Steuern und Abgaben auf Strom erreichen Allzeithoch

15.10.2018 | 11:42

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Die EEG-Umlage sinkt, doch die Offshore-Umlage steigt - in der Summe steigt die staatliche Belastung auf den Strompreis weiter an. Insgesamt sind es im kommenden Jahr rund 15,8 Cent pro Kilowattstunde. Damit zahlen Verbraucher in Deutschland auch weiterhin zusammen mit den Dänen die höchsten Abgaben auf Strom.

Staatlicher Anteil am Strompreis steigt leicht

„Im kommenden Jahr sinkt die EEG-Umlage auf 6,405 Cent/kWh. Doch mit der höheren Offshore-Netzumlage von 0,416 Cent/kWh steigt der gesamte Kostenblock aus Steuern, Abgaben und Umlagen trotzdem an. Die gestiegene Offshore-Netzumlage gleicht die Senkung der EEG-Umlage mehr als aus“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox.

Wie sich die Strompreise für Verbraucher im kommenden Jahr insgesamt entwickeln, hängt auch von den Netzentgelten und der Entwicklung der Strompreise im Großhandel ab. Laut Energieverband BDEW sind diese im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 2 Cent pro Kilowattstunde gestiegen.

„Da die ersten Ankündigungen der Netzbetreiber auf stagnierende oder leicht steigende Netzentgelte hinweisen und die Preise im Stromgroßhandel stark angestiegen sind, rechnen wir im kommenden Jahr mit steigenden Strompreisen,“ so Köster-Niechziol.

Staatsanteil liegt derzeit bei 57 Prozent

Der bundesweite Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde Strom liegt im Jahr 2018 bei 27,64 Cent. Steuern, Abgaben und Umlagen machen 15,69 Cent je Kilowattstunde aus. Damit liegt ihr Anteil bei rund 57 Prozent des Endpreises für private Verbraucher.

6,84 Cent/kWh entfallen auf die Netznutzungsentgelte, was einem Anteil von rund 25 Prozent entspricht. 5,11 Cent/kWh, etwas mehr als 18 Prozent, bleiben den Energieversorgern für Beschaffung, Vertrieb und Marge.

Deutschland liegt im europäischen Vergleich weit vorn

Im vergangenen Jahr war Strom für private Verbraucher in Deutschland europaweit am teuersten. Der Anteil an Steuern, Umlagen und Abgaben ist nur in Dänemark (69 Prozent) noch höher als in Deutschland. In Ländern wie Frankreich (36 Prozent), Großbritannien (28 Prozent) und den Niederlanden (26 Prozent) liegt der Anteil der staatlichen Preisbestandteile deutlich niedriger.