Bezahlt die PKV das kleine oder das große Blutbild?

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Ein Gesundheits-Check im Rahmen der allgemeinen Vorsorge beinhaltet ein Blutbild. Man unterscheidet zwischen einem kleinen und großen Blutbild. Es ist wichtig zu wissen, wann das kleine oder große Blutbild erstellt werden sollte. Die Kosten für das kleine Blutbild werden in der Regel von allen Krankenkassen übernommen, egal ob gesetzlich oder privat. Bei dem großen Blutbild gestaltet sich die Kostenübernahme etwas anders.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das kleine Blutbild wird im Rahmen der allgemeinen Vorsorge erstellt und sowohl von den Krankenkassen als auch von der privaten Krankenversicherung bezahlt.
  • Eine Kostenübernahme für das große Blutbild erfolgt nur nach Rücksprache.
  • Die Kosten für das große und kleine Blutbild sind fast identisch.

Allgemeine Vorsorge oder detaillierte Risikoanalyse

Das kleine Blutbild dient dazu, genauere Informationen im Zusammenhang mit einer Erkrankung zu erhalten. In diesem Fall wird es auch von den privaten Krankenversicherern erstattet. Die Krankenversicherungen zeigen sich hier kulanter. Sie verstehen das kleine Blutbild als Routineuntersuchung und erstatten die Kosten dafür alle zwei Jahre.

Anders verhält es sich mit dem großen Blutbild. Dieses kommt zum Einsatz, wenn ganz gezielt ein Erkrankungsrisiko untersucht werden soll, beispielsweise bei Rheuma. Unterstellt der behandelnde Mediziner, dass ein großes Blutbild unausweichlich ist, werden die Kosten sowohl von der Krankenkasse als auch von der privaten Krankenversicherung übernommen.

Allerdings sollten die Patientinnen und Patienten immer erst Rücksprache mit dem Krankenversicherer halten, gegebenenfalls auch die Begründung des Arztes vorlegen. Wird dies unterlassen, können die Versicherer die Zahlung verweigern.

Was kosten Blutbilder?

Die wenigsten Patienten wissen, um welche Beträge es sich bei einem kleinen oder großen Blutbild handelt. Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse erfahren es auch nicht ohne Weiteres, da Kasse und Arzt direkt miteinander abrechnen. Privatversicherte erfahren es, wenn sie die Rechnung des Arztes in den Händen halten.

Das kleine Blutbild

Für die Abnahme des Blutes fallen zunächst 4,20 Euro an. Je nachdem, wie lange die Besprechung der Werte dauert, stellt der Arzt zwischen 10 und 20 Euro in Rechnung. Bei einer sehr umfänglichen Erörterung und je nachdem welche Werte im Labor untersucht werden, können auch Kosten bis zu 100 Euro anfallen.

Das große Blutbild

Einziger Unterschied zum kleinen Blutbild ist der „Grundpreis“. Für die Entnahme des Blutes berechnen die Mediziner bei einem großen Blutbild 5,38 Euro.

Was wird bei einem Blutbild untersucht?

Das kleine Blutbild umfasst:

  • Rote (Erythrozyten) und weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Hämoglobin und Hb-Wert (Roter Blutfarbstoff)
  • Zellenanteile im Blut (Hämatokrit)
  • Mittlere Zellvolumen von roten Blutkörperchen (MCV = mean cellular volume)
  • Mittlere Konzentration von Hämoglobin von einzelnen roten Blutkörperchen (MCH = mean corpuscular haemoglobin)

Das große Blutbild betrachtet die verschiedenen Leukozytentypen noch genauer:

  • Stab- und segmentkernige Granulozyten (neutrophile Granulozyten)
  • Eosinophile und basophile Granulozyten
  • Monozyten und Lymphozyten

Wann sollte man ein Blutbild machen lassen?

Mediziner raten zu einem Blutbild, wenn folgende Symptome verstärkt auftreten:

  • Müdigkeit
  • Allgemeine Erschöpfung
  • Wiederkehrenden Infektionen
  • Verdacht auf bestimmte Erkrankungen oder bei Mangelzustand

Erschöpfung und Müdigkeit können ihre Ursache in Eisenmangel haben. Mit der Analyse der Blutfette lässt sich feststellen, ob eine erhöhte Infarktgefahr besteht. Infarktpatienten müssen regelmäßig ihren Cholesterinspiegel prüfen lassen.

Um ein genaues Bild der Blutzusammensetzung zu erhalten, ist es notwendig, dass die zu behandelnden Personen nüchtern zur Blutabnahme kommen. Die Ergebnisse liegen üblicherweise am nächsten Tag vor.

Wird beim Blutspenden automatisch ein Blutbild gemacht?

Ein kleines oder großes Blutbild wie im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung gibt es bei einer Blutspende nicht. Allerdings wird das entnommene Blut aus Sicherheitsgründen auf Hepatitis A-, B- und C-Viren, HIV und auf Antikörper gegen den Erreger der Syphilis getestet. Gibt es positive Ergebnisse, wird der Spender informiert.

Das Blutbild kann auch einen ersten Hinweis auf eine mögliche Krebserkrankung geben. Treten sogenannte Krebsmarker in erhöhter Anzahl im Blut auf, ist eine eingehende Untersuchung notwendig. Diese Eiweiße finden sich allerdings in geringer Menge auch bei gesunden Menschen.