbanken
  6. Der Wechsel zu einer Direktbank
  7. Direktbanken im Vergleich
  8. Einlagensicherheit bei Direktbanken
  9. Fazit

Direktbanken bieten ein breites Produktportfolio

Die Kundenzahlen von Direktbanken steigen seit Jahren kontinuierlich. Besonders beliebt sind bei deutschen Bankkunden die günstigen Girokonten und Kreditkarten. Doch die etablierten Internetbanken bieten auch andere Produkte und Leistungen – meist ist ihr Produktportfolio ähnlich umfassend wie bei Filialbanken, auch wenn das Angebot je nach Institut erheblich schwanken kann. Dies sind die wichtigsten Leistungen im Überblick:

Auf Verivox.de finden Sie Vergleichsrechner für diese Finanzprodukte, sodass Sie schnell die beste Direkt- oder auch Filialbank finden. Weitere Informationen zu ausgewählten Direktbanken, ihren Produkten und Konditionen bieten folgende Seiten:

Das Prinzip der Direktbank

Direktbanken bieten ihre Dienstleistungen an, ohne niedergelassene Filialen zu betreiben. Der Kontakt und die Verwaltung der Konten erfolgt vor allem über das Online-Banking und das Telefon. Kunden können über die Website ihrer Direktbank Girokonten, Karten, verschiedene Sparprodukte und vieles mehr verwalten. Das bedeutet allerdings nicht, dass Direktbanken mit dem Internet entstanden sind und immer schon Online-Banken waren. Erste Banken ohne Filialnetz ermöglichten es ihren Kunden, Bankgeschäfte direkt über das Telefon abzuwickeln. Sie positionierten sich in den neunziger Jahren am Markt. Heute werden die Begriffe Direkt- und Online-Bank in der Regel synonym verwendet.

Die Beliebtheit von Direktbanken ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Die Frankfurter Beratungsgesellschaft Investors Marketing hat ermittelt, dass die Zahl der Direktbank-Kunden im Jahr 2000 noch bei 3,9 Millionen lag, 2010 bereits auf über 14 Millionen stieg und 2015 bei etwa 18,2 Millionen lag.

Die Vorteile von Direktbanken

Direktbanken bieten im Vergleich zu Filialbanken ihre Produkte häufig zu besseren Konditionen an. So entfällt die Kontoführungsgebühr in den allermeisten Fällen. Häufig schaffen die Online-Banken zusätzliche Anreize wie kostenlose Kreditkarten und Gutschriften für Neukunden. Sie können solche Zusatzleistungen gewähren, da sie kein Filialnetz unterhalten und somit die erheblichen Kosten für Miete, Personal und Instandhaltung einsparen. Diese Einsparungen können die Direktbanken an ihre Kunden weitergeben.

Auch bei den angebotenen Verzinsungen von Tages- und Festgeldkonten liegen Direktbanken häufig vor den Filialbanken. Dies kann in der aktuell anhaltenden Niedrigzinsphase besonders wichtig sein. Denn die niedrigen Zinserträge für Sparanlagen führen im schlimmsten Fall dazu, dass das angelegte Geld aufgrund der Preissteigerung sogar an Kaufkraft verliert.

Persönliche Beratung versus lukrative Konditionen

Grundsätzlich gilt, dass der Beratungsbedarf bei Girokonten sowie Tages- und Festgeldkonten gering ist. Hier kommt es vor allem auf gute Konditionen und eine möglichst bequeme Verwaltung an. Wer einmal die Funktionen eines Online-Bankkontos kennengelernt, hat, braucht nur wenig Zeit für Überweisungen und andere Vorgänge. Auf Wunsch können Kunden Fragen auch telefonisch oder per E-Mail mit dem Servicepersonal der Direktbank klären. Wartezeiten am Telefon sind dabei allerdings nicht ausgeschlossen. Der Weg in die Filiale entfällt vollständig. Wie wichtig die persönliche Beratung vor Ort ist, ist nicht zuletzt eine Frage des Typs.

Langfristige Anlageprodukte

Bei langfristigen Anlageprodukten, die möglicherweise Aktien und Anleihen enthalten, fällt die Beratung eher ins Gewicht. Hier treffen Kunden häufig Entscheidungen von großer Tragweite, die sich auf die Altersvorsorge, die Risikoabsicherung oder die Finanzierung eines Eigenheims auswirken. Vor allem Kunden, die sich nicht beruflich mit Finanzfragen befassen, benötigen hierfür einen kompetenten Berater, zu dem ein vertrauensvolles Verhältnis besteht. Hausbanken mit ihren festen Kundenbetreuern sind deshalb oft nach wie vor die erste Wahl, wenn es um langfristige Geldanlagen geht.

Wertpapierhandel bei Direktbanken

Dennoch kann eine Direktbank auch für den Wertpapierhandel der richtige Ansprechpartner sein. Das dafür notwendige Depot lässt sich in der Regel preiswert einrichten, die Transaktionsgebühren sind meistens niedrig. Besonders beim Ausgabeaufschlag – eine Gebühr, die beim Kauf von Fondsanteilen fällig wird – gewähren Direktbanken im Vergleich zu niedergelassenen Banken teils erhebliche Rabatte. Finanz-Einsteiger sollten mit einem Depot ohne vorherige persönliche Beratung trotzdem vorsichtig sein. Häufig erfordert die Risikobewertung von Fonds und anderen Finanzprodukten einige Erfahrung.

Bargeldzugang bei Direktbanken

Um ihren Kunden ein möglichst engmaschiges Netz an Geldautomaten kostenlos zugänglich zu machen, setzen Direktbanken auf unterschiedliche Lösungsmodelle. Bei einigen Anbietern können Kunden mit der Kreditkarte an allen Geldautomaten im Inland gebührenfrei Geld vom Girokonto abheben.

Andere Online-Banken schließen sich Gruppen wie CashPool oder Cash Group an, deren Kunden kostenlos an den Geldautomaten aller teilnehmenden Banken Geld abheben und einzahlen können. Wenn sie dagegen einen fremden Automaten nutzen wollen, kostet dies Gebühren. Wie hoch diese sind, hängt vom Betreiber des Geldautomaten ab.

Der Wechsel zu einer Direktbank

Viele, denen die Gebühren ihrer Hausbank zu hoch sind, scheuen einen Wechsel aufgrund des damit verbundenen Aufwands. Die Aussicht darauf, Dauer- und Lastschriftaufträge umzuleiten und Vertragspartner sowie den Arbeitgeber zu informieren, hält viele von einem Bankwechsel ab. Ohne einen gewissen Aufwand ist in der Tat kein Wechsel zu bewerkstelligen, allerdings bieten viele Internetbanken eigens dafür einen Service an. Der Kunde teilt der neuen Bank einfach alle Einrichtungen mit, die über den Wechsel informiert werden sollen. Diese übernimmt anschließend die Mitteilung der neuen Verbindungsdaten. Eine Anleitung finden Sie im Ratgeber Kontowechsel.

Neue Kunden können ihre Identität bei der Kontoeröffnung oder der Kreditaufnahme entweder per Postident oder, bei immer mehr Onlinebanken, auch per Videoident prüfen lassen.

Voraussetzungen für die Eröffnung eines Kontos

Ein Konto kann mit Vollendung des 18. Lebensjahres erstmalig eröffnet werden. Wer vorher ein Konto eröffnen will, benötigt eine Einverständniserklärung der Eltern. Bei jeder Eröffnung holen die Finanzinstitute die Erlaubnis zur Schufa-Abfrage ein. Negative Einträge führen in der Regel nicht zur Ablehnung eines Girokontos, können aber Einfluss auf die Konditionen haben – beispielsweise auf die Gewährung und den Zins eines Dispokredits.

Direktbanken im Vergleich

Eine Direktbank, die in allen Bereichen die kundenfreundlichsten und lukrativsten Konditionen bietet, gibt es nicht. Während die Kontoführung bei der Mehrzahl der Online-Banken kostenlos ist, setzen sie in anderen Bereichen Schwerpunkte und sind dementsprechend je nach Kundentyp unterschiedlich gut geeignet. Die folgenden Aspekte sollten Interessierte bei der Entscheidung für eine bestimmte Direktbank berücksichtigen:

  • Verfügbarkeit von Bargeld: Welchen Wert legen sie darauf, an Geldautomaten gebührenfrei Geld abzuheben und einzuzahlen? Wie eng ist das Netz gebührenfreier Geldautomaten?
  • Kreditkarte: Bietet die Direktbank eine kostenlose Kreditkarte zum Girokonto an? Kann die Kreditkarte auch zum Abheben von Bargeld im Inland genutzt werden?
  • Ausland: Ist es mit der Kreditkarte möglich, im Ausland gebührenfrei zu bezahlen und Bargeld abzuheben?
  • Anreize für Neukunden: Bietet die Bank Guthaben für Neukunden und die Neukundenwerbung an?
  • Dispositionskredit: Welchen Zins erhebt die Bank für Inanspruchnahme des Dispokredites? Wie hoch ist der Zins für eine ungenehmigte Kontoüberziehung?
  • Geldanlage: Zu welchen Konditionen sind Tages- und Festgeldkonten erhältlich? Wie hoch sind die Verzinsung und die Mindestlaufzeit? Welche Ober- und Untergrenzen bestehen für das Sparguthaben?
  • Wertpapierhandel: Erhebt die Direktbank Depotführungsgebühren? Welche Transaktionskosten entstehen? Welche Rabatte gewährt die Direktbank beim Ausgabeaufschlag? Zu welchen Finanzplätzen gewährt das Depot Zugang?
  • Kredite: Soll die Bank Kreditfinanzierung im Produktportfolio haben? Wie sehen die Konditionen für die verschiedenen Kreditformen aus?
  • Service: Welche Beratungsleistungen stellt die Online-Bank zur Verfügung? Sind diese kostenpflichtig?

Einlagensicherheit bei Direktbanken

Die Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen für Direkt- und Filialbanken unterscheiden sich nicht. Die Banken beider Modelle sind an europäisches und deutsches Recht gebunden und werden von den entsprechenden Aufsichtsbehörden kontrolliert – vorausgesetzt, sie haben ihren Sitz in Deutschland oder einem anderen Staat der EU. In Deutschland ist dafür die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) zuständig.

In der EU sind Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro abgesichert. Bei Gemeinschaftskonten verdoppelt sich die Sicherungsgrenze auf 200.000 Euro. Das bedeutet, dass im Falle einer Bankeninsolvenz die Sparguthaben der Kunden sicher sind. In einem solchen Fall werden Mittel aus einem Sicherungsfonds verwendet. Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, Vermögen in einem solchen anzusparen. Dieser Sicherungsmechanismus gilt sowohl für Giro- als auch für Tages- und Festgeldkonten.

Fazit: Direktbanken sind in vielen Bereichen eine gute Wahl

Wegen der kostenlosen Kontoführung sind Girokonten bei Direktbanken für den alltäglichen Zahlungsverkehr sehr attraktiv. Zudem können Kunden häufig von höheren Tages- und Festgeldzinsen als bei einer Filialbank profitieren, was in Zeiten niedriger Zinsen auf Sparguthaben ein wesentlicher Pluspunkt ist. Schließlich will niemand, dass die Kaufkraft des Ersparten im Laufe der Zeit abnimmt. Kunden, die komplexere Finanzprodukte und -dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen, fühlen sich dagegen häufig bei einer Filialbank und einem festen Kundenbetreuer besser aufgehoben.

Wer sich dazu entschlossen hat, zu einer Direktbank zu wechseln, sollte verschiedene Anbieter vergleichen – unter Berücksichtigung des eigenen Nutzungsverhaltens. Welche Dienstleistungen sind relevant, welche unwichtig und wie sind die Konditionen für die relevanten Leistungen? Anhand der Antworten auf diese Fragen lässt sich schnell die Direktbank ermitteln, die am besten zu einem passt.

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