Unter dem Begriff „Alternativmedizin“ werden mehrere Hundert Heilmethoden zusammengefasst, die zum Teil auf sehr verschiedene Arten versuchen, Menschen zu helfen. Anders als Medikamente und Therapien der Schulmedizin sind die der Allgemeinmedizin oft nicht wissenschaftlich belegt. Die Homöopathie gehört genauso zu den alternativen Heilmethoden wie die Akupunktur, Yoga oder die Hydrotherapie nach Kneipp. Oft wird auch der Begriff „Komplementärmedizin“ verwendet. In Abgrenzung zur „Alternativmedizin“ drückt er aus, dass es sich bei den Heilmethoden um ergänzende Maßnahmen zur Schulmedizin handelt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Alternativ- und Schulmedizin
  3. Bekannte Formen der Alternativmedizin
  4. Übernahme der Kosten
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Private Krankenzusatzversicherung: Vergleich der Tarife

Das Wichtigste in Kürze

  • Sinnvoll als Ergänzung zur Schulmedizin.
  • Umfasst Homöopathie, TCM, Osteopathie und viele weitere Ansätze.
  • Leistungen müssen oft vom Patienten selbst getragen werden.

Alternativ- und Schulmedizin

Es ist durchaus sinnvoll, Alternativ- und Schulmedizin nicht als zwei völlig getrennte Felder zu betrachten, sondern sie als sich gegenseitig ergänzend zu verstehen. Teilweise gehen sie sogar ineinander über: Beispielsweise werden auch in der Schulmedizin schon lange bestimmte Kräuter als unterstützende Maßnahmen zu chemischen Medikamenten empfohlen. Manche Ärzte lassen sich zusätzlich in Akupunktur oder anderen alternativen Heilverfahren ausbilden, um ihren Patienten ein größeres Spektrum an möglichen Behandlungswegen anzubieten. Gleichzeitig wird ein guter Heilpraktiker oder Therapeut, der mit alternativen Methoden arbeitet, seine fachlichen Grenzen kennen und bei bestimmten Beschwerden an einen Schulmediziner verweisen.

Bekannte Formen der Alternativmedizin

Befürworter der Alternativmedizin schätzen besonders, dass die verwendeten Mittel weniger Nebenwirkungen haben sollen und der behandelnde Mediziner, Heilpraktiker oder Therapeut sich oft mehr Zeit für eine ausführliche Diagnose nimmt. Viele Ansätze aus der alternativen Medizin basieren außerdem ausdrücklich auf einem ganzheitlichen Menschenbild und berücksichtigen beispielsweise bei körperlichen Beschwerden auch mögliche psychische Ursachen.

Allerdings ist es sehr schwer, die vielen verschiedenen Schulen und Behandlungswege auf einen Nenner zu bringen oder zu kategorisieren. Zuweilen wird unterschieden zwischen klassischen Naturheilverfahren, erweiterten Verfahren sowie Methoden, die eine ganze Philosophie als Grundlage haben. Zur ersten Gruppe gehört die Pflanzenheilkunde, aber auch die Hydrotherapie nach Kneipp. Ein Beispiel für ein erweitertes Verfahren ist Yoga. Zur letzten Gruppe gehören die anthroposophische Medizin sowie die Homöopathie.

Zu den bekanntesten Ansätzen der Komplementärmedizin gehören neben der Homöopathie und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die Osteopathie und Ayurveda. Wer sich das erste Mal mit Alternativmedizin beschäftigt, wird wahrscheinlich schnell mit einer dieser Methoden in Berührung kommen.

Homöopathie

Die Homöopathie basiert auf dem Gleichheitsprinzip. Das heißt, dass Krankheitssymptome mit Mitteln behandelt werden sollen, die bei gesunden Menschen ähnliche Symptome auslösen würden. Die Konzentration des Wirkstoffes in der Arznei ist dabei sehr gering.

Traditionelle Chinesische Medizin

Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Krankheiten unter anderem als Anzeichen eines gestörten Energieflusses angesehen. Eine bekannte und inzwischen recht weit verbreitete Behandlungsmethode, die aus der TCM stammt, ist die Akupunktur. Durch Ansetzen von Nadeln an bestimmten Punkten am Körper soll der Energiefluss, das Qi, positiv beeinflusst werden.

Osteopathie

Die Osteopathie versteht Knochen, Sehnen, Organe und andere Körperteile als Strukturen, die bei guter Beweglichkeit und Versorgung den Körper selbst heilen können. Ein Osteopath arbeitet mit seinen Händen und versucht Bewegungsbeeinträchtigungen betroffener Strukturen zu beheben und so die Ursachen von Beschwerden zu behandeln.

Ayurveda

Das aus Indien stammende Ayurveda wird oft mit Wellnessbehandlungen gleichgesetzt, dabei ist es in seiner ursprünglichen Form eine uralte Heilkunst. Zentral für ihr Verständnis sind die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha. Laut der Lehre des Ayurveda trägt jeder Mensch eine individuelle Mischung aus diesen Doshas in sich. Kommt diese durch Ernährung oder andere Einflüsse aus dem Gleichgewicht, wird der Mensch anfällig für Krankheiten.

Diese Liste ist keinesfalls erschöpfend. Schüßler-Salze, Bachblüten, Meditation und viele weitere Methoden und Heilmittel gehören ebenso zu den Möglichkeiten, die die alternative Medizin bietet. Wer sich für einen alternativen Heilungsweg interessiert, sollte sich vor Beginn einer Therapie gut über die jeweilige Methode informieren – im Grunde nicht anders als bei schulmedizinischen Behandlungen.

Übernahme von Kosten für Anwendungen der Alternativmedizin

Gesetzliche Krankenversicherungen haben Therapien und Heilmittel der Alternativmedizin zumeist nicht in ihrem Leistungskatalog. Das bedeutet, dass die Kosten für Behandlungen vom Patienten selbst getragen werden müssen. Allerdings unterliegt diese Regelung häufigen Änderungen. Es könnte sich also lohnen, bei der eigenen Versicherung gezielt nachzufragen, welche Angebote der komplementären Medizin zumindest in einem gewissen Rahmen übernommen werden. So zahlen einige Versicherungen zum Beispiel Besuche beim Osteopathen, sie übernehmen einen Teil der Kosten für homöopathische Behandlungen oder bezuschussen die Teilnahme an Yoga-Kursen.

Eine weitere Möglichkeit, die Kosten der Alternativmedizin bezahlt zu bekommen, ist eine private Krankenzusatzversicherung. Diese übernimmt Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht angeboten werden.

Private Krankenzusatzversicherung: Vergleich der Tarife

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