Die Abkürzung Schufa steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Die Schufa Holding AG ist ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen. Ziel der Schufa ist es, ihre Vertragspartner vor Kredit- und Zahlungsausfällen sowie private Konsumenten und Kreditnehmer vor Überschuldung zu schützen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was tut die Schufa?
  3. Welche Daten sammelt die Schufa?
  4. Wie funktioniert das Schufa-Scoring?
  5. Schufa-Basisscore und Branchenscores
  6. Recht auf kostenlose Schufa-Auskunft
  7. Was steht in der Schufa-Auskunft?
  8. Was tun bei schlechtem Schufa-Score?
  9. Verwandte Themen
  10. Weiterführende Links
  11. Kreditvergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schufa ist eine Auskunftei. Auf Basis von möglichst umfassenden Daten erstellt sie eine Bonitätsauskunft über Verbraucher und bewertet über ein Scoring-Verfahren deren Kreditwürdigkeit.
  • Ein niedriger Schufa-Score verschlechtert die Chancen, bei Banken ein Darlehen zu erhalten.
  • Wie genau die Schufa den Score für ihre Bonitätsauskunft ermittelt, gilt als Geschäftsgeheimnis.
  • Verbraucher können eine kostenlose Schufa-Auskunft beantragen, um ihren Score zu erfahren und zu überprüfen, ob die zugrundeliegenden Daten stimmen und aktuell sind.

Was tut die Schufa?

Die Schufa ist eine Auskunftei. Sie sammelt Informationen zu Privatpersonen, um Banken und Unternehmen eine Bonitätsauskunft über sie erteilen zu können. Zu diesem Zweck arbeitet sie mit mehr als 9.000 Partnerunternehmen zusammen. Diese liefern der Schufa Daten über ihre Kunden. Auf dieser Datenbasis bewertet die Schufa deren Kreditwürdigkeit.

Im Gegenzug können die 9.000 Vertragspartner bei der Schufa eine Bonitätsauskunft für eine bestimmte Person bestellen. Neben Banken nutzen beispielsweise Energieversorger, Telekommunikationsanbieter, Versicherungen und Versandhändler diese Bonitätsprüfung. Mit dem Bonitätscheck wollen sie sich vor Vertragsschluss absichern. Sie nutzen die Schufa als Datenquelle, um das Kreditausfallrisiko oder die Zahlungsmoral eines potenziellen Kunden einzuschätzen. Wem die Schufa eine schwache Bonität bescheinigt, wird es also schwer haben, einen Kredit zu erhalten oder einen Mobilfunkvertrag abzuschließen.

Welche Daten sammelt die Schufa?

Neben allgemeinen Angaben zur Person wie Geburtsdatum und -ort oder aktuelle und frühere Adressen interessiert sich die Schufa vor allem für kreditrelevante Daten.

Dazu zählen zum einen allgemeine Informationen über die Finanzen eines Verbrauchers. Die Schufa erfasst beispielsweise die Anzahl der Girokonten und wie viele Kreditkarten jemand besitzt. Auch Informationen über bestehende Handy- und Leasingverträge sowie bestehende und abbezahlte Kredite sind bei der Schufa hinterlegt. Zum anderen sammelt sie Informationen über Zahlungsstörungen – beispielsweise über Mahnverfahren oder eine bestehende Privatinsolvenz.

Die Schufa muss Verbraucher nicht fragen, ob sie ihre Daten verwenden darf. Allerdings muss ein Unternehmen von seinen Kunden eine Erlaubnis einholen, wenn es deren Daten an die Schufa übermittelt. Welche Daten die Schufa erheben und speichern darf, ist seit Mai 2018 über die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geregelt. Zuvor bildete das Bundesdatenschutzgesetz den rechtlichen Rahmen. Nicht gespeichert werden dürfen beispielsweise Daten über die Religion und Herkunft von Personen.

Wie funktioniert das Schufa-Scoring?

Im Rahmen der Bonitätsauskunft stellt die Schufa einer Bank oder einem Unternehmen Informationen zur bisherigen Kredit- und Zahlungshistorie eines potenziellen Kunden zur Verfügung. Wurden Rechnungen und Kreditraten immer pünktlich bezahlt, wirkt sich das positiv aus. Mahnverfahren, Zahlungsausfälle und Einträge in öffentlichen Schuldnerverzeichnisse sind Negativmerkmale.

Auf Basis dieser Daten führt die Schufa für jeden Verbraucher ein persönliches Scoring durch. Sie vergleicht alle ihr bekannten Daten mit denen anderer Konsumenten. So ermittelt sie die statistische Wahrscheinlichkeit, dass die betreffende Person ein Darlehen zurückbezahlt und ihren Zahlungspflichten nachkommt. Diese Wahrscheinlichkeit wird in einem Score-Wert zwischen 0 und 100 ausgedrückt.

Der Score ist umso höher, je besser die Schufa die Bonität des Verbrauchers bewertet. Je niedriger der Schufa-Score ausfällt, desto höher wird das Risiko eingeschätzt, dass ein Kunde seinen Zahlungspflichten nicht nachkommen wird. Betroffene werden entweder gar kein Kreditangebot erhalten oder die Bank sichert ihr Ausfallrisiko mit einem sehr hohen Zinssatz ab. Auch beim Abschluss eines Leasing-, Mobilfunk- oder DSL-Vertrags kann es Probleme geben.

Schufa-Basisscore und Branchenscores

Die Schufa führt nicht nur einen Score zu jeder Person, über die sie Daten gespeichert hat. Der Schufa-Basisscore gibt Auskunft über die allgemeine Bonität eines Verbrauchers. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Branchenscores. Sie sind speziell zugeschnitten auf die unterschiedlichen Branchen, in denen die Geschäftspartner der Schufa tätig sind.

Spezifische Branchenscores gibt es beispielsweise für Banken, Versicherungen, Telekommunikationsunternehmen sowie für den Versand- und Online-Handel.

Recht auf kostenlose Schufa-Auskunft

Verbraucher haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Daten die Schufa über sie erfasst hat. Dafür müssen sie nur eine kostenlose Schufa-Auskunft beantragen. Früher ging das nur einmal im Jahr. Durch die Datenschutz-Grundverordnung ist diese Beschränkung aber unzulässig geworden. Heute ist die Schufa verpflichtet, auf Verlangen auch öfter Auskunft über die von ihr gespeicherten Daten zu erteilen.

Anfordern können Verbraucher die Schufa-Auskunft entweder auf der Internetseite „meineschufa.de“ oder über den Postweg durch ein Schreiben an die Schufa Holding AG. Als Identitätsnachweis verlangt die Schufa eine Ausweiskopie. Alternativ können sich Antragsteller auch mit Kopien von Reisepass und Meldebescheinigung legitimieren. Die Schufa-Auskunft kommt dann mit der Briefpost.

Was steht in der Schufa-Auskunft?

Sie enthält sämtliche personenbezogenen Daten, die bei der Schufa gespeichert sind. Außerdem finden Verbraucher in ihrer Selbstauskunft die kreditrelevanten Daten, die bei der Schufa erfasst sind – beispielsweise Einträge über ihre bestehenden Girokonten und Kreditkarten. Sie erfahren auch, welche Unternehmen innerhalb des letzten Jahres eine Bonitätsauskunft über sie angefordert haben und welche Branchenscores ihnen in dem Zusammenhang übermittelt wurden. Nicht zuletzt enthält die Datenübersicht auch den aktuellen Schufa-Basisscore.

Die kostenlose Schufa-Auskunft ist sehr umfangreich und enthält auch vertrauliche Daten. Wer eine Schufa-Auskunft für Dritte benötigt – zum Beispiel Wohnungssuchende für ihren zukünftigen Vermieter – kann dafür auch eine kostenpflichtige Auskunft bestellen. Sie kostet knapp 30 Euro und enthält im Wesentlichen den Basisscore sowie eine kurze allgemein gehaltene Beschreibung zur Vertrauenswürdigkeit des Antragstellers. Branchenscores enthält die kostenpflichtige Schufa-Auskunft nicht.

Was tun bei schlechtem Schufa-Score?

Wer einen schlechten Schufa-Score hat, sollte zunächst sämtliche Daten in seiner Selbstauskunft überprüfen. Sachliche Fehler muss die Schufa korrigieren. Ansonsten lässt sich der Score durch das eigene Zahlungsverhalten im Laufe der Zeit verbessern. Diese Grundregeln verbessern die Kreditwürdigkeit:

  • Rechnungen immer pünktlich bezahlen. Mahnverfahren wirken sich negativ auf den Schufa-Score aus.
  • Ungenutztes Girokonto und nicht benötigte Kreditkarten kündigen.
  • Leasing- und Kreditraten pünktlich bezahlen.
  • Bei Zahlungsschwierigkeiten mit dem Kreditgeber oder Zahlungsempfänger Kontakt aufnehmen. Das kann negative Schufa-Einträge verhindern.
  • Regelmäßig eine kostenlose Schufa-Auskunft anfordern, fehlerhafte Daten korrigieren lassen und Score kontrollieren.

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